Was tun, wenn Familie oder Freunde an Verschwörungsmythen glauben?

Vier Tipps zum Umgang mit Verschwörungsanhängern Was tun, wenn Familie oder Freunde an Verschwörungsmythen glauben?

Wenn Verschwörungsdenken in der Familie- oder im Freundeskreis auftritt, führt das oft zu Ratlosigkeit oder Unverständnis. Dabei ist das persönliche Gespräch mit einer vertrauten Person sehr wichtig, um Verschwörungsanhänger von ihrem Glauben wieder abzubringen. Aber wie redet man mit jemandem, der an böse Mächte glaubt? Vier Empfehlungen für ein zielführendes Gespräch.

Ein junges Paar im Gespräch

Wichtig ist, ein persönliches Gespräch unter vier Augen zu führen.

Foto: imago images/Westend61

1. Sich selbst gut informieren:  

Bevor man das Gespräch sucht, sollte man sich zunächst möglichst kundig machen. Wer die Mechanismen des Verschwörungsglaubens versteht, ist zudem selbst besser vor ihnen geschützt.

 Weitere Informationen zu Verschwörungsmythen finden Sie beispielsweise auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung, der Europäischen Kommission oder der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

2. Sprechen statt schreiben:

Wichtig ist, ein persönliches Gespräch unter vier Augen zu führen. Vor allem zu Beginn des Gesprächs sollten Sie möglichst eine direkte Konfrontation vermeiden. Denn dadurch könnten sich die Fronten verhärten. Hören Sie sich besser die Aussagen und Behauptungen zunächst in Ruhe an.

3. Fragen stellen, Angebote machen:

Die Gedanken des anderen als abstrus oder reinen Quatsch abzutun, ist nicht zielführend. Auch mit Logik und Fakten kommt man bei Verschwörungstheorien häufig nicht weiter. Offene Fragen zum Verschwörungsglauben führen zumeist eher dazu, dass das Gegenüber seine Gedanken reflektiert.

Empfehlen Sie stattdessen beispielsweise Literatur, Podcasts oder Filme zum Thema, sodass sich der- oder diejenige in Ruhe und allein noch einmal mit dem Thema beschäftigen kann. Das gibt ihm oder ihr die Möglichkeit, Zweifel zuzulassen und gegebenenfalls aus dem Verschwörungsdenken wieder herauszufinden. Bei der nächsten Gelegenheit kann dann noch einmal das Gespräch angeboten werden.

4. Hilfe holen:

Im Einzelfall kann es richtig sein, Hilfe zu holen, beispielsweise wenn Menschen sich oder andere direkt gefährden. Wenden Sie sich dann an Beratungsstellen vor Ort. In einigen Bundesländern gibt es dafür spezielle Beratungsstellen, wie beispielsweise in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder in Berlin.

Quellen: Dr. Michael Blume (Antisemitismusbeauftrager des Landes Baden-Württemberg),  Bundeszentrale für politische Bildung.