Schüler diskutieren mit der Bundesregierung

Aktionstage Nachhaltigkeit Schüler diskutieren mit der Bundesregierung

Vom 30. Mai bis 5. Juni finden die deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt. In dieser Zeit besuchen Staatssekretäre verschiedener Bundesministerien acht Berliner Schulen, um den Nachhaltigkeitsgedanken gezielt an die jüngere Generation heranzutragen.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz diskutiert mit Schülern des John-Lennon-Gymnasiums.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Wirtz warb für bewussteren Konsum.

Foto: Bundesregierung/Plambeck

Viele Menschen machen es vor und engagieren sich mit vielfältigen Initiativen für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Mit der Aktionswoche Nachhaltigkeit wird dieses Engagement öffentlich sichtbar und zeigt: Jeder kann sich beteiligen und im eigenen Umfeld zum Nachhaltigkeitsgedanken beitragen. Auch und gerade junge Menschen sind von den Weichenstellungen betroffen, die Politik und Gesellschaft heute vornehmen.

Nachhaltigkeitsdialoge mit Jugendlichen in ihren Bildungseinrichtungen sollen dazu beigetragen, Nachhaltigkeit beim eigenen Handeln zu entwickeln. Es gilt aber auch, andere zum Mitmachen und zur Eigeninitiative zu ermutigen.

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9. Juni

Nelson-Mandela-Schule in Berlin-Wilmersdorf

Zwei Nachhaltigkeitsprojekte ihrer Schule präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Nelson-Mandela-Schule gleich zu Beginn ihrer Diskussionsrunde mit Ingrid-Gabriela Hoven, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) für Globale Zukunftsaufgaben-Sektoren.
Sie hatten sich mit den Produktionsbedingungen in der Textilbranche beschäftigt und klärten ihre Mitschüler während ihres "Fashion Revolution Projects" darüber auf, wie bekannte Kleidungsmarken in Sachen faire Herstellung im Vergleich abschneiden und motivierten dazu, aus alten Kleidungsstücken neue Mode zu nähen. Auch ihre Mensa hatten sie unter die Lupe genommen, mit positiven Ergebnissen: ein Veggie-Day in der Woche, wenig Lebensmittelmüll und die Aktion "Bring your own mug!" zeigen, dass die Nachhaltigkeit schon im Alltag der Schule angekommen ist.

Die Runde von rund 25 Schülerinnen und Schülern interessierte sich besonders für eine Einschätzung zum Klimawandel und brachten dazu eine mögliche Kohlenstoffsteuer ins Gespräch. Die Abteilungsleiterin gab der Runde Recht, dass CO2 etwas kosten müsse, um die Emissionen zu senken und der Emissionshandel noch nicht so funktioniere, wie ursprünglich geplant. Die Bundesregierung setze sich unter anderem deshalb für einen weltweiten CO2-Markt ein. Sie betonte auch, dass dies aus ihrer Sicht das dringendste Thema ist.
"Der Klimawandel hat eine sehr lange Bremsspur", erklärte sie, da die heute ausgestoßenen Treibhausgase erst in rund fünfzehn Jahren wirksam würden. Während wir heute die erste Generation seien, die es schaffen könnte, Armut und Hunger bis 2030 zu beseitigen, seien wir gleichzeitig die letzte Generation, die die Chance habe, den Klimawandel einzudämmen. Schon heute stelle der Klimawandel Entwicklungserfolge in Frage. Auch deshalb werde die Bundesregierung die Klimafinanzierung bis 2020 verdoppeln und den Entwicklungsländern noch stärker beim Umbau ihrer Wirtschaft und der Anpassung an den Klimawandel unterstützen.

Den Schülerinnen und Schülern war es sehr wichtig zu erfahren, wie sie sich selbst am besten engagieren können. Ingrid-Gabriela Hoven machte ihnen Mut, auch weiterhin sich und andere zu informieren und aufzuklären. Die Bewusstseinsbildung sei der Schlüssel zu einer Verhaltensänderung. Zur Information hatten die Mitarbeiterinnen im BMZ eine Liste mit Kontakten von Netzwerken und Fonds zusammengestellt, mit denen sich die Schule vernetzen und eigene Aktionen wirkungsvoll fördern kann.

