Vertrauen in einer unsicheren Welt

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Weltwirtschaftsforum in Davos Vertrauen in einer unsicheren Welt

„Wiederaufbau des Vertrauens“ lautete das Motto des Weltwirtschaftsforums in diesem Jahr in Davos. Für die Bundesregierung vor Ort waren neben Wirtschaftsminister und Vizekanzler Habeck auch Außenministerin Baerbock, Finanzminister Lindner und Forschungsministerin Stark-Watzinger.

4 Min. Lesedauer

Das Logo des Weltwirtschaftsforums ist auf einem Fenster am Kongresscenter in Davos zu sehen.

Vom 15. bis zum 19. Januar 2024 fand in Davos wieder das Weltwirtschaftsforum statt. Über 100 Regierungen waren vertreten – auch der ukrainische Präsident Selensky nahm teil.

Foto: picture alliance/AP Photo/Markus Schreiber

Bereits zum 54. Mal trafen sich in diesem Jahr wieder Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und internationalen Organisationen sowie Expertinnen und Experten zum Weltwirtschaftsforum in Davos. „Wiederaufbau des Vertrauens“ lautete das Motto in diesem Jahr. Auch Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck, Außenministerin Annalena Baerbock, Finanzminister Christian Lindner und Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger nahmen teil.

„Wir stehen vor drängenden globalen Herausforderungen“, hatte Wirtschaftsminister Habeck bereits vor seiner Abreise  nach Davos gesagt. Die internationale Sicherheit sei mit dem Angriff der terroristischen Hamas auf Israel weiter destabilisiert worden. Der internationale Handel werde aktuell durch die Houthi-Rebellen im Jemen bedroht und Russland setze seit nunmehr fast zwei Jahren seinen Angriffskrieg auf die Ukraine und die Zivilbevölkerung fort. Gleichzeitig bleibe der Klimawandel eine dringliche Aufgabe. „Die multiplen Krisen der Welt können wir nur gemeinsam bewältigen. Darüber müssen wir in Davos intensiv sprechen“, sagte Habeck.

Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) ist eine gemeinnützige Stiftung, die alljährlich in Davos ein Jahrestreffen ausrichtet. Bei dem Treffen diskutieren international führende Wirtschaftsexpertinnen und -experten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft und Politik über aktuelle globale Fragen. In diesem Jahr waren mehr als 100 Regierungen, alle wichtigen internationalen Organisationen, 1.000 Partnerunternehmen des Forums sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Forum angemeldet. Es fand vom 15. bis 19. Januar 2024 statt.

Baerbock: Weltgemeinschaft darf nicht nur abwarten

Wie können Staaten künftig besser zusammenarbeiten, um wieder mehr Sicherheit zu schaffen? Dies war eine der Fragen, mit der sich das Weltwirtschaftsforum in diesem Jahr befasste. Denn Krisen und Konflikte wie etwa aktuell im Nahen Osten und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellen die Welt weiterhin vor große Herausforderungen.

Am Dienstag nahm die Außenministerin an einer Live-Session zum Thema „Securing an Insecure World“ teil. Mit Blick auf den Krieg zwischen der Hamas und Israel sagte sie: „Im Moment stecken wir in einem Teufelskreis und suchen nach einer Lösung.“ Baerbock plädierte während der Session für eine Zwei-Staaten-Lösung. Laut der Außenministerin müssen beide Seiten offen sein für den Frieden. Aber auch die Staatengemeinschaft sei verpflichtet, eine Lösung für Frieden und die Region zu finden – im Interesse der ganzen Welt.

„Dabei müssen wir die Frage ins Zentrum rücken, was die Menschen wirklich brauchen“, forderte Baerbock. Schwarz-Weiß-Denken führe zu nichts. Den Menschen in Gaza müsse der Zugang zu Wasser, Nahrung und Medizin gewährleistet werden. Zudem müsse die Hamas die verbliebenen israelischen Geiseln freilassen.

Das Schlimmste, was die Weltgemeinschaft in der aktuellen Situation tun könne, ist es laut Baerbock, einfach nur abzuwarten. Denn dies führe zu einer weiteren Eskalation, so die Außenministerin.

Außenministerin Annalena Baerbock spricht während einer Live-Session in Davos.

Außenministerin Baerbock spricht während einer Live-Session über den Krieg zwischen Israel und der Hamas.

Foto: World Economic Forum/Faruk Pinjo

Unternehmensinvestitionen in der Ukraine staatlich absichern

Ebenfalls am Dienstag sprach sich Bundeswirtschaftsminister Habeck in Davos für staatliche Investitions- und Exportgarantien für die Ukraine aus. Trotz des Kriegs gebe die Bundesregierung Investitionsgarantien. Diese seien für die Firmen ähnlich wie eine Versicherung, so Habeck.

Die Garantien seien „ein ungeheuer erfolgreicher Schritt, der zeigt, dass wir daran glauben und darauf vertrauen, dass die Ukraine diese schwierige Situation erfolgreich besteht“. In Davos wolle er sich dafür einsetzen, dass auch andere Staaten dieses Instrument nutzen.

Deutschland unterstützt die Ukraine solange wie nötig. Das hat der Bundeskanzler wiederholt zugesichert. Dazu gehört auch die wirtschaftliche Unterstützung  und Zusammenarbeit.

Weltweit Wirtschaftswachstum und Klimaneutralität erreichen

Bundesfinanzminister Lindner sprach am letzten Tag des Weltwirtschaftsforums zu den globalen Wirtschaftsaussichten. Die Weltwirtschaft ist laut Lindner in einer „neuen Normalität“ angekommen; das habe das Jahr 2023 deutlich gemacht. Zu dieser neuen Normalität gehörten die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz, geopolitische Konflikte sowie die größer werdenden Unterschiede zwischen Ländern und Weltregionen.

Das Jahr 2023 habe ihm aber auch Hoffnung gemacht, dass die Veränderungen bewältigt werden könnten. Es gehe zudem darum, die globale Erwärmung weltweit gemeinsam zu begrenzen. Lindner schlug vor, mit der OECD einen Weltmarkt zu schaffen, um in neue, CO2-freie Technologien und Produktionen zu investieren. 

Für den Bundesfinanzminister sei Deutschland auf dem Weg der Transformation und nicht der kranke Mann, für den einige es hielten. Deutschland brauche Strukturreformen – und diese gehe die Bundesregierung an, zum Beispiel, um die Wirtschaft von zu viel Bürokratie zu befreien. 

Mit hohen Investitionen will die Bundesregierung die Wirtschaft stärken, damit sie wettbewerbsfähig bleibt und Deutschland seine Klimaziele erreicht. 

Bundesfinanzminister Lindner spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Laut Finanzminister Lindner (m.) ist die Weltwirtschaft 2023 in einer „neuen Normalität“ angekommen.

Foto: World Economic Forum / Boris Baldinger

Die Öffentlichkeit konnte per Livestream die mehr als 200 Sitzungen der Jahrestagung verfolgen. Darüber hinaus bot das „Open Forum“ die Möglichkeit, vor Ort an Podiumsdiskussionen teilzunehmen.