Was ist Desinformation?

Foto zeigt die Buchstabenklötze F,A,K,T.

Gerade in Krisenzeiten verbreiten sich Desinformation und falsche Nachrichten sehr schnell und oft.

Foto: Getty Images/Christian Horz

Falschnachrichten gibt es schon immer. Solange die falsche Information aus Versehen in Umlauf gebracht wurde, ist das auch nicht weiter gefährlich. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind sie als Zeitungsenten bekannt, oder auch als Fehlinformation. Und manch falsche Nachricht kann sogar lustig sein. Dann sind sie so zugespitzt und pointiert, dass man sie als das erkennt, was sie sein soll: Satire. 

Irreführende und falsche Informationen werden aber dann zu einer Gefahr, wenn sie das Ziel haben, Menschen vorsätzlich zu täuschen oder zu beeinflussen und gezielt verbreitet werden. Man spricht dann von Desinformation. Die Absicht dahinter ist also der wesentliche Unterschied zu einer Falschnachricht.

Desinformation kann täuschend echt sein

Gezielte Desinformation als solche zu identifizieren ist allerdings nicht leicht: Mal werden Dinge völlig frei erfunden, mal absichtlich aus dem Zusammenhang gerissen, zugespitzt oder wesentliche Informationen weggelassen, es entsteht ein falscher Eindruck. Und nicht immer handelt es sich um Texte: Auch Bilder oder Videos können heutzutage immer leichter manipuliert werden (sogenannte Deep Fakes). Darüber hinaus kann auch versucht werden, die Wirklichkeit grundsätzlich verzerrt abzubilden – indem beispielsweise Zahlen oder Zitate aus dem Kontext gerissen werden, eine Minderheitenmeinung als Mehrheit dargestellt oder auch die Reichweite einzelner Beiträge künstlich manipuliert wird.

In der jüngeren Vergangenheit gab es gezielte Desinformationskampagnen aus dem Ausland. Auch rechtsextreme Gruppen nutzen die Corona-Pandemie, um Verschwörungsmythen zu verbreiten. Von diesen Desinformationen geht eine Gefahr aus. Weil sie uns als Gesellschaft spalten soll. Sie verfolgen das Ziel Schaden anzurichten. Existierende Konflikte und Debatten sollen verschärft, das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben und insgesamt Wut und Emotionen geschürt werden. 

Grafik mit Beispielen bzw. Unterschieden von Fehl- und Desinformation

Beispiele von Fehlinformation und Desinformation 

Foto: Bundesregierung

Wenn nicht legitime Methoden der Einflussnahme aus dem Ausland eingesetzt werden, ohne dass ein Krieg erklärt wird, spricht man von einer hybriden Bedrohung. Darunter können auch Desinformationskampagnen fallen.

Jede und jeder kann etwas gegen Desinformation tun

Hinzu kommt, dass sie sich im Netz sehr viel schneller und unkontrollierter verbreiten als im analogen Zeitalter. In sozialen Medien kann alles in Sekundenschnelle weitergeleitet, geliked und kommentiert werden. Und es wird sehr viel leichter und günstiger, selber Desinformation zu verbreiten: Fast alle verfügen heutzutage über ein Social-Media-Konto und damit grundsätzlich über die (zumindest theoretische) Möglichkeit, Desinformation zu erstellen und einem großen Publikum zugänglich zu machen. 

Umso wichtiger ist es, nicht selbst zur Verbreitung von irreführender Informationen beizutragen und sei es durch unbedachtes Weiterleiten. Diese drei Schritte helfen dabei, Desinformation zu erkennen. 

Ulrike Demmer, Stellvertretende Regierungssprecherin, hat mit der Bloggerin Louisa Dellert über sogenannte "Fake-News" sowie Desinfomationen in Medien und Kommunikation gesprochen. Hier finden Sie das komplette Gespräch.