5. Juni

Ruth-Cohn-Schule in Berlin-Charlottenburg

Wie lässt sich der Nachhaltigkeitsgedanke in der Erziehung stärker verankern? Was muss sich in der Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher ändern, was im Praxisalltag? Darüber diskutierten 21 Studierende der Ruth-Cohn-Schule in Berlin-Charlottenburg mit Ingrid Fischbach, Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium.

Ingrid Fischbach, Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium während der Aktionswoche Nachhaltigkeit an der Ruth-Cohn-Schule, OSZ Sozialwesen in Berlin-Charlottenburg

Ingrid Fischbach an der Ruth-Cohn-Schule

Foto: BMG

Die Jugendlichen wollten wissen, ob es sinnvoll wäre, Nachhaltigkeit in allen Ausbildungsgängen und Schulen zu einem verpflichtenden Bestandteil der Rahmenlehrpläne zu machen. Hier verwies Frau Fischbach auf die Zuständigkeit der Bundesländer. In diesem Zusammenhang betonte sie auch die Bedeutung der Prävention  und hob hervor, dass man das Thema "Nachhaltigkeit" schon früh angehen müsse, um Familien und Arbeitswelt zu erreichen.

Aber auch Fragen aus der Praxis beschäftigten die Diskussionsrunde. So wollten die Studierenden wissen, was das Gesundheitsministerium unternehme, um ein Essen in Kindertagesstätten und Schulen in Nachhaltigkeits-Qualität sicherzustellen. Hier verwies Fischbach auf den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Inklusion, in dem die Schulverpflegung als wichtiges Thema verankert ist. In allen Bundesländern gibt es Vernetzungsstellen, die auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung in Kitas und Schulen achten.

Dass nachhaltiges Leben meist teurer wäre, haben einige Teilnehmer ebenso bemängelt wie das System der Krankenkassenbeiträge. Sie wären fast immer gleich, unabhängig davon, wie gesund oder ungesund ein Beitragszahler lebe. Die Staatssekretärin machte auf das Angebot verschiedener Krankenkassen aufmerksam, die bei gelebter Gesundheit und Nachhaltigkeit Boni anbieten.

4. Juni

Hemingway-Schule in Berlin Mitte

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 der Hemingway-Schule in Berlin Mitte trafen sich mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Rainer Sontowski.

Rainer Sontowski in der Hemingway-Schule in Berlin Mitte

Foto: Bundesregierung/Behrendt

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 der Hemingway-Schule in Berlin Mitte trafen sich mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Rainer Sontowski. 

Die Schülerinnen und Schüler diskutierten mit dem Staatssekretär ganz aktuelle Themen. Es ging ihnen um den Klimaschutz und die Einsparung von Treibhausgasemissionen, aber auch darum, wie wir Tiere vor dem Aussterben schützen können oder was die Bundesregierung für Bildung tut. 

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 der Hemingway-Schule in Berlin Mitte trafen sich mit dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Rainer Sontowski.

Foto: Bundesregierung/Behrendt

Auf die Frage: Was machen wir, wenn es kein Erdöl mehr gibt? antwortete der Staatssekretär: "Wir müssen das Erdöl künftig anders verwenden und nicht einfach verbrennen. Es ist notwendig und möglich, Erdöl durch neue Technologien und andere Materialien zu ersetzen." So seien benzinsparende Autos oder Elektrofahrzeuge der richtige Weg. 

Besonders interessierte die Schülerinnen und Schüler, was die Bundesregierung unternimmt, um den Flüchtlingen zu helfen und welche Chancen diese in Deutschland haben. Der Staatssekretär verwies darauf, dass zum Beispiel zwei deutsche Fregatten im Mittelmeer sehr viele Bootsflüchtlinge aufnehmen. Doch dies allein sei nicht die Lösung des Problems. Er erläuterte, wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen kann und wie ihnen geholfen wird. Dabei betonte er, dass es für Deutschland aufgrund der demografischen Entwicklung sehr wichtig sei, dass ausländische Fachkräfte gewonnen und ausbildet würden.

