Haustiere als Weihnachtsgeschenk – (k)eine gute Idee?

Tierwohl Haustiere als Weihnachtsgeschenk – (k)eine gute Idee?

Es ist der Wunsch vieler – gerade von Kindern zu Weihnachten: ein kleiner Hund, eine Katze oder auch ein Meerschweinchen. Doch der Haustierkauf sollte gut überlegt sein. Denn mit einem Tier kommt ein großes Paket Verantwortung ins Haus. Fragen und Antworten zum Haustierkauf.

Französische Bulldogge mit großem rotem Weihnachtskopfband, unter dem Weihnachtsbaum mit Kugeln und Geschenkboxen.

Haustiere als Weihnachtsgeschenke sollten immer gut überlegt sein. Künftige Tierhalter müssen sorgfälltig abwägen, ob sie auch langfristig der Verantwortung gerecht werden.

Foto: Getty Images/iStockphoto/Firn

Haustiere gelten als treue Begleiter und echte Familienmitglieder. Gerade während der Corona-Pandemie hat sich der Wunsch vieler Menschen nach einem Haustier verstärkt. Doch Tiere sind in erster Linie Lebewesen und keine Spielzeuge oder Accessoires. Deshalb sollte ein Tierkauf insbesondere zu Weihnachten gut überlegt sein.

Denn nicht selten werden die Tiere nach den Festtagen wieder in Tierheime gebracht oder sogar ausgesetzt. Um das zu verhinden, sollten vor dem Kauf wichtige Fragen geklärt werden, ob und welches Haustier es sein soll. 

Welches Tier passt überhaupt zu mir?

Eine Antwort darauf können Sie beispielsweise mit Hilfe des Portals Haustier-Berater des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft herausfinden. Um den Aufwand einschätzen zu können und den Bedürfnissen des Tieres auf Dauer gerecht zu werden, sollten zunächst eine Reihe von Fragen geklärt werden:

  • Passen Art, Rasse und Alter des künftigen Haustieres zu den eigenen jetzigen und zu möglicherweise künftigen Lebensverhältnissen?
  • Wie alt und groß wird das Tier?
  • Ist genug Zeit für die Pflege des Tieres übrig? Und welches Familienmitglied übernimmt dabei welche Aufgaben?
  • Können die Kosten für Futter, Tierarzt, eventuelle Versicherungen und Steuern gezahlt werden?
  • Gibt es in der Familie Allergien gegen Tierhaare?
  • Schränkt der Mietvertrag die Haustierhaltung ein?
  • Züchter, Tierheim oder Privatverkauf?

Steht die Wahl eines Haustieres fest, nehmen Sie sich am besten viel Zeit, um Ihren neuen Freund sorgfältig auszuwählen.

Wo sollte ich ein Haustier am besten kaufen?

Gerade bei einem Züchter findet eine professionelle Beratung statt. Käufer können hier nahezu sicher sein, dass die Tiere gut gehalten und geimpft wurden. Mehrmalige vorherige Besuche sind zu empfehlen. Schauen Sie sich den Verkäufer und die Tiere genau an, insbesondere wie Mutter und Jungtiere gehalten werden. Zum Beispiel können Hunde, die alleine im Zwinger leben, scheu oder sogar aggressiv sein. Seriöse Züchter beantworten gerne alle Fragen rund um Herkunft ihrer Tiere und deren Wesen. Lassen Sie sich genug Zeit und treffen Sie keine vorschnelle Entscheidung. Grundsätzlich gilt: Hunde- und Katzenwelpen dürfen frühestens mit acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden.

Wer sich für ein Tier aus dem Tierheim entscheidet, sollte auch hier zunächst während mehrmaliger Besuche das Tier kennenlernen. Die Pflegerinnen und Pfleger im Tierheim kennen die Geschichten und Charakter ihrer Schützlinge, so dass sie die künftigen Besitzer auf die Eigenheiten der Tiere vorbereiten können. Bedacht werden sollte auch, dass der tierische Familienzuwachs gerade in der Anfangszeit viel Zuwendung und Ruhe benötigt.

Tiere können auch in Zoohandlungen und anderen Geschäften gekauft werden. Die Händler kennen jedoch die Tiere nicht so gut wie Züchter, Privatleute oder das Tierheim.

Worauf sollte man beim Welpenkauf achten?

Besonders gefragt sind immer wieder Hundewelpen. Angeboten werden die Tiere häufig über Internetplattformen und Social-Media-Kanäle. Viele von ihnen werden allerdings – meist im Ausland – unter tierschutzwidrigen Bedingungen aufgezogen und nach Deutschland transportiert. Stichwort illegaler Welpenhandel: Zu früh werden die Welpen häufig vom Muttertier getrennt, werden weder entwurmt noch mit wichtigen Impfungen versorgt sowie tierschutzwidrig transportiert und schlecht versorgt. Die Folgen werden häufig erst später für die Käufer sichtbar: Zum Teil erkranken die Welpen schwer.

Um potenzielle Käuferinnen und Käufer zu sensibilisieren und besser aufzuklären, intensiviert das Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen mit Tierärzten seine Informationen über kriminelle Machenschaften im Welpenhandel:

  • Welpen sollten beim Züchter nur vor Ort gekauft oder aus einem Tierheim übernommen werden. Kofferraumangebote auf Parkplätzen sind höchstverdächtig.
  • Das Muttertier sollte beim Kauf unbedingt anwesend sein.
  • Die Welpen sollten nachweisbar geimpft, entwurmt und älter als acht Wochen sein.
  • Ein Kauf sollte gut informiert und nicht spontan erfolgen.

Wichtige Hinweise zum Tierkauf gibt auch die Arbeitsgemeinschaft Wühltischwelpen.

Woran erkenne ich einen guten Züchter?

Eine Art Gütesiegel für Züchter ist die Mitgliedschaft in Vereinigungen wie dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V. oder dem Deutschen Edelkatzenzüchter-Verband (DEKZV). Aber auch Hobbyzüchter ohne Verbandsmitgliedschaft gehen oft gut mit ihren Tieren und deren Nachwuchs um.

  • Gute Züchter haben meist nur wenige Tiere, denn sie benötigen viel Zeit, um sich mit dem Wurf zu beschäftigen.
  • Sie geben Tipps zu Ernährung und Verhalten und erkundigen sich nach den Bedingungen, unter denen das Tier später gehalten wird.
  • Gute Züchter würden Tiere niemals einem möglichen Käufer aufschwatzen.
  • Rassehunde aus seriöser Zucht kosten in Deutschland meist mehr als 1.000 Euro, Rassekatzen mehr als 500 Euro.
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