Hightech-Strategie - Künstliche Intelligenz

Wenn der Rechner selbstständig lernt

Ein Roboter assistiert der Chirurgin bei einer Hirn-Operation - Künstliche Intelligenz (KI) soll ein solches Szenario in Zukunft möglich machen. Die Bundesregierung fördert den Einsatz von KI im Rahmen der Hightech-Strategie 2025. Auch Behördengänge der Bürgerinnen und Bürger sollen durch KI in Zukunft deutlich vereinfacht werden. 

Künstliche Intelligenzt beim Deutsche Welle Global Media Forum SHIFTING POWERS

Roboter mit Künstlicher Intelligenz sollen in Zukunft dem Menschen den Alltag erleichtern.

Foto: imago images / Sven Simon

Künstliche Intelligenz (KI) und Lernende Systeme können das Leben vieler Menschen verbessern, wenn sie richtig eingesetzt werden. Damit das gelingt, müssen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam offene Fragen diskutieren sowie Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts ergründen. Die Förderung von KI ist eine von zwölf Missionen der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung.

KI gezielt zur Problemlösung einsetzen

KI ist ein anderer Begriff für maschinelles Lernen. Doch was KI konkret bedeutet, darüber sind sich Forscherinnen und Forscher nicht einig. Eine wissenschaftliche Strömung geht von einer "starken" KI aus. Diese Forscher meinen, diese Systeme hätten gleiche intellektuelle Fertigkeiten wie der Mensch, oder können ihn sogar übertreffen.

Die "schwache" KI richtet das Augenmerk eher auf die Lösung konkreter Probleme. Dabei werden Methoden aus der Mathematik und Informatik verwendet, damit sich Systeme selbst optimieren können.

Die Bundesregierung folgt einem pragmatischen Ansatz. KI soll nicht als Selbstzweck gefördert werden. Es gilt, sie gezielt dort einzusetzen, wo Probleme gelöst werden können.

"Künstliche Intelligenz in die Anwendung bringen" ist eine von zwölf Missionen der Hightech-Strategie 2025. Als Leitfaden für die Zukunft bündelt die HTS Forschung und Innovationen mit dem Ziel, Wohlstand, eine nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Deutschland zu mehren.

Eine Technologie für alle

Als Schlüsseltechnologie betrifft KI jeden Einzelnen. Es ist daher wichtig, für eine breite Akzeptanz dieser Technik zu sorgen. Vor allem ist ein gesellschaftlicher Dialog über Chancen und Risiken dieser neuen Entwicklung notwendig. Bürgerinnen und Bürger sind einzubeziehen, um Deutschland und Europa zu einem weltweit führenden KI-Standort zu machen.

"Bei KI in allen Bereichen in die Weltspitze zu kommen" - dieses Ziel hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bei einer Zwischenbilanz zur Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung gesetzt. "Die kontinuierliche Stärkung der KI-Forschung ist Grundlage für eine erfolgreiche Gesamtentwicklung in Deutschland."

Die Wissenschaft soll gefördert werden. Dazu startete beispielsweise im vergangenen Jahr ein gemeinsames Programm mit der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, um international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Deutschland zu holen.

Vom Experiment zum Produkt

Nach wie vor befindet sich KI im Übergangsstadium von der experimentellen Erarbeitung zur kommerziellen Anwendung. Klimawandel, Mobilität, Nachhaltigkeit und Gesundheitsversorgung können durch diese Technologie noch deutlich vorangebracht werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unterstrich, wie wichtig es sei, Wissenschaft zu Wirtschaft zu transferieren.

Einige Entwicklungen der KI-Systeme sind bereits auf dem Weg, den Alltag von vielen Menschen zu erleichtern. Ein Beispiel: "Govii" – der Behördenbot. Er soll Bürgern künftig die Kommunikation zu staatlichen Stellen erleichtern. Eine Wohnung anzumelden oder eine Gewerbeerlaubnis zu beantragen, mit diesen Anliegen könnte man sich direkt an den Behördenroboter wenden.

Weitere Beispiele für KI-Forschungsprojekte: 
- ALICE - Der intelligente Windpark
- HoloMed - KI unterstützt bei Hirn-OP
- Mit KI-Chips Herzrhythmusstörungen erkennen
- Arten schützen mit Künstlicher Intelligenz

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