Das Bundeswirtschaftsministerium pflegt zur Hemingway-Schule bereits seit zwei Jahren einen engen Kontakt. Meist besuchen die Schüler das Ministerium. Nun war das Ministerium bei ihnen zu Gast. An der Integrierten Sekundarschule lernen Schülerinnen und Schüler aus 27 Nationen. 78 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben die deutsche Staatsangehörigkeit und 22 Prozent eine andere Nationalität. Unabhängig davon leben 87 Prozent ihre Herkunftsfamilien in anderen Ländern der Welt. 

3. Juni

Peter-Lenné-Schule in Steglitz-Zehlendorf

Der nachhaltige Schutz von Natur und Umwelt – diesem Anliegen hat sich die Peter-Lenné-Schule in Berlin Steglitz-Zehlendorf, ein Oberstufenzentrum für Natur und Umwelt und zugleich Staatliche Fachschule für Gartenbau Berlin, verschrieben. So freuten sich die rund 40 Schülerinnen und Schüler der 12. und 13. Klasse, auf die Diskussion mit Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Das Stichwort Reaktorsicherheit griffen die Jugendlichen sogleich auf: Was geschieht mit dem Atommüll, wenn die Atomkraftwerke nach und nach abgeschaltet werden? Flasbarth erläuterte, der Ausstieg aus der Kernenergie sei sozusagen "absehbar beendet". Was hingegen nicht geklärt sei, ist der Verbleib des Atommülls.

Aktionswoche Nachhaltigkeit, Peter-Lenne-Schule

Staatssekretär Flasbarth (M.) beim Besuch der Peter-Lenné-Schule

Foto: Bundesregierung/Mehlig

Ursprünglich war dafür der Standort Gorleben an der Elbe vorgesehen. Da hierfür ein wissenschaftlicher Standortvergleich gefehlt habe, hätte die Fixierung auf Gorleben jahrzehntelang zu Konflikten mit der Anti-Atom-Bewegung geführt. Die Bundesregierung hat sich daher 2013 auf eine völlig neue Standortauswahl verständigt. Es gibt sozusagen eine "weiße Landkarte" in Deutschland. Man ermittle nun in einem großen und langen Prozess mit Bürgerbeteiligung und Experten die Anforderungen an den künftigen Standort.

"Wir gehen davon aus, dass wir im Jahre 2033 im Bundestag die Entscheidung fällen werden, welcher Standort es dann ist." Ab 2050 sei vorgesehen, den Atommüll am endgültigen Standort einzulagern.

Eine weitere Frage aus der Runde drehte sich um Fracking, also mit großem hydraulischen Druck und chemischen Zusätzen Erdgas aus unterirdischem Gestein zu pressen: Wird es das auch in Deutschland geben? Der Umweltstaatssekretär verwies auf einen im Mai 2015 von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzentwurf, der jetzt in der parlamentarischen Beratung ist. Er schränke Fracking in Deutschland soweit ein, dass es "faktisch nicht stattfinden wird". Der Widerstand dagegen sei einfach zu groß. Deutschland brauche Fracking nicht, so Flasbarth. Dafür sei die Energiewende in Deutschland schon sehr weit fortgeschritten.

Angesprochen auf das Thema Nachhaltige Entwicklung sagte der Staatssekretär, dass sich hierbei in den letzten Jahren sehr viel getan hätte. Als gelungene Beispiele nannte er die deutlich verbesserte Luftqualität im Ruhrgebiet und dass man, insbesondere in den neuen Bundesländern, wieder in der Elbe baden könne. Man müsse daher zuversichtlich sein und die Chancen nutzen, etwas zu gestalten. Flasbarth: "Ich glaube, dass wir die Dinge lösen können."

2. Juni

John-Lennon-Gymnasium in Mitte

Nachhaltigkeit – so sperrig der Begriff, so breit die Diskussion, wenn es darum geht, diesen Ansatz in der Politik umzusetzen. Auch die Schülerinnen und Schüler des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin-Mitte sprachen in ihrem Nachhaltigkeitsdialog unterschiedlichste Themen an. Ihre Gesprächspartnerin: Christiane Wirtz, stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung.

