Auftakt zu Regionalen Nachhaltigkeitskonferenzen

"Die Realität übersteigt die Prognosen"

Weiterentwickeln, Austauschen, Netzwerken – die Bundesregierung hat gemeinsam mit der Landesregierung Baden-Württemberg zum Nachhaltigkeitsdialog eingeladen. Rund 400 Gäste kamen dazu nach Stuttgart - und Ministerpräsident Kretschmann hatte eine klare Botschaft.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im Gespräch.

Im Austausch über Nachhaltigkeit - Ministerpräsident Kretschmann und Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg.

Foto: Jan Potente

"Ich bin hierhergekommen, um mein Netzwerk weiter auszubauen", sagte eine Teilnehmerin. Sie ist eine von vielen Ehrenamtlichen, die sich für Nachhaltigkeit stark macht. In Aalen engagiert sie sich quasi als Einzelkämpferin für eine zukunftstragende Stadt- und Verkehrsentwicklung. In Stuttgart hat sie Ansprechpartner auf verschiedenen Ebenen gefunden. Neben Kurzvorträgen, Diskussionsrunden und Workshops bot die Veranstaltung reichlich Gelegenheit, sich inhaltlich auszutauschen und sein Netzwerk zu erweitern.

Die Bundesregierung will die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie fortschreiben und veranstaltet dazu eine Reihe von Dialogkonferenzen. Nach der Auftaktveranstaltung in Berlin sind vier Regionalkonferenzen geplant, bei denen sich haupt- und ehrenamtliche Akteure zur Nachhaltigkeit austauschen können.

"Wir brauchen einen vorhersehbaren, berechenbaren Wandel“

Die Zeit zum Handeln drängt, betonte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann: "Die Realität übersteigt die Prognosen." Permafrostböden tauen schneller als angenommen und auch die Erderwärmung steigt schneller als erwartet. "Wir brauchen einen vorhersehbaren und berechenbaren Wandel", so Kretschmann. Andersfalls müsse sehr viel drastischer auf die Veränderungen in der Welt reagiert werden, was auch "ins Chaos führen" könne.

Als hochentwickeltes Industrieland sei Deutschland verpflichtet, ein neues Wirtschafts- und Entwicklungsmodell zu entwerfen und vorzuleben. Um diese Gemeinschaftsaufgabe zu meistern, sei ein Wandel notwendig, der eine positive Eigendynamik entfaltet und von einem breiten Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, Kirchen und Staat getragen wird, mahnte Kretschmann. Den Entwicklungsländern müsse geholfen werden, die Phase fossiler Brennstoffe zu überspringen und Energie aus Sonne, Wind und Wasser zu bauen.

"Ein behutsamer Umgang mit den Ressourcen geht uns alle an"

"Nachhaltigkeit ist eine Daueraufgabe, die wir nur gemeinsam angehen können", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in ihrer Grußbotschaft. "Nachhaltigkeit bedeutet, Ökologie, Ökonomie und Soziales zusammen zu denken." Deshalb habe die Bundesregierung die Agenda 2030 und die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie zur Richtschur des politischen Handelns gemacht.

Es genüge aber nicht, nur eine gute Strategie zu haben, so Klöckner. Nachhaltigkeit müsse in allen Politikfeldern auch mitgedacht und umgesetzt werden. Nachhaltigkeit sei ein Gemeinschaftsprojekt, so die Ministerin. "Egal ob Verbraucher oder Unternehmer, ob Stadt oder ländliche Region, ob Bundes- oder Kommunalpolitik - ein behutsamer Umgang mit den Ressourcen geht uns alle an." Sie dankte allen Teilnehmern der Konferenz für ihr Engagement.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner per Videobotschaft haben die erste regionale Dialogkonferenz zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie in Stuttgart eröffnet. Die Konferenz ist gleichzeitig die Abschlussveranstaltung der Reihe "Nachhaltig Gut Leben" des Landes Baden-Württemberg.

Schlagwörter