So unterstützt die Bundesregierung das Ehrenamt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt So unterstützt die Bundesregierung das Ehrenamt

Ehrenamt hat viele Gesichter: In Deutschland engagieren sich 31 Millionen Menschen freiwillig. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Wie die Bundesregierung bürgerschaftliches Engagement unterstützt und wo Sie sich engagieren können - ein Überblick.

Sieben Hände greifen zu einem Kreis zusammen.

Am 5. Dezember wird jährlich zum Internationalen Tag des Ehrenamts weltweit freiwilliges Engagement in der Gesellschaft geehrt.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Bundesweit engagieren sich Menschen aktiv, lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast im Sommer 2019: Sie "setzen ihre Freizeit dafür ein, für andere da zu sein. Ob in der Freiwilligen Feuerwehr oder im Sportverein, ob kranken oder älteren Menschen geholfen wird: Es gibt ein fast unendliches Spektrum von ehrenamtlicher Tätigkeit und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, einfach Danke zu sagen für alle, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen. Denn indem jemand Verantwortung für andere übernimmt, trägt er zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei".

Kampagne zum Ehrenamt

Um das Ehrenamt noch besser zu unterstützen, hat das Bundesinnenministerium im August 2019 die Informationskampagne "Pack mit an! Für dich. Für uns alle." ins Leben gerufen. Ziel ist es, für mehr Beteiligung im Ehrenamt zu werben und Lust auf ehrenamtliches Engagement zu wecken und gleichzeitig die vielen Freiwilligen zu würdigen.

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"Pack mit an!" Ehrenamt – das Rückgrat der Gesellschaft

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte zur Kampagne: "Alle ehrenamtlich und bürgerschaftlich Aktiven tragen maßgeblich dazu bei, dass soziale Integration gelingt, dass unsere Städte und Gemeinden Heimat bleiben und für neue Einwohner Heimat werden. Für das vorbildliche Engagement zum Wohle unserer gesamten Gesellschaft gebührt Ihnen unser größter Respekt und Dank. Und das soll auch die neue Kampagne zum Ausdruck bringen."

Selbst Ehrenamtlich tätig werden

Es gibt viele Möglichkeiten und Wege, sich zu beteiligen. Deutschlandweit sind Organisationen, Vereine, Initiativen und Stiftungen auf der Suche nach engagierten Menschen. Einen Überblick, wo man ehrenamtlich tätig werden kann, bietet die Ehrenamtsseite des Bundesinnenministeriums. Der Zugriff auf deutschlandweite Ehrenamt-Portale, wie beispielsweise der "Helf-O-Mat" und die vielseitigen Angebote der 16 Bundesländer, helfen dabei, das richtige Ehrenamt für sich zu finden.

Auch das Bundesfamilienministerium und seine Partner sind mit zahlreichen Initiativen direkt vor Ort aktiv. Auf der interaktiven Karte kann gezielt nach Projekten in der Nähe gesucht werden.

Bund unterstützt Engagement

Die Bundesregierung fördert ehrenamtliches Engagement mit einer Fülle von Maßnahmen, Programmen und Initiativen, darunter:

  • "Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt": Um die Zivilgesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement insbesondere in strukturschwachen und ländlichen Räumen zu stärken, wird die Bundesregierung eine Stiftung mit Sitz in Neustrelitz, Mecklenburg-Vorpommern, einrichten. Diese soll Initiativen möglichst unbürokratisch unterstützen und als Beratungsstelle und Vernetzungsort dienen. 
  • Freiwilligendienste wie der Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale und das Freiwillige Ökologische Jahr: Hier schuf die Bundesregierung in diesem Jahr die Möglichkeit für Jüngere, einen Freiwilligendienst auch in Teilzeit zu absolvieren. Vorher gab es diese Option nur für Freiwillige, die mindestens 27 Jahre alt sind.
  • Bundesprogramm " Demokratie leben": Gefördert werden Projekte, die sich für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander vor Ort einsetzen. Sie werden zu einem großen Teil von Freiwilligen getragen. Auch im Jahr 2020 ist das Bundesprogramm mit über 115 Millionen Euro ausgestattet.
  • Bundesprogramm " Zusammenarbeit durch Teilhabe": Es zielt auf die Förderung von Projekten für demokratische Teilhabe speziell in ländlichen und strukturschwachen Regionen ab. Dafür stehen derzeit zwölf Millionen Euro jährlich bereit. Die neue Förderphase ist am 1. Januar 2020 gestartet.
  • Mehrgenerationenhäuser: Mehr als 540 Häuser in ganz Deutschland unterstützt der Bund finanziell. Mehrgenerationenhäuser sind Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie fördern den Dialog, stärken die Bürgerbeteiligung und damit den Zusammenhalt der Menschen vor Ort.
  • Wertschätzung und Würdigung des Engagements: Die Bundesregierung zeichnet mit verschiedenen Preisen, wie dem Deutschen Engagementpreis, herausragendes Engagement aus.