Gruppe der Sieben

Die G7

Die Gruppe der Sieben (G7) ist – wie die G20 – keine internationale Organisation, sondern ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs.

Themen G7-Staats- und Regierungschefs mit den Outreach-Gästen sind unter anderem Entwicklungspolitik, die Post-2015-Agenda, Frauen, Gesundheit und Afrika.

Die G7 trifft Vertreter afrikanischer Staaten und internationaler Organisationen.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Der G7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA an. Außerdem ist die Europäische Union bei allen Treffen vertreten. Zwischen 1998 und 2014 erfolgten die Treffen im Kreis der G8 mit Russland als zusätzlichem Mitglied.

Wie arbeitet die G7?

Die G7 ist ein informelles Forum der Staats- und Regierungschefs aus sieben Industrieländern. Auf ihren jährlichen Gipfeltreffen stimmen sie gemeinsame Positionen zu globalen politischen Fragestellungen ab – insbesondere zu den Bereichen Weltwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik, Entwicklung und Klima.

Die G7 ist – wie die G20 – keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder. Aufgrund der informellen Strukturen spielt die jeweilige Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle. In ihren Händen liegen die Organisation sowie die Agenda des Gipfels.

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich auf Einladung der jeweiligen Präsidentschaft einmal jährlich, üblicherweise zur Jahresmitte. Diese Treffen bieten die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch Standpunkte zwischen den Staats- und Regierungschefs auszutauschen. Zu jedem Gipfeln werden eine Gipfelerklärung (Kommuniqué) mit den wichtigsten Ergebnissen sowie teilweise begleitende Berichte und Arbeitspläne herausgegeben. Eine Auswahl der Gipfeldokumente der vergangenen Jahre finden Sie unter der "Übersicht der Gipfeldokumente der G7/G8/G20".

Die Themen für den Gipfel werden von den sogenannten "Sherpas" vorbereitet, den Chefunterhändlern der Regierungen. Deutscher Sherpa (Persönlicher Beauftragter der Bundeskanzlerin für die Gipfel der G7/und G20-Staaten) ist der wirtschafts- und finanzpolitische Berater der Bundeskanzlerin, Professor Lars-Hendrik Röller. Im G7-Prozess gibt es neben den Treffen der Sherpas noch Treffen der sogenannten "Sous-Sherpas" und der Politischen Direktoren, mit denen der Sherpa-Prozess unterstützt wird. Beide gehören dem Auswärtigen Amt an.

Nach jedem Gipfel informiert die Bundesregierung die Ausschüsse des Deutschen Bundestages über die Ergebnisse. Die Berichte der Bundesregierung zu den G7/G8- und G20-Gipfeln der vergangenen Jahre finden Sie unter "Berichte und Erklärungen der Bundesregierung".

Daneben gibt es ganzjährig Treffen auf verschiedenen Ebenen, beispielsweise auf Minister- und auf Expertenebene, in denen die Staaten gemeinsame Positionen auf diversen Politikgebieten abstimmen.

Wie ist die G7/G8 entstanden?

Der erste "Weltwirtschaftsgipfel", aus dem dann später die G7 und die G8 entstand, hat 1975 der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen. Die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und USA – die Gruppe der Sechs – trafen sich zu einem Kamingespräch auf Schloss Rambouillet in Frankreich.

Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs

Rambouillet 1975

Foto: Bundesregierung/Schaack

Angesichts der ökonomischen Probleme in den 1970er-Jahren – erste Ölkrise und Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse (Bretton Woods) – diente das Treffen zu einem Gedankenaustausch über Lösungsansätze. Die Teilnehmer stimmten sich über die internationale Wirtschaftspolitik ab und vereinbarten erste Maßnahmen, um dem anhaltenden weltweiten Abschwung zu begegnen.

1976 wurde Kanada in den Kreis der Teilnehmer aufgenommen und die Gruppe der Sieben traf sich erstmals zum Gipfel 1976 in Puerto Rico. Zunächst standen weiterhin währungspolitische Fragen im Vordergrund der Gespräche.
Bereits 1977 kam es in London zu ersten Gesprächen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der G7. Seit dem Ottawa-Gipfel 1981 nahm die Europäische Gemeinschaft regelmäßig an allen Arbeitssitzungen teil.

In den 1980er Jahren erweiterte sich das Interesse der G7 auf außen- und sicherheitspolitische Themengebiete. Herausforderungen wie der langjährige Iran-Irak-Konflikt sowie die Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion beeinflussten die Themen der Treffen.

Nach der Überwindung der Ost-West-Konfrontation wurde 1991 erstmals der damalige sowjetische Generalsekretär Gorbatschow zu Gesprächen am Rande des Londoner Gipfels eingeladen. 1992 konnte Russland Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Auf dem Gipfel von Birmingham 1998 konstituierte sich schließlich die Gruppe der Acht: Russland wurde Mitglied.

Aufgrund der Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine durch Russland haben die Staats- und Regierungschefs der G7 am 24. März 2014 beschlossen, sich künftig im G7-Kreis zu treffen. Die G7 haben damit unterstrichen, dass sie eine Wertegemeinschaft sind, die den Bruch des Völkerrechts nicht unwidersprochen hinnimmt. Die G7 will ihre Teilnahme an der G8 aussetzen, bis Russland seinen Kurs ändert und wieder ein Umfeld geschaffen ist, in dem die G8 in der Lage ist, sinnvolle Gespräche zu führen.

Mit dem Ende des G7-Gipfels in Brüssel am 4./5. Juni 2014 ist die G7-Präsidentschaft auf Deutschland übergegangen. Der Gipfel hatte am 4./5. Juni 2015 in Schloss Elmau stattfinden. Nähere Informationen finden Sie unter "Deutsche G7-Präsidentschaft".
Seit dem 1. Januar 2016 hat Japan den Vorsitz der G7.

Kontakt mit Interessengruppen und Nicht-G7/G8-Ländern

Die Bundesregierung legt besonderen Wert auf die enge Einbindung der Zivilgesellschaft. Ein umfassender Dialog mit internationalen Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und den Wissenschaften, insbesondere aber auch mit Frauen und Jugendlichen ist zu einem festen Bestandteil der G7 unter dem Vorsitz der Bundesrepublik Deutschland geworden. Die Bundesregierung trägt dafür Sorge, dass der Deutsche Bundestag sowie ausländische Botschaften über die Entwicklungen der G7 angemessen unterrichtet sind.

Darüber hinaus lädt die Bundeskanzlerin regelmäßig im Vorfeld der Gipfel internationale Nichtregierungsorganisationen zu einem Meinungsaustausch, insbesondere zu den Themen Entwicklungspolitik und Klimaschutz, nach Berlin ein. Auch der deutsche Sherpa trifft regelmäßig Vertreter von nationalen Nichtregierungsorganisationen, um mit diesen über G7- und G20-Themen zu sprechen.

Stand: Mai 2016

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