Helfer sind zentrale Stütze

Studie zur Flüchtlingshilfe Helfer sind zentrale Stütze

Viele der seit 2015 entstandenen Flüchtlingsinitiativen organisieren sich immer besser, die Helfer sind unverändert motiviert: So das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gerade nach den Gewalttaten in Deutschland seien die engagierten Freiwilligen in den Kommunen eine zentrale Stütze der Gesellschaft.

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Studie: Helfer möchten die Willkommenskultur stärken und ein Zeichen setzen.

Foto: Maria Feck

Die wachsende Zahl an Geflüchteten stellt Deutschland vor eine große Aufgabe. Das starke Engagement von freiwilligen Helfern ist unerlässlich für die Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft. Laut der Studie sind die Ehrenamtlichen weiterhin hoch motiviert.

Initiativen fester Bestandteil der Gesellschaft

Seit 2015 sind viele Initiativen gegründet worden, die sich immer mehr in der Gesellschaft verankern. "Es haben sich in der Zwischenzeit Vereine gegründet. Das ist wichtig, damit das Engagement langfristig wirkt", betont Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Des Weiteren wird durch die Studie deutlich, dass viele Initiativen in Deutschland nicht nur als Hilfe für Flüchtlinge entstanden sind. Sie möchten zugleich die Willkommenskultur stärken und ein Zeichen setzen.

Die Bertelsmann Stiftung hat die Studie "Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen" in Auftrag gegeben. Durchgeführt hat sie das Berliner Institut für empirische Integrations-und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität. Dabei sind in 17 Kommunen deutschlandweit 25 qualitative Interviews geführt sowie ein Workshop mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Koordinatoren umgesetzt worden. Die Erhebung fand zwischen Januar und März 2016 statt.

Engagement hat politische Wirkung

Die Leiterin des Bereichs "Zukunft der Zivilgesellschaft" bei der Bertelsmann Stiftung, Bettina Windau, sagt, dass gerade nach den schrecklichen Gewalttaten in Deutschland die engagierten Freiwilligen eine zentrale Stütze seien. Durch ihre Arbeit würde in den Kommunen eine positive Stimmung gegenüber Flüchtlingen erhalten. "Diese Dimension des Engagements hat politische Wirkung gegen rechte Stimmungsmache", so Windau. Die Gruppen und Vereine würden dadurch den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken.

Bundesregierung unterstützt Kommunen

Gleichzeitig brauchen die Freiwilligen die Unterstützung von hauptamtlichen Mitarbeitern in den Kommunen. "Das vielfältige Engagement ist und bleibt zentral für die Integration der geflüchteten Menschen", betont Windau. Für insgesamt drei Jahre übernimmt der Bund die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen. Das entlastet Städte und Gemeinden allein 2016 um 400 Millionen Euro.

Der Bundeshaushalt 2017 enthält bereits knapp 19 Milliarden Euro für asyl- und flüchtlingsbedingte Leistungen sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

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