Ziele für nachhaltige Entwicklung

Globale Partnerschaft

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele können nur durch eine starke, weltweite Partnerschaft erreicht werden. Das betrifft Herausforderungen wie die Beseitigung von Hunger und Armut, fairen Handel, sauberes Wasser oder Klimaschutz. Deutschland bringt sich aktiv ein, ist solidarisch und übernimmt Verantwortung.

Projektionen zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York

Projektionen der Nachhaltigkeitsziele am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Foto: Xinhua / eyevine / laif

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) gehen alle an: Regierungen, die Zivilgesellschaft und die Unternehmen müssen gemeinsam an ihrer Umsetzung arbeiten. Deshalb fordert das SDG 17 eine globale Partnerschaft aller Akteure. Denn nur die partnerschaftliche Umsetzung der 17 SDGs schafft die Bedingungen für Nachhaltigkeit – lokal, national, regional und global.

Das Prinzip "niemanden zurückzulassen" ("leave no one behind", LNOB) beschreibt die gemeinschaftliche Verantwortung, alle Menschen auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung mitzunehmen. Es ist ein zentrales Leitprinzip bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen der Agenda 2030 und Leitlinie für globale Partnerschaft. LNOB zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Ärmsten und am stärksten Benachteiligten in den Blick zu nehmen und allen Menschen soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe zu ermöglichen und Chancengleichheit zu fördern – innerhalb einer Gesellschaft sowie im Rahmen der globalen Gemeinschaft. Inklusive Gesellschaften und eine inklusive und gerechte globale Weltordnung sind Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden und damit nachhaltige Entwicklung.

Vier tragende Prinzipien machen die globale Partnerschaft aus:

  • Alle Staaten müssen handeln
  • Gemeinsame Verantwortung bedeutet – alle sind für das globale Gemeinwohl entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit verantwortlich
  • Transparenz der Umsetzung und gegenseitiger Erfahrungsaustausch
  • Multi-Akteurs-Ansatz: Alle sind Teil des Teams – Staaten, Zivilgesellschaft, Unternehmen und Wissenschaft

Deshalb hat sich Deutschland in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) auch zu fairem Handel, dem Wissens- und Technologietransfer und der Öffnung der Märkte bekannt und setzt sich dafür engagiert in der partnerschaftlichen internationalen Zusammenarbeit ein. Dazu gehört auch, dass Deutschland 0,7 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungshilfe ausgeben will – so wie es die Vereinten Nationen beschlossen haben.

Deutschland bringt sich als Wissensgesellschaft und als eines der wichtigsten Industriestaaten in die globale, gemeinsame Umsetzung der SDGs ein, etwa durch seine tragende Rolle in der Europäischen Union, der G20, der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, dem Kreis der wichtigsten G7 Länder, der Vereinten Nationen und den internationalen Organisationen.

Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 haben die Staats-und Regierungschefs 2015 in New York das umfassende Ziel einer globalen Partnerschaft zur weltweiten Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung als eines von 17 Nachhaltigkeitszielen durch die internationale Staatengemeinschaft vereinbart.

Kachel mit den Nachhaltigkeitszielen

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele werden durch Internet-Beiträge monatlich vorgestellt.

Foto: Bundesregierung

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

SDG 17 - Wie soll eine solche globale Partnerschaft aussehen? Und wie erreicht werden?
- Stärkung der finanziellen Situation der Entwicklungsländer- insbesondere der am wenigsten entwickelten Länder (LDC = Least Developed Countries).
- Technologie- und Wissenstransfer in die LDC insbesondere im technischen Bereich soll verstärkt werden.
- Aufbau von Kapazitäten und Kompetenzen zur Umsetzung von nationalen Plänen für eine nachhaltige Entwicklung .
- Eine Öffnung der Märkte zur Verbesserung der Handelschancen der Entwicklungsländer
- Verbesserte Politikkoordination, Nutzung von Multi-Akteurs-Partnerschaften sowie Ergebnismessung

Konkrete Umsetzung durch Nachhaltigkeitsmanagement

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) ist der deutsche Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie setzt den Rahmen für nachhaltiges Handeln von Politik und Gesellschaft. Ihr Herzstück bildet ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem, das Ziele mit konkreten Zeitrahmen zur Erfüllung und Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring benennt.

Welche Indikatoren messen globale Partnerschaften? Und welche vergleichbaren Ziele setzt die Bundesregierung sich, um zu einer globalen Partnerschaft zu kommen? Die DNS bildet folgende Bereiche ab:

  • Entwicklungszusammenarbeit: Indikator ist der Anteil der öffentlichen Entwicklungsausgaben am Bruttonationaleinkommen (BNE). Ziel ist eine Verstetigung des 2016 erreichten Anteils von 0,7 Prozent des BNE in Deutschland, so wie es die Vereinten Nationen beschlossen haben.
  • Wissenstransfer: Indikator: Zahl der Studierenden und Forscher sollen aus den LDCs kommen. Als Ziel setzt sich Deutschland, bis 2020 die Anzahl um 10 Prozent zu erhöhen und diese Entwicklung zu verstetigen.
  • Märkte öffnen: Indikator ist der Anteil der Einfuhren aus LDCs. Ziel: Bis 2030 soll der Anteil um 100 Prozent auf 1,43 Prozent aller Einfuhren nach Deutschland erhöht werden.

