20 Milliarden Euro für mehr Chancengerechtigkeit an Schulen 

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Startchancen-Programm 20 Milliarden Euro für mehr Chancengerechtigkeit an Schulen 

Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern zu stärken: Das ist das Ziel des Startchancen-Programms, das Bund und Länder nun unterzeichnet haben. Zum Start am 1. August 2024 stehen insgesamt 20 Milliarden Euro dafür bereit.

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Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder mit 60 Prozent der Mittel besonders Grundschulen unterstützen. Denn hier werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. 

Mit dem Startchancen-Programm wollen Bund und Länder besonders Grundschulen unterstützen. Denn hier werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. 

Foto: imago images/Westend61

Die Bildungserfolge der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind noch immer zu stark von der sozialen Herkunft der Eltern abhängig. Um das Problem anzugehen, hat die Bundesregierung ein sogenanntes Startchancen-Programm gestartet.

Im Februar dieses Jahres haben sich Bund und Länder über das Programm geeinigt. Die Vereinbarung wurde von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert-Clivot, ebenso wie von allen anderen Bundesländern unterzeichnet. Das Programm kann zum 1. August 2024 gestartet werden. Etwa 4.000 Schulen in herausfordernder Lage und damit rund zehn Prozent aller Schüler in Deutschland werden mit dem Startchancen-Programm gezielt unterstützt.

Bund investiert jährlich eine Milliarde Euro

Im Rahmen des Startchancen-Programms stellen Bund und Länder insgesamt 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Jährlich unterstützt der Bund die Schulen mit einer Milliarde Euro. Mit dem Programm reagieren Bund und Länder auf den deutlichen Rückgang der Kompetenzentwicklung bei vielen Schülerinnen und Schülern.

Es geht darum, dort zu helfen, wo die größten Herausforderungen auftreten. Das ist ein echter Paradigmenwechsel, die Verteilung der Ressourcen nicht mit der Gießkanne, sondern gezielt dort, wo sie gebraucht werden. 

Die Höhe der Fördermittel, die ein Land vom Bund erhält, berücksichtigt auch die sozialen Rahmenbedingungen. Konkret wird hier der Anteil der Kinder und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Familien und mit Migrationshintergrund festgelegt. Darüber hinaus wird das Bruttoinlandsprodukt der Länder nicht berücksichtigt. Zudem verteilen die Länder die Fördermittel innerhalb des jeweiligen Landes gezielt auf Schulen, die besonders herausfordernd sind.

Das Startchancen-Programm beinhaltet drei zentrale Programmsäulen:

  • 40 Prozent der Fördermittel sollen für eine bessere und damit lernförderlichere Infrastruktur und Ausstattung der Schulen eingesetzt werden.
  • 30 Prozent der Mittel fließen als sogenanntes Chancenbudget in bedarfsgerechte Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung, beispielsweise zusätzliche, gezielte Lernförderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik.
  • Weitere 30 Prozent fließen in die Stärkung multiprofessioneller Teams. Damit ist es beispielsweise rechnerisch möglich, allein aus Bundesmitteln jeder Schule in sozial schwieriger Lage eine volle Stelle für schulische Sozialarbeit zuzuweisen.

Grundschulen im Fokus

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, insbesondere Grundschulen zu unterstützen. Vor allem in den ersten Schuljahren werden die entscheidenden Weichen für den Bildungserfolg gestellt. Konkret sollen 60 Prozent aller Mittel den Grundschulen zur Verfügung gestellt werden. 40 Prozent erhalten die weiterführenden und beruflichen Schulen. 

Der Fokus des Programms liegt auf einer Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen und der Weiterentwicklung des Unterstützungssystems schulischer Bildung. Damit soll es einen zentralen Beitrag dazu leisten, die rückläufige Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern umzukehren und den starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufzubrechen.

Größtes Bildungsprojekt der Geschichte

„Gemeinsam werden wir in den nächsten 10 Jahren 20 Milliarden Euro in die Hand nehmen und genau dorthin gehen, gezielt fördern, wo die Herausforderungen am größten sind“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger anlässlich der Unterzeichnung in Berlin. Das Startchancen-Programm sei damit das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik, so die Bundesbildungsministerin.

„Wir alle wollen, dass die vielen Potenziale, die unseren jungen Menschen haben, für sie selber, aber auch für uns als Gesellschaft nicht liegen bleiben. Wir wollen sie entwickeln für erfolgreiche Bildungsbiographien, für Fachkräfte in unserem Land, aber eben auch für das, was die Demokratie braucht, nämlich selbstbestimmte Bürgerinnen und Bürger“, so Stark-Watzinger.