Für eine vertiefte Zusammenarbeit der EU mit dem Westbalkan

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Berlin Prozess-Gipfel in Montenegro
Für eine vertiefte Zusammenarbeit der EU mit dem Westbalkan

Bundeskanzler Merz ist nach Montenegro gereist, um am jährlichen Gipfeltreffen des Berlin Prozesses teilzunehmen. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von EU- und Westbalkanstaaten berät er über den Ausbau wirtschaftlicher und politischer Beziehungen.

Die Flaggen von Montenegro und der Europäischen Union wehen.

Für die Bundesregierung ist klar, Westbalkanstaaten wie Montenegro auf dem Weg in die EU zu unterstützen.

Foto: picture alliance/Zoonar

Beim dreizehnten Gipfeltreffen des Berlin Prozesses kommen die Partnerländer erstmals in Montenegro zusammen. Als Schirmherr des Gipfels 2026 lädt das Gastgeberland zum multilateralen Austausch nach Sveti Stefan ein. Neben den Ländern des Westbalkans sind auch weitere Mitgliedsstaaten und Institutionen der EU vertreten. Unter dem Motto „Region in Motion – Owning the Change“ legt der Vorsitz den Schwerpunkt auf Kooperationen im wirtschafts- und sicherheitspolitischen Bereich. 

Mit seiner Teilnahme am diesjährigen Gipfel des Berlin Prozesses setzt Bundeskanzler Friedrich Merz ein klares Zeichen deutscher Unterstützung für die Westbalkanstaaten. Im EU-Beitrittsprozess dieser Länder kommt Deutschland eine tragende Rolle zu. Die Botschaft der Bundesregierung ist klar: Als wichtiger europäischer Partner gehen wir mit euch Seite an Seite auf dem Weg in die EU.

Die Region des Westbalkans in Südosteuropa umfasst die sechs Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs Staaten haben den sogenannten „Kandidatenstatus“ im Beitrittsprozess der EU inne.

Westbalkan gehört zur europäischen Familie

„Den Beitritt der Westbalkanstaaten müssen wir vorantreiben“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz im Juli zum Beginn der irischen EU-Ratspräsidentschaft in Dublin. Die EU müsse ihr Erweiterungsversprechen einlösen und erfolgreichen Kandidatenländern zeigen, dass sie es mit deren Aufnahme ernst meint. 

Dies sei nicht nur im Sinne der Westbalkanstaaten – vielmehr läge deren Integration im strategischen Interesse Europas. Eine schrittweise Einbindung in europäische Strukturen stärke die Stabilität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auf dem gesamten Kontinent. Für die Bundesregierung hat die EU-Erweiterung daher oberste Priorität. 

Positives Momentum nutzen

Ein zentrales Anliegen des Kanzlers ist die Beschleunigung langwieriger Verfahren. Im Beitrittsprozess tritt er für ein reformiertes Vorgehen ein, das weniger bürokratisch, aber transparent und leistungsorientiert ist. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ergriff Merz im Juni 2026 die Initiative zur Dynamisierung des Beitrittsprozesses.  

Auch die europäische Kommission hat jüngst in ihrer Pre Accession Policy Review Vorschläge zur beschleunigten Aufnahme neuer Mitglieder gemacht. Aus Sicht der Bundesregierung muss dieses positive Momentum nun genutzt werden, um ein deutliches Signal für eine gelingende EU-Erweiterung zu senden. 

Der Berlin Prozess

Der sogenannte „Berlin Prozess“ geht auf eine deutsche Initiative aus dem Jahr 2014 zurück. Seither findet ein jährlicher Gipfel unter wechselndem Vorsitz statt, begleitet von diversen Ministertreffen und Nebenveranstaltungen rund um das Jahr. Das Format zielt darauf ab, die regionale Kooperation zwischen den Ländern des Westbalkans zu vertiefen. Daneben ist der Gipfel vor allem ein Forum der Unterstützung im politischen und wirtschaftlichen Annäherungsprozess dieser Staaten an die Europäische Union. 

Zu den Mitgliedern des Forums zählen – über Deutschland und die Westbalkanstaaten hinaus – auch Frankreich, Italien, Polen, Österreich, Griechenland, Kroatien, Slowenien, Bulgarien und das Vereinigte Königreich Großbritannien. Die Vertreterinnen und Vertreter der EU-Institutionen gehören ebenfalls zum festen Teilnehmerkreis.