BMZ-Kampagne "Eine Welt – Unsere Verantwortung"

"Müssen Nachhaltigkeit in allen Politikbereichen verankern"

Deutschland trägt bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele besondere Verantwortung, weil es als Industrienation auch unter anderem Verursacher des Klimawandels ist. Das erklärte Bundeskanzlerin Merkel beim Auftakt der Nachhaltigkeitskampagne "Eine Welt – Unsere Verantwortung" in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Auftaktveranstaltung der SDG-Kampagne des BMZ

Bundeskanzlerin Merkel beim Auftakt der Kampagne: Die Agenda 2030 ist ein Weltzukunftsvertrag.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Klima- und Artenschutz können mit Wirtschaftswachstum zusammengehen. Wir verfügen "über die Mittel und Möglichkeiten", das zu zeigen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Auftakt zur Kampagne "Eine Welt – Unsere Verantwortung" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

In vielen Bereichen ist in Deutschland bereits eine Entkopplung von Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum erreicht, zum Beispiel beim Energieverbrauch. "Wir als Bundesregierung müssen die Nachhaltigkeit in allen Politikbereichen verankern", sagte die Kanzlerin.

Agenda 2030 – ein Weltzukunftsvertrag

Merkel betonte erneut die Bedeutung der 17 Nachhaltigkeitsziele und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung als Weltzukunftsvertrag. Mit dieser übernehmen alle Staaten der Welt – Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländer – gemeinsam Verantwortung für den Planeten. Um die 17 Ziele zu erreichen, seien immer wieder Etappen nötig, so Merkel. "Wir müssen prüfen, wie weit wir gekommen sind und ob der Kurs oder das Tempo angepasst werden müssen."

Nachhaltigkeit geht alle an

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller betonte, dass die Verantwortung für unseren Planeten bei uns selbst beginnt. Jede und jeder von uns sollte von den Worten zu den Taten kommen. Denn nur so könnten wir einen Paradigmenwechsel schaffen, um zu mehr Nachhaltigkeit zu gelangen.

"Immer mehr Menschen denken darüber nach, wie sie nachhaltiger einkaufen, wohnen, bauen oder verreisen können. Sie belassen es auch nicht beim Nachdenken, sondern überlegen, wie sie das kreativ mit Leben erfüllen können", sagte Kanzlerin Merkel.

Mehr Anstrengungen für den Klimaschutz

Die Kanzlerin forderte auch verstärkte weltweite Anstrengungen zum Klimaschutz. "Mit den heute bestehenden Klimazielen der Welt würde sich die Erde um drei Grad erwärmen", warnte Merkel. "Das heißt, wir sind mit unseren Zielsetzungen noch längst nicht da, wo wir hinmüssen." Die Verpflichtung der Pariser Klimaschutzkonferenz sieht vor, dass die Staaten die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius begrenzen wollen. Experten fürchten, dass es bei einer Erwärmung darüber hinaus zu gravierenden Folgen für das Leben auf der Erde kommt.

"Gewaltige Schritte" sind notwendig

Merkel hob die Verantwortung der Industrienationen hervor. Mit 20 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchten sie 80 Prozent der Ressourcen. Die Weltgemeinschaft sei sich zwar über das Erreichen der Ziele einig und habe auch große Fortschritte bei der Umsetzung gemacht, es gebe aber noch "gewaltige Schritte" zu tun, betonte die Kanzlerin. Das kommende Jahrzehnt müsse ein "Jahrzehnt des Handelns" werden.

Das BMZ hat die Kampagne "Eine Welt – Unsere Verantwortung" gestartet, um die SDG-Ziele in Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland in die Gesellschaft zu tragen. Dazu will das Ministerium mit unterschiedlichen Veranstaltungen und unter Nutzung von bestehenden Städtepartnerschaften sowie mit Partnern aus der Zivilgesellschaft die SDGs an ganz konkreten Beispielen erklären. Die Kampagne ergänzt die digital ausgerichtete Informationskampagne "Die Glorreichen 17" des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung.

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