Den Wald stärken und für kommende Generationen erhalten

Wald

Die Bundesregierung fördert nachhaltig die Ökosystemleistungen des Waldes

Foto: ryan-w/unsplash

An welchem Leitbild orientiert sich die Waldstrategie 2050?

Wenn es um den Wald gehe, dann darf sich Politik nicht auf Legislaturperioden beschränken – das betonte Bundesministerin Julia Klöckner bei der Präsentation der Waldstrategie 2050. Vielmehr müsse der Wald als der „wichtigste Klimaschützer, Hort der biologischen Vielfalt, Arbeitgeber und Erholungsort“ gestärkt und für die kommenden Generationen erhalten werden. Insbesondere durch die Folgen des Klimawandels werden Waldbesitzende, die Waldpolitik und die Ressourcenpolitik Holz vor besondere Herausforderungen gestellt.

Vor diesem Hintergrund setzt sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für dieses Leitbild  bis 2050 ein:

„Die Wälder in Deutschland sind mit ihren vielfältigen Ökosystemleistungen für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft, die Natur sowie die Wirtschaft erhalten und an die sich weiter ändernden klimatischen Bedingungen angepasst. Sie sind in einer Weise im staatlichen, körperschaftlichen und privaten Waldbesitz weiterentwickelt und integrativ bewirtschaftet, dass ihre Stabilität, ihre biologische Vielfalt, ihre Produktivität und ihre vielfältigen Schutzleistungen sowie ihre Erlebbarkeit zum Wohl der gesamten Gesellschaft nachhaltig gewährleistet sind. Damit bleiben auch für künftige Generationen die gleichen Chancen und Nutzungsoptionen erhalten. Die Ökosystemleistungen des Waldes werden angemessen von der Gesellschaft honoriert.“

Welches sind die wesentliche Handlungsfelder der Waldstrategie 2050?

Die Waldstrategie 2050 beschreibt in zehn Handlungsfeldern, was zu tun ist, um das „Leitbild Wald 2050“ zu erreichen. Hieraus werden Meilensteine abgeleitet, die konkrete Zwischenziele bis 2030 definieren. So kann der Fortschritt bewertet, Schlussfolgerungen können gezogen und das weitere Vorgehen abgeleitet werden.

Wesentliche Handlungsfelder sind:

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

  • Die Beratung, Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel soll mit entsprechenden Programmen staatlich gefördert werden.
  • Die Klimaschutzleistung der Wälder ist zu honorieren. Ein System des BMEL liegt bereits vor.
  • Es soll ein zentrales Klimawandel-Monitoring für den Wald etabliert werden, welches dazu dient, entsprechende Programme den Entwicklungen des Klimawandels anzupassen.

Biodiversität

  • Die als naturnah eingestufte Waldfläche soll weiter ausgebaut werden (aktuell: 76 Prozent).
  • Dafür wird ein Konzept für Waldnaturschutz entwickelt.
  • Staatliche Förderung soll dafür Anreize setzen, zum Beispiel mit einem Programm analog zur jetzigen Bundeswaldprämie.
  • Es wird ein Monitoring aufgesetzt, das Fortschritte und Nachsteuerungsbedarf im Bereich Biodiversität ermittelt.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

  • Ziel ist, die Holzbauquoten beim Neubau von Wohnungen auf 30 Prozent anzuheben.
  • Die öffentliche Hand soll hier eine Vorbildfunktion einnehmen.
  • Dabei sind regionale Wertschöpfung und Lieferketten zu stärken.

Erholungsort und Bewusstsein

Das Bewusstsein der Menschen für und Wissen über den Wald sollen gestärkt werden über:

  • Bundeswaldtage und andere Veranstaltungsformate,
  • die „Bundesplattform Wald – Sport, Erholung und Gesundheit“
  • und über das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz.

Wer war an der Erstellung der Waldstrategie beteiligt?

Wissenschaft, Länder, Verbände und Zivilgesellschaft wurden in die Erstellung der Waldstrategie einbezogen: Analysen und Empfehlungen der Wissenschaft sind über das Thünen-Institut und Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik beim BMEL eingeflossen. Zur Beteiligung der Zivilgesellschaft wurden vier Anhörungen zur Diskussion möglicher Ziele und Inhalte der  Waldstrategie 2050 durchgeführt. Hierzu waren insgesamt 47 Verbände eingeladen.

Außerdem wurden die Ergebnisse des Nationalen Waldgipfels vom 25. September 2019 ausgewertet und die Erkenntnisse aus dem Generationendialog Wald zwischen etablierten Akteuren und jungen Erwachsenen auf fünf Foren zwischen August 2019 und Januar 2020 aufgegriffen. Im April 2021 wurden Länder und Verbände zudem zum Entwurf der Waldstrategie konsultiert und um Stellungnahme gebeten.

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