Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten

Gesunde Ernährung Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten

Fertigprodukte sollen ab 2019 weniger Zucker, Fette und Salz enthalten. Die Bundesregierung hat eine Nationale Strategie für die Reduktion und Innovation von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten beschlossen. Sie ist ein wichtiges Element im ganzheitlichen Ansatz zur Förderung gesunder Ernährung.

Der Strategie liegt eine Grundsatzvereinbarung zwischen Politik und Lebensmittelwirtschaft vom September 2018 zugrunde. Darin verpflichtet sich die Branche, zur Förderung gesunder Ernährung beizutragen. Politik und Lebensmittelwirtschaft starten Anfang 2019 gemeinsam mit der Umsetzung der Strategie. Derzeit werden produkt- und branchenspezifische Zielvereinbarungen erarbeitet. Wichtige Handlungsfelder sind die Reduktion von Fett, Zucker und Salz, begleitende Forschungsaktivitäten, Verbraucheraufklärung sowie eine gesunde Ernährung von Kindern. Auch ausgewählte gesetzgeberische Maßnahmen sind möglich.

Erste Vereinbarungen liegen vor

Die Lebensmittelwirtschaft hat bereits an ersten produkt- und branchenbezogenen Prozess- und Zielvereinbarungen gearbeitet. Bis zum Jahr 2025 sollen:

  • mindestens 20 Prozent weniger Zucker in Frühstückscerealien für Kinder,
  • mindestens 15 Prozent weniger Zucker in Erfrischungsgetränken,
  • etwa 10 Prozent weniger Zucker in Kinderjoghurts erreicht werden.

Des weiteren gibt es eine Vereinbarung mit dem Bäckerhandwerk zur Reduktion von Salzspitzen im Brot und eine Selbstverpflichtung, Salz in Fertigpizzen zu reduzieren.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner unterstrich: "Die Strategie ist auch für Europa einmalig. Denn wir haben einen ganzheitlichen Ansatz gewählt: Wir schauen nicht nur auf einzelne Facetten, wie Zucker, sondern nehmen die gesamte Ernährung in den Blick."

Die Umsetzung der Strategie wird durch ein übergeordnetes Beratungsgremium aus Wissenschaftlern, Verbraucherorganisationen, Krankenkassen und Fachgesellschaften aus dem Gesundheitsbereich begleitet. 2020 wollen die Beteiligten einen ersten Fortschrittsbericht vorlegen. Bis 2025 will man die in den Prozess- und Zielvereinbarungen festgelegten Ziele erreichen.

Rund 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder sind in Deutschland übergewichtig. Zu viel Zucker, bestimmte Fette und Salz können das Risiko für nicht übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-II-Diabetes erhöhen.

Ernährung von Kindern im Fokus

Auf Lebensmittel, die für Kinder und Jugendliche gedacht sind, liegt besonderes Augenmerk. Denn Übergewicht im Kinder- und Jugendalter kann zu ernährungsmitbedingten Krankheiten im Erwachsenenalter führen. So sollen speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel keine ungünstigere Nährstoffzusammensetzung enthalten als Produkte, die in erster Linie für Erwachsene bestimmt sind.

Bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern will die Bundesernährungsministerin bis Ende 2019 die Diätverordnung ändern. Dabei geht es um ein Verbot von zugesetztem Zucker und süßenden Zutaten in Säuglingstees, Kindertees und Kindermilch. Derzeit steht auch eine EU-Regelung zu Getreidebeikost wie Kinderkeksen und -zwieback an. Hier fordert Bundesernährungsministerin Julia Klöckner einen ähnlichen Ansatz wie auf nationaler Ebene.

Selbstverpflichtungen wirken

In den vergangenen Jahren hat auch die Lebensmittelwirtschaft verschiedene Initiativen und Aktivitäten für eine gesündere Ernährung ins Leben gerufen. Ein solches Beispiel ist die erhebliche Minderung industrieller Transfettsäuren in Lebensmitteln. Diese Reduktion konnte das Bundeslandwirtschaftsministerium über eine freiwillige Vereinbarung mit der Lebensmittelwirtschaft erreichen.

Transfettsäuren entstehen sowohl durch natürliche wie auch durch technologische (industrielle) Prozesse. So gelangen sie in zahlreiche Lebensmittel, zum Beispiel in Milch oder teilgehärtete Fette, und auch in die damit hergestellten Produkte. Natürlicherweise kommen sie in tierischen Fetten vor.

Einen gesunden Lebensstil unterstützen

Die Bundesregierung verfolgt in der Ernährungspolitik einen ganzheitlichen Ansatz: Es geht darum, einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu etablieren. Der Schlüssel dazu liegt unter anderem in der Verbesserung der Ernährungskompetenz in allen Lebensphasen. Deshalb hat sie beispielsweise die Initiative IN FORM ins Leben gerufen: IN FORM fördert Projekte für ein gesundes Leben und informiert über gesunde Ernährung und mehr Bewegung.

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