Pressemitteilung
Neue Gesprächsreihe im Kanzleramt beleuchtet Sport aus kultureller Sicht
Berlin – Rund 150 Gäste aus Politik, Sport und Kultur haben im Bundeskanzleramt die hoch-karätig besetzte Podiumsdiskussion unter dem Titel „Mehr als 90 Minuten - Fankultur im Fußball“ verfolgt. An einem spielfreien Tag der laufenden Fußballweltmeisterschaft stand die kulturelle Dimension des Fußballs im Mittelpunkt. Ausgehend von Texten bekannter Schrift-steller wie dem Klassiker der Fußballfan-Literatur „Fever Pitch“ von Nick Hornby wurden die facettenreichen Ausprägungen der Fankultur erörtert – die Kreativität, die Rituale, aber auch die dunkle Seite, die sich in Aggression und Gewalt ausdrückt.Sport hat immer auch eine kulturelle Dimension. Er prägt die Alltagskultur und findet Eingang in die Künste, zum Beispiel in die Literatur. Das Thema Fankultur im Fußball bewegt viele Menschen – gerade jetzt während der laufenden Fußballweltmeisterschaft. Die Fankultur ist ein Phänomen, das Identität, Leidenschaft und Gemeinschaft stiftet. Sie hat ihre ganz eigenen kulturellen Ausdrucksformen entwickelt, beispielsweise bei den mit viel Kreativität und Engagement gestalteten Choreografien in den Stadien
, sagt die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein.
Moderiert von Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) diskutierten
- Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball Männer 1. FC Union Berlin
- Stina Johannes, Nationalspielerin, Torhüterin VfL Wolfsburg
- Christoph Biermann, Reporter „11Freunde“, Buchautor u.a. zur Fankultur
- Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS)
- Daniela Wurbs, Leiterin „KickIn! Beratungsstelle Inklusion im Fußball“
- Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt
Der Schauspieler Daniel Sträßer („Tatort“ Saarbrücken, ehemaliges Ensemblemitglied Wiener Burgtheater) las literarische Texte zur Fankultur und begleitete damit die Diskussion. Ausschnitte aus der Tanzperformance „non + ultras“ des Choreografen Moritz Ostruschnjak gaben dem Podium einen Rahmen.
Staatsministerin Schenderlein erklärt weiter: Fankultur greift viele gesellschaftspolitische Themen auf. Darunter: Sicherheit in den Stadien, die Rolle von Frauen sowie aktuelle politische Debatten. In den Fanszenen finden Aushandlungsprozesse statt, in ihr werden gesellschaftliche Bilder geprägt, vor allem bei jungen Menschen. Insofern ist die Fankurve durchaus ein Ort, an dem Demokratie gelernt und gelebt werden kann. Das ist besonders wichtig – gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und wachsender demokratiefeindlicher Tendenzen. Für die Fanszene gilt: Sie ist ein Spiegel der Gesellschaft – mit all ihren Stärken, aber eben auch mit ihren Schattenseiten.
Wir unterstützen die vielen Menschen im Sport, die Haltung zeigen und sich gegen antidemokratische Entwicklungen positionieren. Mit dem „Bundesprogramm gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport“, das im Bundeskanzleramt angesiedelt ist, setzen wir uns für die Stärkung der demokratischen und integrativen Kraft des Sports ein. Die Fanprojekte spielen dabei eine wichtige Rolle. Seit 2023 wurden über das Bundesprogramm rund 50 Vorhaben von Fanprojekten gefördert.
Die Abendveranstaltung bildete den Auftakt einer neuen Gesprächsreihe des Bundeskanzler-amtes, die Themen des Sports aus einer kulturellen Perspektive beleuchtet.