Merkel fordert ehrgeizigeres Handeln für Zielerreichung

17 globale Nachhaltigkeitsziele Merkel fordert ehrgeizigeres Handeln für Zielerreichung

Die Bundesregierung will mit der im März 2021 beschlossenen Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit auf das Tempo drücken – hierzulande wie auch in der internationalen Zusammenarbeit. Die Bundesrepublik legte dazu den Vereinten Nationen in New York einen Bericht vor.

UN-Gebäude mit Nachhaltigkeitszielen

Deutschlands Beitrag zur schnelleren Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele: Dazu legte die Bundesregierung den Vereinten Nationen einen Bericht vor.

Foto: Xinhua / eyevine / laif

„Wir nehmen Nachhaltigkeit als politisches Leitprinzip sehr ernst. Das ist auch an unserem zweiten freiwilligen Bericht abzulesen,“ betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Vorstellung des deutschen Staatenberichts beim Nachhaltigkeitsforum der Vereinten Nationen in New York. 

Um die Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der Agenda 2030 zu erreichen, müsse Deutschland den Weg einer wirklich anspruchsvollen Transformation gehen, so die Kanzlerin. Dabei richten wir unser Fokus auf „sechs Transformationsbereiche, in denen der Handlungsbedarf besonders dringend und sektorübergreifend ist“, bemerkte Merkel. Zu diesen wichtigen Bereichen zählen Energie, Kreislaufwirtschaft, Wohnen, Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft. 

Die Bundesregierung hat beim Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) in New York ihren zweiten Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 vorgestellt. Das jährlich auf Ministerebene stattfindende Forum fand dieses Jahr vom 6. bis 15. Juli virtuell statt. Der deutsche Bericht basiert auf der Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und zeichnet die bisherige Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele nach.

Merkel: Den Worten müssen auch Taten folgen 

„Es gibt keinen Zweifel: Die Agenda 2030, auf die sich die Weltgemeinschaft verständigt hat, erlaubt kein Zaudern und Zögern. Noch haben wir es gemeinsam in der Hand, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Lassen wir – im Sinne der Dekade des Handelns – den Worten auch wirklich Taten folgen,“  ermahnte die Kanzlerin. 

Eine verlorene Dekade für Nachhaltigkeit droht

„Wenn wir jetzt nicht massiv umsteuern, dann droht uns eine verlorene Dekade für nachhaltige Entwicklung. Nach Corona darf nicht vor Corona sein, sonst erreichen wir die SDGs nie! Wir müssen die Globalisierung endlich nachhaltig ausgestalten und jetzt kraftvoll in den sozialen und ökologischen Wandel investieren - bei uns in Deutschland und weltweit,“ betonte Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, bei einem Side-Event des Hochrangigen Poltischen Forums für Nachhaltigkeit. 

Die Agenda 2030 und ihre SDGs sowie das Pariser Klimaschutzabkommen sind zentrale Bezugspunkte der internationalen Aktivitäten der Bundesregierung und ihrer Entwicklungszusammenarbeit. Als weltweit zweitgrößter bilateraler öffentlicher Geber für Entwicklungszusammenarbeit trägt Deutschland wesentlich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele weltweit bei.

Deutscher Staatenbericht: Tiefgreifende Transformation voran bringen

Deutschland zeigt mit diesem Bericht den Weg zu einer sozialen und ökologischen Transformation auf: einen Weg unter anderem für mehr Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung der Geschlechter. Diese und weitere Ziele finden sich in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die bis 2030 erreicht werden sollen.  

Das Erreichen von Klimaneutralität  und der Aufbau einer an Kreisläufen orientierten Ressourcennutzung im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft sind zentrale Ziele der Bundesregierung. Das Ziel, bis Mitte des Jahrhunderts keine Treibhausgasemissionen mehr zu verursachen, kommt einem  Paradigmenwechsel gleich. Dieser Wandel wird weltweite Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. 

Die planetaren Belastungsgrenzen seien erreicht und teilweise überschritten, bemerkte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium bei demselben Side-Event. Sie fügte hinzu: „Der Freiraum für gutes Leben und der Erfolg der nächsten Generationen müssen jetzt gesichert werden. Daher haben wir unser deutsches Klimaziel kräftig nachgeschärft: Klimaneutralität wollen wir bereits bis 2045 erreichen.“

Die Bundesregierung wird selbst voranschreiten und alles daransetzen, diese Aufbruchstimmung zu fördern. Sie wird interessierte Staaten bei der Entwicklung ambitionierter Programme und Gesetzgebungsvorhaben unterstützen. Aber auch in der Bundesrepublik selbst müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um die globalen Ziele auch hierzulande bis 2030 zu erreichen. 

Frieden mit mehr internationaler Kooperation und Multilateralismus erreichen

Die durch die Pandemie dramatisch gestiegenen globalen Herausforderungen erfordern eine gemeinsame Antwort der Staatengemeinschaft und der internationalen Institutionen, insbesondere der Vereinten Nationen. Dafür setzt sich Deutschland mit internationalen Partnern ein.

Um Frieden zu stärken und Gewalt zu beenden, setzt die Bundesregierung auf dauerhafte Konfliktlösungen unter Einbeziehung aller Akteure.

Zweiter Deutscher Staatenbericht zur Umsetzung der Agenda 2030

Zweiter Deutscher Staatenbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 (Englisch)

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2021

Informationen zu den globalen Nachhaltigkeitszielen – Die Glorreichen 17

Themenseite Nachhaltigkeit der Bundesregierung

Pressemitteilung des BMU und BMZ