Nachhaltigkeitspolitik

Konferenz

Eine Gemeinschafts-Aufgabe für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat

Nachhaltiges Verhalten bedeutet, dass wir nicht auf Kosten künftiger Generationen und nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde leben dürfen. Wie kann Nachhaltigkeit zur gemeinsamen Sache werden?

Auftaktkonferenz zur bundesweiten Dialogreihe zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Achim Steiner, Leiter des UN-Entwicklungsprogramms, sprach auf der Auftaktkonferenz zur bundesweiten Dialogreihe zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Foto: Lene Münch

Um nachhaltiger zu leben, reicht es nicht, dass die Bundesregierung oder die Bundesländer Nachhaltigkeits- und Umsetzungsstrategien entwickeln. Alle gesellschaftlichen Akteure einschließlich der  Wirtschaft und Wissenschaft sollen Partner einer nachhaltigen Entwicklung werden – Nachhaltigkeit als Gemeinschaftswerk.

Das war das Thema eines Workshops während der Auftaktkonferenz zur Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie in Berlin. Hier wurde entlang von drei Kernfragen diskutiert:

Frage 1: Wie kann ein Gemeinschaftswerk das Engagement vieler (unterschiedlichster Akteurinnen und Akteuren) sichtbar machen und (bestmöglich) stärken?

Frage 2: Von welchen Good-Practice-Beispielen könnte das Gemeinschaftswerk zum Thema Nachhaltigkeit lernen? Was genau?

Frage 3: Wie (ggf. mit welcher konkreten Idee) würden sie sich in einem solchen Gemeinschaftswerk einbringen wollen?

Bundesregierung und Länder haben den Anfang gemacht und im Juni 2019 eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, die nachhaltige Entwicklung als ein "Gemeinschaftswerk" betrachtet. Dabei sollen unterschiedliche Akteure (Organisationen, Einzelpersonen) in Deutschland, gut und respektvoll zusammenarbeiten. Denn – so formulierte es ein Vertreter der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin – "Nachhaltigkeit kann nur im Miteinander gelingen".

Ziel des Workshops war, die Meinungen und Ideen derjenigen einzuholen, die Teil des Gemeinschaftswerkes werden wollen/sollen. Es stellt sich die Frage, wie so unterschiedliche Gruppierungen und Interessenslagen für die Sache der Nachhaltigkeit zusammengeführt werden können. Wichtig ist, dass jede/jeder in ihrem/seinem eigenen beruflichen oder privaten Bereich aktiv wird, um die Nachhaltigkeitsziele voranzubringen. Wichtig war den Teilnehmenden, dass vor allem auch jungen Leute, wie von der Fridays-for-Future-Bewegung eingebunden werden ebenso wie etwa Großunternehmen oder die Universitäten in Deutschland.

Konkrete Ideen für das Gemeinschaftswerk?

Die Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer diskutierten, wie die Ziele gemeinschaftlich zu erreichen sind.

Das sind einige der Beispiele:

  • Die Einrichtung von Nachhaltigkeits-„Tatenbanken“ zu Best-Practice-Beispielen, die zur Nachahmung und zum Mitmachen anregen,
  • Öffentliche Bibliotheken als Plattformen für den gesellschaftlichen Dialog über Nachhaltigkeit nutzen,
  • Nachhaltigkeits-Workshops für Kinder anbieten,
  • Die bestehenden Städtepartnerschaften nutzen, um sich über die 17 Nachhaltigkeitsziele auszutauschen und Strategien zu deren Umsetzung zu entwickeln,
  • Stärkere Einbindung von sozialen Medien bei der Vernetzung und der Kommunikation nutzen.

Die Diskussionen zu einem Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit werden auch in den für November 2019 bis Februar 2020 geplanten regionalen Dialogkonferenzen fortgeführt.

Am 6. Juni 2019 haben Bund und Länder eine gemeinsame Erklärung zur Nachhaltigkeit verabschiedet. Ein Kerngedanke der Erklärung ist, dass nachhaltige Entwicklung in Deutschland zu einem Gemeinschaftswerk wird – und gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen, Unternehmen, Initiativen und Organisationen aktiv zu werden.

Zitat aus der Erklärung: "Ein nachhaltiges Deutschland kann nur gemeinsam gelingen. Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung lassen sich nur im respektvollen Miteinander erreichen, wenn sich jede und jeder nach seinen Interessen, Möglichkeiten, Talenten und Fähigkeiten einbringt."


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