Deutsches Zentrums für Altersfragen (DZA)

Glücklich alt werden

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Was sind die Zutaten für ein aktives, gesundes, selbstbestimmtes und glückliches Leben im Alter? Diese und viele andere Fragen beantwortet das Deutsche Zentrum für Altersfragen auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungen.

Interviewsituation

Menschen ab 40 im Interview: Wie ist das Leben im Alter?

Foto: iStock.com/Justin Horrocks

Wie empfinden ältere Menschen ihren Ruhestand und wie verändert sich ihre Sichtweise auf das Alter und Älterwerden? Herausfinden kann das jeder selbst, der die Daten des Deutschen Alterssurveys im Informationssystem GeroStat aufruft. GeroStat hält statistische Daten zum Thema Altern bereit, beispielsweise aus den Erhebungen des Alterssurveys der Jahre 1996 bis 2008. Die neuesten Daten des Jahres 2014 werden ergänzt, sobald der Ergebnisbericht vom zuständigen Ministerium – dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – veröffentlicht wurde.

Männer bei der Gymnastik

Für Sport nie zu alt

Foto: REGIERUNGonline / Rebekka Brather

Heute wissen wir, dass in Deutschland nahezu zwei Drittel der über 70-Jährigen die Lebenszufriedenheit als hoch einschätzen. Sie sind zufriedener mit ihrem Leben als die Menschen mittleren Alters. Mit den Daten lassen sich eine Vielzahl von Fragen beantworten, beispielsweise zu regionalen Unterschieden. So berichten Menschen in strukturschwachen Gebieten häufiger über eine schlechtere Gesundheit, weniger soziale Kontakte, Aktivitäten und Engagement.

6.000 Interviews

Die Daten stammen aus der Befragung – dem Deutschen Alterssurvey (DEAS) – einer repräsentativen Stichprobe von etwa 6.000 Menschen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren. In Interviews beantworten sie eine Menge von Fragen zu ihrer Lebenssituation, unter anderem zu ihrem beruflichen Status oder ihrem Leben im Ruhestand, zu gesellschaftlicher Teilhabe und nachberuflichen Aktivitäten. Es geht um ihre wirtschaftliche Lage und ihre Wohnsituation, um familiäre und sonstige soziale Kontakte sowie um Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensziele.

DZA,Gebäude

Gebäude des DZA in Berlin

Foto: Thomas Bruns, Berlin

Das Spannende an der Studie ist, dass sie nicht nur alle sechs Jahre neue Personen befragt, sondern auch Befragte alle drei Jahre nochmals aufsucht. Etwa drei Viertel der Erstbefragten stimmen einer Folgebefragung zu. Offensichtlich finden die meisten Teilnehmenden die Studie interessant und wichtig.

Altersfragen beantworten

"Wir schauen uns gesellschaftlich wichtige Altersfragen an und versuchen, diese mit unserer Forschung zu beantworten", sagt Professor Dr. Clemens Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) in Berlin. Das DZA ist auch an der Erstellung der Altenberichte beteiligt, für die einmal pro Legislaturperiode im Auftrag des Deutschen Bundestages eine Expertenkommission berufen wird.

In den Altenberichten geht es jeweils um ein Schwerpunktthema. Im vergangenen Altenbericht von 2010 war dies "Altersbilder in der Gesellschaft". Thema des neuen Berichts, der in diesem Jahr veröffentlicht wird, ist "Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften".

DZA

Interview Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen

Das DZA bereitet also Informationen und Daten über die Situation der älteren Menschen in Deutschland auf und stellt seine Erkenntnisse der Sozial- und Seniorenpolitik zur Verfügung. Diese Politikberatung richtet sich an öffentliche Verwaltungen auf der Bundes- und Landesebene, Spitzenverbände der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege sowie Akteure der Alterssozial- und Gesellschaftspolitik.

Bürgerschaftliches Engagement

Die Expertise des Instituts im Bereich von Befragungen und der Aufbereitung von Erhebungsdaten wird nun auch dazu genutzt, andere gesellschaftlich wichtige Fragen zu untersuchen. So befasst sich eine gerade abgeschlossene Studie mit ehrenamtlichen und freiwilligen Tätigkeiten – und dies nicht nur bei Älteren.

Im Deutschen Freiwilligensurvey befragten Telefoninterviewer im Jahr 2014 fast 29.000 Personen im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Engagement außerhalb von Beruf und Familie. Dabei geht es zum Beispiel um Tätigkeiten bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Roten Kreuz, in Sportvereinen ebenso wie in Parteien oder Freizeitvereinen.

Sprachkurs mit Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und Pakistan in der ehemaligen Oderland-Kaserne in Frankfurt/Oder. Geleitet von drei ehrenamtlichen Kursleiterinnen, Studentinnen der Viadriana Universität.

Deutschunterricht für Flüchtlinge wäre ohne Freiwillige nur schwer zu stemmen

Foto: Burkhard Peter

Im jüngsten, noch nicht vom DZA durchgeführten Freiwilligensurvey zeigte sich im Jahr 2009: Mehr als ein Drittel der Menschen in unserem Land engagieren sich. Besonders häufiges bürgerschaftliches Engagement findet sich in der Lebensmitte und hier eher bei der gebildeteren Mittelschicht. Männer bringen sich etwas stärker ein, vermutlich auch aufgrund besserer beruflicher Anknüpfungspunkte.

Die Datenerhebung der aktuellen Studie wurde 2014 abgeschlossen, noch bevor die Anzahl der in Deutschland angekommenen Flüchtlinge stark anstieg. Die große Bereitschaft vieler Menschen, hier zu helfen und sich einzusetzen, würde sich vermutlich deutlich in den Ergebnissen niederschlagen.

Das 1974 gegründete Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) ist ein auf dem Gebiet der sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Gerontologie tätiges wissenschaftliches Forschungsinstitut. Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Institut hat die Aufgabe, Erkenntnisse über die Lebenslage alternder und alter Menschen zu erweitern, auszuwerten und zu verbreiten. Damit werden zentrale Grundlagen und Impulse für eine wissenschaftlich fundierte Sozialberichterstattung und Politikberatung gelegt.
Die, wie vom Wissenschaftsrat attestiert, auf hohem Niveau gewonnenen Forschungsergebnisse und Informationen können mit Blick auf die mit dem Altern der Bevölkerung einhergehenden gesellschaftlichen und sozialpolitischen Herausforderungen für die Gestaltung einer zukunftsorientierten Politik nutzbar gemacht werden.