„20 Jahre Girls´Day sind eine Erfolgsgeschichte“

Virtueller Auftakt mit der Kanzlerin „20 Jahre Girls´Day sind eine Erfolgsgeschichte“

Astronautin, Chemikantin oder Software-Designerin: Schülerinnen aus Berlin konnten in spannende Berufe hineinschnuppern. Und von ihren Erfahrungen direkt der Kanzlerin berichten. Beim virtuellen Auftakt zum Girls´Day rief Merkel junge Frauen dazu auf, die Chancen der technischen und wissenschaftlichen Berufe zu nutzen.

Kanzlerin Merkel ist im Kanzleramt per Videoschalte im Gespräch mit Schülerinnen im Rahmen des Girls Day 2021.

Knapp 20 Schülerinnen kamen beim Auftakt des Girls´Day in einer Videoschalte mit Kanzlerin Merkel ins Gespräch.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Selbst ins All fliegen Selma, Zoé und Lilly zwar nicht. Im Gegensatz zu ihrem Gerät, das die Berliner Schülerinnen für den Einsatz auf der Raumstation ISS ertüftelt haben. Ob Weltraum-Kompass oder Fitness-Coach – die Berliner Schülerinnen entwickelten eine Konstruktion für Experimente im All. Gemeinsam mit der Astronautin Carmen Köhler.

An diesem Mittwochnachmittag können die drei Mädchen stolz ihr Ergebnis präsentieren. Und zwar der Bundeskanzlerin persönlich. Dazu sind sie direkt von ihrem Berliner Gymnasium mit Angela Merkel verbunden – per digitaler Schalte ins Kanzleramt.

Zum Girls´Day tauscht sich Bundeskanzlerin Merkel traditionell mit Schülerinnen aus – in diesem Jahr aufgrund der Pandemie digital. Der in diesem Jahr am 22. April stattfindende Girls' Day wird in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 seit 2001 organisiert. Zeitgleich findet bundesweit der Boys' Day statt. Dort können Jungen Berufe kennenlernen, in denen Männer unterrepräsentiert sind.

Mädchen für Technik begeistern

Auftakt zum Girls´ Day 2021 – in diesem Jahr pandemiebedingt rein virtuell. Seit 2001 ist es Ziel des Mädchen-Zukunftstages, junge Frauen für Berufe in den MINT-Fächern (Mathe, Information, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern. Wie gut dies ankommt, macht Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt zu Beginn mit Zahlen deutlich: 148.000 Veranstaltungen, fast zwei Millionen Teilnehmerinnen seit 2001. Und viele dieser Schülerinnen hätten sich später tatsächlich für eine Ausbildung oder ein Studium in technischen oder naturwissenschaftlichen Bereichen entschieden.

20 Jahre Girls´ Day seien eine Erfolgsgeschichte. “Junge Frauen bringen genauso gute Voraussetzungen wie junge Männer mit, wenn es um solche Berufe geht und darum, Hightech mitzugestalten und Digitalisierung voranzutreiben“, betont die Kanzlerin.

IT in Landwirtschaft und Schule

Dieser Meinung sind auch die knapp 20 am virtuellen Austausch teilnehmenden Schülerinnen. Selbstbewusst stellen sie ihre Exponate vor: außer aus dem Bereich Raumfahrt die Berufsfelder Chemische Industrie, Meteorologie, Recycling, Software-Design – und “Smart Farming“. Hierzu haben Schülerinnen einen Roboter zum Einsatz in der Landwirtschaft programmiert. Dieser kann im 3D-Modell einer Farm Prozesse simulieren und selbstständig ausführen – beispielsweise das Düngen oder Wässern.

Ein anderes Thema ist mit Blick auf die Pandemie hochaktuell: digitaler Schulunterricht. Bei Videokonferenzen ist häufig nicht gut zu erkennen, wer gerade das Wort ergriffen haben. Insbesondere für den, der per Smartphone zugeschaltet ist. Als Lösung haben Schülerinnen die Benutzeroberfläche eines digitalen Konferenzsystems optimiert. Die Kanzlerin zeigt sich beeindruckt. Und empfiehlt den Schülerinnen, ihre Idee direkt mal ihrer Schule zur Anwendung vorzuschlagen.

Ein weiteres Projekt dreht sich um Meteorologie. Flora und Frieda haben eine Wetterstation programmiert und messen damit digital Temperatur und Niederschlagsmenge. Angela Merkel schaut auch hier bei der Präsentation interessiert zu. Und fragt: “Ist das denn nicht zu umständlich?“ Sie habe zuhause schließlich auch einen Regenmesser, allerdings nicht digital. Wissend antworten die beiden Nachwuchs-Forscherinnen, dass eine digitale Messung natürlich viel genauer sei. Die Kanzlerin nickt zustimmend.

“Gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten“

Ob Flora und Frieda später einmal als Meteorologinnen arbeiten werden, bleibt erstmal offen. Sie freuen sich aber über die Möglichkeit, in einen wissenschaftlichen Beruf hineinschnuppern zu können. Diese Chance sollten nach Überzeugung von Angela Merkel auch viele andere Schülerinnen beim Girls´Day nutzen: “Wer weiß, vielleicht lernt Ihr Berufe kennen, die ihr sonst nie näher in Betracht gezogen hättet. Berufe, die Freude machen können und obendrein gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten bieten“.

Beim Girls´Day teilzunehmen lohne sich auch für Unternehmen und Institutionen. Sie hätten dadurch die Möglichkeit, vielversprechende Nachwuchskräfte kennenzulernen. Laut Merkel haben seit 2001 mehr als 40 Prozent der Schülerinnen sogar angegeben, vom Erstkontakt im Betrieb zum Girls´ Day so beeindruckt gewesen zu sein, dass sie dort später ein Praktikum oder eine Ausbildung machen wollten.

Die Bundesregierung setzt sich mit zahlreichen Initiativen dafür ein, dass sich mehr Mädchen für eine berufliche Zukunft in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen entscheiden: So verfolgt der  MINT-Pakt des Bundesbildungsministeriums u.a. das Ziel, die Zahl der MINT-Studentinnen und Absolventinnen zu erhöhen. Für eine Berufswahl abseits von überholten Rollenmustern engagiert sich die Bundesinitiative „Klischeefrei“.