Deutsche Digitale Bibliothek

Kultur und Wissen online

In Sammlungen von Museen stöbern, Forschungsbeiträge lesen oder historische Musikaufnahmen hören: Über das Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek können Nutzerinnen und Nutzer das ganz bequem am Rechner erledigen. Jetzt hat die digitale Bibliothek ihren Regelbetrieb aufgenommen.

In der Universitätsbibliothek in Leipzig schaut sich am Donnerstag (08.05.2008) die Studentin Mareike Sieg aus Bremen eine digitalisierte Seite des Codex Sinaiticus (313) im Internet an.

Eine Chance für alle: Kulturerbe online

Foto: picture-alliance/ dpa

Kulturstaatsministerin Monika Grütters gab heute in Berlin den Startschuss für den regulären Betrieb der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB). "Via Internet können nun auch diejenigen angesprochen werden, die Museen, Bibliotheken, Konzertsäle und andere Kultureinrichtungen eher selten oder gar nicht besuchen", freute sich Grütters. "Hier denke ich besonders an die Kinder und Jugendlichen, die schon im Netz zuhause sind", erklärte die Kulturstaatministerin.

Tatsächlich bietet die DDB für jeden etwas: Schülerinnen und Schüler finden hier Informationen für den Unterricht, Touristen erhalten Hinweise auf das kulturelle Angebot in einer Stadt oder Region, Wissenschaftler oder Journalisten wichtige Grundlagen für Forschungsbeiträge und Artikel. Inhalte, die den Nutzerinnen und Nutzern der DDB kostenfrei zur Verfügung stehen.

Umfangreiches Angebot geplant

Langfristig sollen in der DDB die Bestände von bis zu 30.000 Bibliotheken, Archiven, Museen, Mediatheken und wissenschaftlichen Instituten miteinander verknüpft werden.

Attraktiv ist das Angebot schon jetzt: Bereits 2.100 Einrichtungen und über 8 Millionen Objekte sind registriert. Per Mausklick können Nutzerinnen und Nutzer sie miteinander verbinden: zum Beispiel das virtuelle Bild eines Gemäldes in einem Museum mit Vorstudien des Werkes in einer anderen Sammlung und der Biographie des Malers in einer gedruckten Monographie.

Ermöglicht wird das durch die "semantische" Suche in Texten und in multimedialen Inhalten. Durch so genannte "Facetten" ist es Nutzerinnen und Nutzern außerdem möglich, die Suche zu präzisieren und Suchergebnisse einzuschränken.

Portal in öffentlicher Verantwortung

Die DDB ist das zentrale nationale Zugangsportal für Kultur und Wissenschaft. Sie sei eine "öffentliche, staatliche Antwort auf privatwirtschaftliche Aktivitäten", erklärte Grütters in Berlin.

Die Kulturstaatsministerin warnte in diesem Zusammenhang vor privaten Datenmonopolen. Sie könnten zu "Deutungsmonopolen" werden, die eine freiheitliche Gesellschaft nicht akzeptieren könne. Bei der DDB stünden nicht Klickzahlen sondern Inhalte im Zentrum, so Grütters. Und das Bemühen, "auch im Netz eine Tür zum digitalen Wissen über unsere Kunst– und Kulturschätze aufzustoßen – wo auch immer auf der Welt."

Deutscher Beitrag zu "Europeana"

Die DDB ist gleichzeitig Deutschlands Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek. Die "Europeana" bündelt das wissenschaftliche und kulturelle Erbe aller Mitgliedsstaaten der EU und macht es weltweit zugänglich. Trägerin der "Europeana" ist die EU-Kommission.

Die Bundesregierung hat die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek Ende 2009 beschlossen. Zuvor hatten Länder und Gemeinden dem Projekt zugestimmt. 2012 wurde die Beta-Version der DDB in Betrieb genommen.
Finanziert wird die DDB von Bund und Ländern. Bis 2013 stellten sie rund 24 Millionen Euro für Aufbau und Betrieb des DDB-Portals zur Verfügung, davon trug der Bund knapp 19 Millionen Euro.