Mit aller Kraft und Entschlossenheit gegen den Hass

Gedenken an die Opfer von Hanau Mit aller Kraft und Entschlossenheit gegen den Hass

An vielen Orten wurde ein Jahr nach den Morden von Hanau der Opfer gedacht. „Wir alle, die wir hier in Deutschland friedlich miteinander leben wollen, stehen geeint gegen den Hass der Rassisten“, betont Kanzlerin Merkel. In Hanau fand eine Gedenkfeier statt, an der auch Bundespräsident Steinmeier teilnahm.

Das Bild zeigt zwei junge Menschen im Dunkeln mit Trauerkerzen in der Hand, im Hintergrund viele Kerzen. Darunter ist ein Zitat von Bundeskanzlerin Merkel zu lesen. (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Erinnerung an die Opfer: Die Morde von Hanau jähren sich zum ersten Mal.

Barrierefreie Beschreibung anzeigen

Foto: picture alliance/dpa

In ganz Deutschland haben Menschen bei Mahnwachen, Kundgebungen oder auch im digitalen Raum an die Opfer der Morde von Hanau erinnert. Am 19. Februar 2020 erschoss ein Mann in der hessischen Stadt Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Kaloyan Velkov, Vili-Viorel Paun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu. Anschließend tötete der Täter seine Mutter und dann sich selbst.

Zum ersten Jahrestag des Anschlags haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky gemeinsam in einer Gedenkfeier des Landes Hessen und der Stadt Hanau an die Opfer der Tat erinnert.

Bundespräsident appelliert an „Kraft zum Miteinander“

„Sich noch einmal dem Schmerz und der Trauer zu stellen, das ist für uns alle an diesem Tag ein schwerer Gang", erklärte Bundespräsident Steinmeier in seiner Rede. Dies gelte zuallererst für die Angehörigen, die engen Freunde der Ermordeten und die beim Attentat Verletzten – „sie alle haben Menschen verloren, die zu Ihnen gehörten, deren Gesichter und deren Art Ihnen vertraut, Teil Ihres Lebens waren“. Es bedrücke ihn zutiefst, „dass unser Staat sein Versprechen von Schutz, Sicherheit und Freiheit, das er allen gibt, die hier gemeinsam friedlich leben, gegenüber Ihren Angehörigen nicht hat einhalten können“, so der Bundespräsident in der Gedenkfeier. Er appellierte: „Lasst nicht zu, dass die böse Tat uns spaltet! Übersehen wir nicht die bösen Geister in unserer Mitte – den Hass, die Ausgrenzung, die Gleichgültigkeit. Aber lasst uns glauben an den besseren Geist unseres Landes, an unsere Kraft zum Miteinander, zum gemeinsamen Wir!“

Wegen der Corona-Pandemie konnte die offizielle Gedenkfeier nur in einem kleinen Rahmen mit rund 50 geladenen Gästen in Hanau stattfinden.

Kampf gegen den Hass

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem Video-Podcast an die Trauerfeier vor einem Jahr in Hanau erinnert. Sie werde nie die Gespräche mit den Familien der Ermordeten vergessen und ihre Verzweiflung, wie es nun ohne den geliebten Menschen weitergehen soll. „Wir alle, die wir hier in Deutschland friedlich miteinander leben wollen, stehen geeint gegen den Hass der Rassisten“, betonte die Kanzlerin.

02:45

Video-Podcast „Rassismus ist ein Gift. Der Hass ist ein Gift“

Kabinettausschuss eingesetzt

Ein unmittelbar nach dem Anschlag eingesetzter Kabinettausschuss hatte Ende November 2020 ein umfassendes Maßnahmenpaket im Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus beschlossen.

Die Bundesregierung wird in den Jahren 2021 bis 2024 insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus bereitstellen. Nach der vierten Sitzung des Kabinettausschusses wird dem Deutschen Bundestag ein abschließender Bericht zur Arbeit des Ausschusses sowie zum Stand der Umsetzung des Maßnahmenkatalogs zugeleitet.

Zusätzliche Informationen, was die Bundesregierung gegen Rechtsextremismus und Rassismus tut, finden Sie in unseren Fragen und Antworten.

Informationen zur die Initiative  #MeineStimmeGegenHass lassen sich hier finden.

Hier finden sich Informationen des Opferbeauftragten der Bundesregierung als Ansprechpartner für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland.