Beeinträchtigt 5G unsere Gesundheit?

Neue Mobilfunk-Generation Beeinträchtigt 5G unsere Gesundheit?

Der Mobilfunkstandard 5G ermöglicht technische Innovationen und bietet zahlreiche Vorteile für die Internetnutzung. Doch manche Menschen äußern Bedenken aufgrund möglicher gesundheitlicher Folgen durch Mobilfunkstrahlung. Die Forschung zeigt: Die geltenden Grenzwerte für die Strahlenbelastung schützen uns und unsere Umwelt.

5G-Sendemasten

Deutschland soll zum Leitmarkt für Anwendungen im Mobilfunkstandard 5G werden. Mit der 5x5G-Strategie unterstützt die Bundesregierung die Erprobung von 5G-Anwendungen in Realumgebung und initiiert so Leuchtturmprojekte. Deutschland braucht flächendeckend eine leistungsfähige Mobilfunkversorgung. 2019 sind die 5G-Frequenzvergabe und die Umsetzung des Mobilfunkgipfels zentrale Eckpfeiler: Die Mobilfunkbetreiber haben 2018 spürbare Verbesserungen bei der Versorgung in den besiedelten Gebieten versprochen. Versorgungslücken an Verkehrswegen soll durch Ausbaupflichten entgegengewirkt werden.

Foto: picture alliance / empics

Hat Mobilfunk eine gesundheitsschädigende Wirkung?

Nein – darauf deuten die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse hin. Bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts erforschen anerkannte Institute und Universitäten die gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks. Hierbei geht es um die Wirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, die bei der Funkkommunikation zum Einsatz kommen. In Deutschland legt die "Verordnung über elektromagnetische Felder" auf Grundlage des Bundes-Immissionsschutzgesetzes die Grenzwerte von Sendeanlagen fest.

Alle Expertengremien sind sich auf Basis der aktuell vorliegenden Forschungsergebnisse einig: Es gibt keine Nachweise von schädlichen Wirkungen unterhalb der geltenden Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung. Elektromagnetische Felder entwickeln lediglich eine wärmende Wirkung beim Auftreffen auf Körper und Gegenstände – allerdings in einem solch geringen Ausmaß, dass wir davon überhaupt nichts spüren. Wenn die Strahlung von Mobilfunkanlagen Personen erreicht, sind die gesetzlich festgelegten Grenzwerte meist nur zu weniger als einem Prozent der erlaubten Stärke ausgeschöpft.

Stellt die Nähe zu Mobilfunkmasten eine Gefahr dar?

Um 5G überall verfügbar zu machen, werden bestehende Funkmasten umgerüstet und neue gebaut. Ein dichteres Netz von Sendeanlagen soll die Netzabdeckung verbessern. Eine Sendeanlage in der Nachbarschaft ist kein Grund zur Beunruhigung. Für die Strahlung von Funkmasten gelten klare Grenzwerte. Sie beruhen auf Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, der deutschen Strahlenschutzkommission und des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung ist durch den Ausbau der 5G-Technologie nach aktueller Studienlage nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Bei schlechtem Empfang benötigt das Handy stärkere Funksignale, um die nächste Mobilfunkanlage zu erreichen. Ist der Sendemast in der Nähe, muss das Endgerät weniger stark funken. Ein besser ausgebautes Mobilfunknetz bedeutet also weniger Strahlenbelastung durch das Handy.

Übrigens: Wer mit dem Handy telefoniert, ist vergleichsweise stärkeren elektromagnetischen Feldern ausgesetzt als durch eine nahe gelegene Mobilfunkanlage. Wenige Zentimeter Abstand vom Körper verringern die Wirkung jedoch bereits enorm. Auch für Mobiltelefone gibt es Regeln, die die Strahlenbelastung auf ein unbedenkliches Maß beschränken.  

Sind Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen zu befürchten?

Auch die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Umwelt sind seit Jahren Gegenstand der Forschung. Bislang konnten keine erkennbaren und eindeutig auf Mobilfunk zurückzuführende Schäden für die Umwelt nachgewiesen werden. Die einzige bekannte Wirkung hochfrequenter Felder auf Organismen ist die Erwärmung. Die Strahlung von Mobilfunkmasten reicht jedoch nicht aus, um die Körpertemperatur von Lebewesen wirksam zu erhöhen.

Die Forschung hat bislang keine Gefährdung von Pflanzen durch elektromagnetische Felder nachgewiesen. Oft werden Bedenken vorgebracht, Vögel oder Fledermäuse könnten durch Mobilfunkstrahlung beeinträchtigt werden. Auch dafür existieren keine wissenschaftlich belastbaren Anzeichen. Die Studienlage zu den Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf Wildtiere und Pflanzen soll weiter ausgebaut werden.

Wer kümmert sich in Deutschland um den Strahlenschutz?

Mehrere Institutionen in Deutschland befassen sich mit dem Schutz der Bevölkerung vor Strahlung. Dazu gehört das Bundesamt für Strahlenschutz, das zum Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums gehört. Auch die deutsche Strahlenschutzkommission ist eine zentrale Größe für Strahlenschutz in Deutschland. Die Bundesregierung unterstützt Forschungsprojekte, um die Wirkungen und Risiken der Mobilfunkstrahlung weiter zu untersuchen. Mit der Mobilfunkstrategie will die Bundesregierung die Begleitforschung zu Wirkungen auf Menschen und Umwelt weiter forcieren.

Wo finde ich gesicherte Erkenntnisse über die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung und 5G?

Die Bundesregierung hat im Dezember 2020 eine Kommunikationsinitiative zum Mobilfunkausbau und zu 5G gestartet. Die Webseite "Deutschland spricht über 5G" bietet umfangreiche Informationen zum 5G-Netzausbau sowie zu den Themen Mobilfunkstrahlung und Gesundheit.