Wachstum, das allen nutzt

Nachhaltige Wirtschaft und gute Arbeit Wachstum, das allen nutzt

Gesunde Unternehmen, gute und sichere Arbeitsplätze, auskömmliche Löhne, ein leistungsfähiger Sozialstaat und der sparsame Umgang mit natürlichen Ressourcen – das sind Kennzeichen eines nachhaltigen Wachstums. Die Bundesregierung hat deshalb die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe im Blick, achtet aber genauso auf sozialen Ausgleich und die Teilhabe aller.

Zwei Beschäftigte in einer Werkshalle

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt weiter an - und damit die Zahl der Menschen, die an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben

Foto: picture alliance / dpa

"Ich hätte mir vor zwei Jahren nicht träumen lassen, dass ich irgendwann mal hier sitze", erzählt Ursula Unger. Nach sechs Jahren Arbeitslosigkeit und über 600 Bewerbungen hatte die 51-Jährige "irgendwann auch keine Lust mehr". Heute leitet sie den Service der Radstation Köln, hat selbst eine ganze Reihe von Mitarbeitern.

Unger ist ein Beispiel für die Chancen, die heute auf dem Arbeitsmarkt durch neue Möglichkeiten in der Jobvermittlung bestehen. Mit dem Teilhabechancengesetz hat die Bundesregierung Instrumente zur Verfügung gestellt, die speziell Menschen helfen, die schon lange ohne Arbeit sind. Sie bieten beispielsweise Lohnkostenzuschüsse für Unternehmen, aber auch eine individuelle und intensive Unterstützung von Langzeitarbeitslosen.

Das Teilhabechancengesetz wirkt

Anfang 2020 zog Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine erste Bilanz. Seine Botschaft: Das Teilhabechancengesetz wirkt. Rund 42.000 Menschen haben durch die neuen Instrumente den Sprung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geschafft – darunter 34.000 Personen, die länger als sechs Jahre arbeitslos waren.

Das Teilhabechancengesetz ist ein Beispiel dafür, wie die Bundesregierung das Wirtschaftswachstum nachhaltig gestalten und nutzen möchte. Denn: Beschäftigung ist das wirksamste Mittel zur Vermeidung von Armut und wachsender Ungleichheit – zwei der insgesamt 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030.

Mit der Agenda 2030 haben sich die Vereinten Nationen 17 Ziele für eine weltweit nachhaltige Entwicklung gegeben – die sogenannten "Sustainable Development Goals" (SDGs). Für die Bundesregierung ist die Umsetzung der Agenda 2030 Maßstab ihres Regierungshandelns – konkretisiert durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Erfahren Sie mehr zu den 17 Zielen unter der Seite " Die Glorreichen 17".

Mehr Menschen erwerben Leistungsansprüche in der Sozialversicherung

Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum ist die gute Verfassung des Wirtschaftsstandorts Deutschlands. Besonders erfreulich ist, dass viele Menschen an dieser guten Entwicklung teilhaben: Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland um mehr als sechs Millionen Menschen angewachsen. Heute zahlen rund 34 Millionen Menschen mit ihrer Beschäftigung in die sozialen Sicherungssysteme ein. Gleichzeitig erwerben sie damit auch Leistungsansprüche, etwa in der Kranken-, Renten oder Pflegeversicherung.

Hinzu kommt: Noch nie seit der Wiedervereinigung gingen in Deutschland so viele Menschen einer Erwerbstätigkeit nach – derzeit sind es über 45 Millionen. Zugleich liegt die Arbeitslosenquote weiterhin auf dem sehr niedrigen Niveau von aktuell 5,3 Prozent.

Das SDG 8 zielt auf die Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums, einer produktiven Vollbeschäftigung sowie menschenwürdiger Arbeit für alle. Es ist eng verbunden mit anderen Nachhaltigkeitszielen – etwa der Bekämpfung von Armut und der Reduzierung von Ungleichheiten. 

Die Bundesregierung möchte durch vielfältige Maßnahmen dafür sorgen, dass die Beschäftigungssituation auch künftig gut bleibt, die Menschen von guter Arbeit und einem auskömmlichen Lohn profitieren.

Qualifizieren für den digitalen Wandel

Angesichts der tiefgreifenden Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung möchte die Bundesregierung dafür sorgen, "dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von heute auch die Arbeit von morgen machen können", so Bundesarbeitsminister Heil. Dieses Ziel verfolgt das Qualifizierungschancengesetz, mit dem die Bundesregierung die Beschäftigten dabei unterstützt, ihre Kompetenzen zu erweitern und sich durch Weiterbildung für den Wandel zu wappnen.

Der Mindestlohn gilt und steigt

Vor allem im Bereich des Niedriglohnsektors spielt die Einführung und regelmäßige Anpassung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes eine wichtige Rolle. Seit Jahresbeginn 2020 liegt er bei 9,35 Euro pro Stunde. Eine unabhängige Kommission passt den Mindestlohn regelmäßig an.

In vielen Branchen existieren zudem eigene Mindestlöhne, die über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Dies gilt beispielsweise im Pflegebereich, wo seit Jahresbeginn mindestens 10,85 Euro (neue Bundesländer) oder 11,35 Euro pro Stunde bezahlt werden müssen. Im Elektrohandwerk liegt der Mindestlohn derzeit bei 11,90 Euro, im Maler- und Lackiererhandwerk erhalten ungelernte Arbeiter mindestens 10,85 Euro. 

Eine Übersicht über alle Branchenmindestlöhne bietet der Zoll.

Arbeitszeit, die zum Leben passt

Um insbesondere die Einkommenssituation von Frauen zu verbessern, hat die Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf zeitlich begrenzte Teilzeit eingeführt, die sogenannte "Brückenteilzeit". Sie soll vor den Weg in die "Teilzeitfalle" schützen. Wurde bislang der bestehende Anspruch auf Teilzeitarbeit genutzt, war dies stets mit dem Risiko verbunden, dauerhaft bei der reduzierten Arbeitszeit verbleiben zu müssen. Seit dem 1. Januar 2019 gilt: Nach einer zuvor vereinbarten Teilzeitphase haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, zu ihrer vorherigen Arbeitszeit zurückzukehren. 

Deutschlands Wirtschaft ist solide aufgestellt – mit vielfältigen Maßnahmen lässt die Bundesregierung möglichst viele Menschen an dieser Stärke teilhaben und gestaltet den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Deutschland nachhaltig.

Neben der Arbeitsmarktpolitik können sich die Menschen in Deutschland auf einen leistungsfähigen Sozialstaat verlassen. Die Leistungen der sozialen Sicherung reichen vom Kindergeld über die Rente bis hin zur Grundsicherung. Die Bundesregierung passt diese Leistungen neuen Entwicklungen an und bietet so Verlässlichkeit im Wandel.

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