"Was bringt uns als Verbrauchern TTIP?", interessierte die Jugendlichen. Wirtz verwies auf den scharfen internationalen Wettbewerb, in dem die Europäische Union steht. Das Ziel von TTIP sei es, den Handel und die europäische Position darin zu stärken. "Mehr Handel bedeutet mehr Aufträge für deutsche Unternehmen, wovon der Arbeitsmarkt profitiert. Für eure Eltern ist das ein wichtiges Thema".

Niedrigere Zölle und weniger Bürokratie, senkten die Kosten, so die Sprecherin. Geringere Kosten ermöglichen niedrigere Preise. Auch das ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher von Vorteil. Die Standards des Umwelt- und Verbraucherschutzes seien Teil des EU-Verhandlungsmandats, versicherte Wirtz. 

Ein weiteres Diskussionsthema war die Massentierhaltung. Klar sei es Aufgabe der Politik, hier den weiteren Rahmen zu setzen – es gebe Handlungsbedarf, so Wirtz. Deshalb habe Landwirtschaftsminister Christian Schmidt im Herbst 2014 die Initiative "Tierwohl" gestartet. Diese soll insbesondere für Nutztiere die Haltungsbedingungen verbessern. Ein Team unterschiedlichster Experten berät die Bundesregierung dabei. Außerdem fördert die Bundesregierung zahlreiche Forschungsvorhaben dazu.

"Aber, ich glaube, wir als Verbraucher haben bei diesem Thema einen entscheidenden Schlüssel auch selbst in der Hand: Was esse ich? Muss es jeden Tag Fleisch sein?", sagte Wirtz und warb für einen bewussteren Konsum, der die Nachfrage nach Produkten nicht begünstigt, deren Produktionsbedingungen man selbst für kritisch erachtet.

Auch der dynamische Wohnungsmarkt in Berlin beschäftigte die Runde. So manchem Diskussionsteilnehmer war die zum 1. Juni eingeführte "Mietpreisbremse" nicht streng genug. Die Sprecherin äußerte Verständnis für die Probleme junger Leute bei der Suche nach bezahlbaren Wohnraum. Sie warb aber auch dafür, die anderen Perspektiven zu sehen: "Politik muss die verschiedenen Interessen in einer Gesellschaft gleichermaßen berücksichtigen."

Dathe-Gymnasium in Friedrichshain-Kreuzberg

Eine sehr engagierte Diskussion erlebte Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Die Schülerinnen und Schüler des Dathe-Gymnasiums in Friedrichshain-Kreuzberg hatten viele Fragen zu den Bereichen Verbraucherschutz und Handel. 

Aktionswoche Nachhaltigkeit

Foto: Bundesregierung/Herrmann

Angesprochen auf die Verhandlungen zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) erläuterte Billen die deutsche Position und versuchte Befürchtungen zu entkräften. "Für die Verbraucher in Deutschland ist TTIP nicht per se gut oder schlecht," so der Staatsekretär. Manche amerikanischen Standards, zum Beispiel bei Medizinprodukten, seien sogar besser. Es müsse einen Ausgleich zwischen europäischen und amerikanischen Interessen geben. "Wir werden uns nicht mit allem durchsetzen," stellte Billen klar. "Ängste nehmen wir natürlich ernst." Unter dem Strich wäre es aber eine vertane Chance, sollte TTIP scheitern.

Goethe-Oberschule in Lichterfelde

Selbst organisiert von der Moderation bis zur Tontechnik: Die Schülerinnen und Schüler der Goethe-Oberschule in Lichterfelde hatten ihre Diskussionsrunde in der Aula der Schule gut vorbereitet. Zehn von ihnen saßen auf dem Podium und befragten Ulrich Kelber, den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Staatssekretär Kelber diskutiert an der Goethe-Oberschule.

