Merkel trifft Lehrkräfte

Integration an Schulen stärken

Integration und Wertevermittlung an den Schulen weiter ausbauen, Gewalt und Diskriminierung verhindern: Das waren Themen eines Austauschs von Bundeskanzlerin Merkel mit 50 Lehrerinnen und Lehrern im Kanzleramt. Im Vordergrund stand die Frage, wie die Lehrkräfte die aktuellen Herausforderungen meistern können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern.

Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet waren ins Kanzleramt eingeladen.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

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Kanzlerin Merkel empfängt Lehrkräfte im Kanzleramt

Es ist Alltag für viele Lehrkräfte in Deutschland: Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern und Kulturen, manche mit nur wenigen Deutschkenntnissen. Eltern, die mitunter nur geringes Interesse an einer Zusammenarbeit haben. Und Rahmenbedingungen wie große Klassen, die einen guten Unterricht zu einer wirklichen Herausforderung machen. Hinzu kommen weitere Probleme wie der aktuelle Lehrermangel.

Klartext im Kanzleramt

Über diese Themen Klartext zu reden, war Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit den Lehrerinnen und Lehrern im Kanzleramt besonders wichtig. "Klartext" hieß auch die ZDF-Sendung vor etwa einem Jahr, in der die Kanzlerin auf die Frage einer Leiterin einer Grundschule in Frankfurt/Main angekündigt hatte, 50 Lehrkräfte zu einem Brainstorming zum Thema schulische Integration einzuladen.

Austausch über Best-Practice-Methoden

Zu Beginn des Gesprächs betonte Merkel, dass es wichtig sei, die Herausforderungen in den Schulen nicht "unter den Teppich zu kehren, sondern sie so zu beschreiben, wie sie sind". Es gelte auch voneinander zu lernen und sich über Best-Practice-Methoden auszutauschen.

Zugleich müsse auch oft etwas an den Rahmenbedingungen geändert werden. "Wenn die Klassen nämlich zu groß und die Zahl der Lehrer zu gering ist, dann lassen sich Probleme auch schwerer lösen, als wenn man die entsprechenden personellen Möglichkeiten oder auch die schulischen Möglichkeiten hat", so die Kanzlerin.

Mitwirkung der Eltern von großer Bedeutung

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit der Frankfurter Grundschuldirektorin Ingrid König.

Kanzlerin Merkel und die Frankfurter Schuldirektorin Ingrid König.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Merkel ging zugleich auf die Rolle der Schüler und der Eltern ein. Voraussetzung für den Erfolg in der Schule sei natürlich auch, dass "derjenige Schüler oder diejenige Schülerin mitmachen möchte". Auch sei der Zugang von Lehrerinnen und Lehrern zu Eltern darauf angewiesen, dass "Eltern auch Interesse zeigen. Es geht um die Frage, wie man da die entsprechenden Verbindungen aufbauen kann", betonte Merkel.

Probleme gemeinsam lösen

Die Kanzlerin machte deutlich, dass die Herausforderungen an den Schulen niemand alleine lösen könne. Bei allen festgelegten Zuständigkeiten: Jeder werde mit den Problemen der Menschen konfrontiert - ob auf Bundes- oder Landesebene. "Da können wir jetzt nicht sagen: Passt einmal auf, dafür sind wir leider nicht zuständig", so Merkel. Es gelte, es eben "nicht gegeneinander zu machen, sondern miteinander".

Gespräch mit Bundes- und Landesvertretern

Die Kanzlerin hatte zu dem Gespräch Lehrerinnen und Lehrer aus Schulen in Berlin und Hessen eingeladen, die sowohl vor besonderen Aufgaben stehen als auch mit gezielten Konzepten das Thema schulische Integration angegangen sind. Seitens der Bundesregierung nahmen neben der Kanzlerin Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und die Integrationsbeauftragte, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, teil. Von Länderseite waren die Berliner Schulsenatorin Sandra Scheeres, der hessische Kultusminister Ralph Alexander Lorz und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter, dabei.

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