Der alle zwei Jahre vorzulegende Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamtes zeigt, wie sich die Indikatoren der Strategie entwickelt haben und ob und wie die Ziele erreicht wurden. Der jährliche Monitoringbericht zum Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesverwaltung schafft die nötige Transparenz dazu, was die Bundesregierung im eigenen Bereich zur Umsetzung von Nachhaltigkeit unternimmt.
Die Ergebnisse sind Anerkennung und Verpflichtung zugleich. Erfolge gibt es bei der Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfeausgaben und im Wissenstransfer. Die gewollte Öffnung der Märkte kommt nur langsam voran. Konkret stellt sich die Umsetzung von SDG 17 in Deutschland so da:

  • Anteil der öffentlichen Entwicklungsausgaben am BNE
    Deutschland hat durch Bereitstellung zusätzlicher Mittel erreicht, dass die öffentlichen Entwicklungshilfeausgaben 2016 0,7 Prozent des BNE betrugen. Deutschland hat damit 2016 das Ziel der Staatengemeinschaft erfüllt.

  • Wissenstransfer
    Die Anzahl der in Deutschland Studierenden und hier arbeitenden Forscher aus Entwicklungs-ländern steigt kontinuierlich. Im Wintersemester 2015/2016 waren rund 200.000 Studierende an deutschen Universitäten eingeschrieben. Außerdem arbeiten 15.000 Forscher bei uns. Damit wird Deutschland voraussichtlich das selbst gesteckte Ziel erfüllen. Der Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) ist mit Büros weltweit erster Ansprechpartner im Ausland für ein Studium oder einen Forschungsaufenthalt in Deutschland.

  • Zugang zu den Märkten
    Der Anteil der Einfuhren aus den LDCs lag 2014 bei 0,71 Prozent der Gesamteinfuhren nach Deutschland. Damit ist Deutschland noch weit weg von seinem Ziel. Erfreulich: Der Anteil der weiterbearbeiteten Produkte hat sich seit 2002 bis 2014 mit + 85 Prozent fast verdoppelt!

Globale Partnerschaft - was macht die Bundesregierung?

Die Bundesregierung folgt einem entwicklungspolitischen Dreiklang. Deutschland hat für den Zeitraum 2014 - 2019 insgesamt 10,3 Milliarden Euro zusätzlich für Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt. Schwerpunkt bildet Afrika.

Die Einbindung des Privatsektors ist ein weiteres wichtiges Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Anlaufstelle für Unternehmen, die sich in Entwicklungs- und Schwellenländern engagieren wollen – ist die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung. Beispiel: Der Aktionsplan der G20, der Gruppe der 20 führenden Industrie – und Schwellenländer und der OECD. Dadurch soll verhindert werden, dass multinational tätige Unternehmen durch ihre Gewinne und damit ihre Steuerpflicht verlagern.

Für eine nachhaltige Entwicklung in den Entwicklungsländern werden auch sogenannte Multi-Akteurs-Partnerschaften wie die Foren Nachhaltiger Kakao und Nachhaltiges Palmöl oder das Textilbündnis immer wichtiger. Dort arbeiten Regierungen von Geber- und Entwicklungsländern, internationale Organisationen, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eng und langfristig zusammen. Auch wenn es um Gesundheit oder Bildung geht. Beispiele sind die globalen Fonds gegen Aids/HIV, Tuberkulose und Malaria oder „e-skills4girls“- das online-Ausbildungsportal für Mädchen. Ein Ansprechpartner für Multi-Akteurs-Partnerschaften ist Partnerschaften 2030.

Ein afrikanisches Kind wird geimpft

Impfungen helfen Leben retten.

Foto: picture alliance / AP Photo


Die globale Impfallianz Gavi. Unter dem Motto "Jedes Kind erreichen" will sie den Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern verbessern und die Gesundheitssysteme stärken. Bis heute konnten mit ihrer Hilfe etwa 500 Millionen Kinder geimpft werden. Im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 sollen weitere 300 Millionen Kinder hinzukommen.

Auch die Schuldentragfähigkeit der Staaten ist für eine nachhaltige Entwicklung wichtig. Auch hier sind etwa für Finanzprogramme globale Partnerschaften notwendig. Deutschland arbeitet deswegen beispielsweise eng mit dem internationalen Währungsfonds zusammen.

Die Bundesregierung setzt sich auch für ein faires und offenes Welthandelssystem mit gemeinsamen Regeln ein, damit die Entwicklungsländer die mit einer Handelsliberalisierung verbundenen Chancen auch tatsächlich nutzen können. Die Plattform dafür bieten die Vereinten Nationen. Insbesondere ist es gelungen, international ein Ende aller Agrarexportsubventionen und die Disziplinierung von Maßnahmen gleicher Wirkung zu vereinbaren.

Die Bundesregierung will Vorreiter für eine faire Handelspolitik mit Afrika sein. Die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU mit den afrikanischen Staaten sollen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Afrikas dienen. Die Bundesregierung wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass in allen EU-Handels-, -Investitions- und -Wirtschaftspartnerschaftsabkommen verbindliche menschenrechtliche, soziale und ökologische Standards und konkrete Beschwerde-und Überprüfungsmechanismen vereinbart werden.

Tipp: Als Verbraucher können Sie viel dazu beitragen, dass die Arbeits-und Produktionsbedingungen sich in den Entwicklungsländern verbessern. Zum Beispiel indem Sie sich für fair gehandelte Produkte entscheiden. Im Jahr 2019 will die Bundesregierung erstmalig das staatliche Siegel für fair produzierte Kleidung "Grüner Knopf" einführen. Mehr Infos und Tipps finden Sie im Nachhaltigen Warenkorb, dem Verbraucherportal des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

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