Foto: BMJV/Habig

Eine Bewertung des Biosprits E10 interessierte die Jugendlichen ebenso wie der Umgang mit Massentierhaltung und die neue EU-Richtlinie, die den Verbrauch von Plastiktüten senken soll. Immer wieder kamen auch internationale Themen zur Sprache, etwa TTIP, die Futtermittelproduktion in Brasilien, die ökologischen Probleme der Landwirtschaft in Spanien oder das neue französische Gesetz, das dem dortigen Handel verbietet, Lebensmittel wegzuwerfen.

Auch die Frage, wie man der "geiz ist geil"-Mentalität beim Einkauf begegnen könne kam mehrfach zur Sprache. Ein neues Qualitätsbewusstsein brauche es, so Ulrich Kelber und verwies darauf, dass gerade die verschiedenen Lebensmittel- und Textilsiegel Orientierung geben könnten. Für Informationen darüber riet er, das Angebot der Bundesregierung unter www.siegelklarheit.de zu Rate zu ziehen, einem Qualitäts-Check für Siegel.

1. Juni

Humboldt-Gymnasium in Berlin-Tegel

Aktionswoche Nachhaltigkeit: Das Bild zeigt Schüler des Humboldt-Gymnasiums Tegel, im Gespräch mit dem Beauftragten für Globalisierung, Energie- und Klimapolitik im Auswärtigen Amt, Peter Fischer.

Foto: Florian Wolff

Von Klimaschutz, über Wirtschaft bis hin zur Sicherung von Arbeitsplätzen: Peter Fischer, der Beauftragte für Globalisierung, Energie- und Klimapolitik im Auswärtigen Amt, diskutierte mit einer Schülergruppe im Humboldt-Gymnasium in Berlin-Tegel globale Zusammenhänge unserer Zeit.

Im Gespräch wollten die Schüler vor allem wissen, welche Chancen das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, noch gesehen werden und ob Klimagipfel überhaupt zur Lösung des Problems beitragen könnten. Peter Fischer erläuterte die Schwierigkeiten bei der Verhandlung konkreter Maßnahmen und verwies auf die Klimakonferenz in Paris im Herbst. Ziel sei es, dass sich möglichst alle Staaten in einem neuen Abkommen dazu bekennen, den Kohlendioxidausstoß zu reduzieren. Umgesetzt werden müsste dieses dann in den einzelnen Ländern durch konkrete Maßnahmen. Nur wenn alle mitmachten, sei das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen. 

Die Jugendlichen äußerten ihre Sorge, dass mit dem Wandel in der Energieversorgung bestimmte Arbeitsplätze wegfallen könnten. Hier betonte Peter Fischer, die Bundesregierung setze sich dafür ein, dass der notwendige Strukturwandel sozial verträglich gestaltet werde. Der Umbau der Energieversorgung sei notwendig und das weltweit. Wenn Deutschland stärker auf erneuerbare Energien setze bedeute das einen nachhaltigen Schutz der Umwelt. Dieser müsse aber mit entsprechenden Maßnahmen zur sozialen Absicherung einhergehen. 

Das Bild zeigt Schüler des Humboldt-Gymnasiums Tegel, im Gespräch mit dem Beauftragten für Globalisierung, Energie- und Klimapolitik im Auswärtigen Amt, Peter Fischer.

Die Berliner Gymnasiasten sind gut vorbereitet.

Foto: Bundesregierung/Behrendt


Zum Schluss wollten die Schülerinnen und Schüler noch wissen, wie Peter Fischer selbst zum Klimaschutz beiträgt. Er beantwortete die Frage so: "Ich mache dazu nichts Außergewöhnliches, aber ich versuche ganz bewusst Energie zu sparen. Zum Beispiel immer das Licht auszumachen, den Akku vom Netz zu nehmen und, wenn es geht, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen."

Jeder kann etwas zum Klimaschutz tun, davon sind auch die Schüler überzeugt und sie engagieren sich dafür: In diesem Jahr haben sie bereits beim Wettbewerb Energieeffizienz in der Schule "Energie geladen" des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft gewonnen. Für das Gütesiegel "Berliner Klima Schule 2014" haben sie sich ebenfalls mit guten Aussichten beworben.

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