Gesunde Ernährung und mehr Bewegung

Ernährungspolitischer Bericht Gesunde Ernährung und mehr Bewegung

Jeder Mensch in Deutschland soll gesund ins Leben starten, sich ausgewogen ernähren können und fit bis ins hohe Alter bleiben. Deshalb hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Projekten und Vorhaben auf den Weg gebracht. Ein Bericht dazu, den das Bundeskabinett verabschiedet hat, gibt eine Übersicht.

Jungen und Mädchen essen Obst in der Schule.

Die Bundesregierung fördert die gesunde Ernährung von Schülerinnen und Schülern.

Foto: imago images/Westend61

Der Ernährungspolitische Bericht wurde zum zweiten Mal erstellt und umfasst den Zeitraum von 2016 bis 2020. In diesen vier Jahren konnten viele Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene umgesetzt werden.

Eine Auswahl der wichtigsten Projekte:

  • 2018 wurde die Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten beschlossen. Bis zum Jahr 2025 soll der Zuckeranteil in gesüßten Milchprodukten und Frühstückscerealien für Kinder sowie in Erfrischungsgetränken und fruchthaltigen Getränken mit Zuckerzusatz reduziert werden. Außerdem wurden Vereinbarungen zur Salzreduktion in Tiefkühl-Pizzen und Brot getroffen. In Baby- und Kleinkindertees sind Zucker und andere süßende Zutaten demnächst verboten.
  • Um für Kinder und Jugendliche den Zugang zu frischer Milch, Obst und Gemüse zu erleichtern, gibt es seit dem Schuljahr 2017/18 das EU-Schulprogramm. Die EU stellt insgesamt jährlich für die Abgabe von Schulmilch 100 Millionen Euro und für Schulobst und -gemüse jährlich 150 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Die Bundesregierung unterstützt Kennzeichnungssysteme, die Verbraucherinnen und Verbrauchern eine verlässliche und transparente Orientierung geben. Derzeit wird auf freiwilliger Basis die Einführung eines leicht verständlichen Nährwertkennzeichensystems für verarbeitete und verpackte Lebensmittel vorangebracht, das sogenannte Nutri-Score-Modell.

  • Noch immer werden in Deutschland zu viele Lebensmittel weggeworfen. Im Jahr sind das rund zwölf Millionen Tonnen. Genau da setzt die Aktion "Zu gut für die Tonne" an. Mit der 2019 verabschiedeten Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung sollen zudem die Lebensmittelverschwendung auf Einzelhandelsebene bis 2030 halbiert und Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringert werden.
  • Die Initiative  In Form verfolgt das Ziel, das Bewegungs- und Ernährungsverhalten zu verbessern. Denn Fehlernährung und Bewegungsmangel sind weiterhin weit verbreitet. Sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen stagnieren die Zahlen für Übergewicht und Adipositas auf hohem Niveau. So leiden viele Menschen bereits im jungen Alter unter Übergewicht und tragen infolgedessen ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheiten.
  • Darüber hinaus zeigt der Bericht zahlreiche Maßnahmen der internationalen Zusammenarbeit auf. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Umsetzung der Ziele zur weltweiten Ernährungssicherheit und nachhaltigen Landwirtschaft, die in der Agenda 2030 verankert sind. 2019 war Deutschland zweitgrößter Unterstützer des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (World Food Programme) mit einer Gesamtauszahlung von rund 792 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und entwicklungsorientierten Maßnahmen.
  • Der Bericht erfasst auch Verbrauchthemen aus dem Bereich Gesundheitsschutz. So hat sich die Bundesregierung für EU-weite Schutzregelungen zu Tätowiermitteln und Permanent Make-up eingesetzt, die derzeit auf EU-Ebene beraten werden. Insbesondere mit der Webseite www.safer-tattoo.de informiert sie Jugendliche und junge Erwachsene über mögliche Risiken.

Den gesamten Ernährungspolitischen Bericht finden Sie hier.

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