„Demokratie lebt von der Beteiligung“

Interview zum Jugendforum „Demokratie lebt von der Beteiligung“

Beim Jugendforum Sicherheitspolitik dreht sich im Oktober in Berlin alles rund um sicherheitspolitische Fragen. Im Interview spricht Moderator Dr. Johannes Wimmer darüber, warum ihm das Thema am Herzen liegt und welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf die internationale Sicherheitspolitik hat. 

Foto zeigt Dr. Johannes Wimmer.

„Sicherheit als zentrales Thema findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt und betrifft uns alle“, sagt Dr. Johannes Wimmer.

Foto: Peter Lund

Herr Dr. Wimmer, Sie haben sehr spontan zugesagt, das Jugendforum JuFo zu unterstützen. Das lässt darauf schließen, dass Ihnen das Themenfeld am Herzen liegt.

Dr. Johannes Wimmer: Junge Leute sind die Zukunft unserer Gesellschaft und es ist immer toll, wenn sie sich mit Themen auseinandersetzen, die sowohl sie selbst als auch uns alle betreffen und das unterstütze ich sehr gerne. Ein gutes aktuelles Beispiel ist die Covid19-Pandemie und ihre Auswirkungen: Das Coronavirus bedroht viel mehr als unsere Gesundheit und wir müssen uns fragen, wie wir unsere Gesundheit aber auch unsere Gesellschaft schützen können. Auch das gehört zur Sicherheitspolitik und ist die Antwort auf die Herausforderung durch das Coronavirus, der wir entgegensehen.

Was ist Ihr ganz persönlicher Bezug zu Sicherheitspolitik?

Wimmer: Schon in meinem Studium habe ich mich damit beschäftigt, welche Maßnahmen gesellschaftlich getroffen werden können, um die Gesundheit der Gesellschaft zu erhalten und zu fördern. Bei meiner Tätigkeit im Kompetenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf habe ich mich mit der Digitalisierung in der Medizin beschäftigt. Beim Umgang mit sensiblen Patientendaten kommt es darauf an, diese vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Auch im Hinblick auf unsere Sicherheit in Verbindung mit der Medizin muss man hieran denken: Patientennachverfolgung via App, digitale Sicherheit oder auch elektronische Patientenakte geht uns alle an. Am Ende steht aber auch mein ganz persönliches Motto: Daten retten Leben.

Wieso würden Sie jungen Menschen raten, sich mit dem Thema Sicherheitspolitik aktiv auseinanderzusetzen?

Wimmer: Veranstaltungen wie das JuFo können nur stattfinden, weil wir hier in Deutschland unsere Meinung frei äußern können. Demokratie lebt von der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Ich betrachte es als ein Geschenk und Privileg, dass sich bei uns jeder einmischen und seine Meinung frei äußern kann. Das passt auch super zum Motto des JuFo: Misch dich ein. Sicherheit als zentrales Thema findet auf vielen verschiedenen Ebenen statt und betrifft uns alle. Neben der Friedenssicherung, an die man vielleicht als erstes denkt, gehört dazu viel mehr: die Prävention von Cyberbedrohungen wie Hacker- und Virenangriffen, Klimawandel und seine Folgen als sicherheitspolitisches Risiko aber auch die Corona-Pandemie hat etwas mit Sicherheitspolitik zu tun.

Was möchten Sie aus dem Jugendforum Sicherheitspolitik für sich mitnehmen? Was wollen Sie lernen oder erfahren?

Wimmer: Ich freue mich auf spannende Gespräche, Beiträge von den Experten, Kollegen und ganz besonders auf Diskussionen mit den Teilnehmern. Mein Thema auf dem JuFo ist zwar Pandemie und Resilienz. Ich finde es aber auch sehr interessant, etwas über Handelswege zu lernen. Deutschland lebt vom Import und Export aber wir denken oft nicht daran, wie Nahrungsmittel, Handys oder Kleidung sicher zu uns kommen. Deshalb freue ich mich besonders auf den Workshop und die Townhall zu diesem Thema, die aufzeigen, welchen (Sicherheits-)Risiken unser Konsum ausgesetzt ist.

Sie werden das Thema Pandemie und Resilienz beleuchten. In drei Sätzen: Welchen Einfluss hat das Corona-Virus auf die internationale Sicherheitspolitik?

Wimmer: Das Virus kennt keine Grenzen, deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam auf diese Herausforderung reagieren und uns ihr entgegenstellen. Der Internationalen Gemeinschaft kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu, alles hängt miteinander zusammen. Die Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf die Industrie und Wirtschaft, sondern vor allem auch auf unsere Gesundheit und damit auf unsere Sicherheit.