So läuft der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland

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Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch hat weiter zugenommen.

Foto: Bundesregierung

Die Bundesregierung hat die gesetzlichen Ausbaupfade für Erneuerbare Energien deutlich angehoben. Sie beschleunigt den Ausbau mit ihren Gesetzespaketen und dem Deutschlandpakt für schnellere Genehmigungsverfahren.

Damit nimmt der Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich Fahrt auf. Ende 2023 konnte erstmals mit fast 52 Prozent über die Hälfte des verbrauchten Stroms durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Und die Dynamik steigt weiter.

Stromproduktion: Fast 60 Prozent aus Erneuerbaren Energien

Im ersten Quartal 2024 stammten fast 60 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Erneuerbaren Energien. Genau waren es 58,4 Prozent. Das ist der höchste Anteil an Strom aus Erneuerbaren Energien in einem ersten Quartal seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018, so das Statistische Bundesamt .

Der einfachere Zubau der Solarenergie macht sich bereits bemerkbar, auch wenn die Windkraft stärkster Energieträger bleibt. Windanlagen leisteten 38,5 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms. Der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung im Inland sank auf 23 Prozent.  

EEG-Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Zum Bruttostromverbrauch zählt der gesamte Stromverbrauch aller Endverbraucher, also der Haushalte, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen – abzüglich Umwandlungs- und Netzverlusten. Der Bruttostromverbrauch ist die maßgebliche Größe für die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien – im EEG und in den europäischen Richtlinien.

Mehr Solaranlagen als jemals zuvor

Die Ausbaugeschwindigkeit bei Solaranlagen steigt enorm: Das Ausbauziel für 2023 von 9.000 MW (9 GW) wurde bereits Ende August erreicht. Insgesamt wurden 2023 über eine Million neue Solaranlagen installiert mit einer Leistung von 14,6 GW – fast doppelt so viel wie 2022. Damit können rechnerisch 4 Millionen Haushalte versorgt werden. Die Gesamtleistung aller Solaranlagen stieg auf 82,2 GW.

Das Solarpaket I macht es noch einfacher Solaranlagen zu installieren und von Solarstrom zu profitieren – egal, ob Einfamilienhaus, Mietshaus oder Firma. Es zeigt bereits Wirkung: Bis einschließlich Mai wurde das Zubauziel bei PV für 2024  von 88 GW bereits erreicht. Und noch nie in einem Monat wurde in Deutschland so viel Solarstrom erzeugt, wie im Juni 2024.

Sprunghaft gestiegen ist die Nutzung von Balkon-PV: Rund 500.000 neue Balkonkraftwerke sind bereits registriert. Mit Balkon-PV kann jeder und jede auch zuhause preisgünstig Strom aus der Sonne gewinnen. Stecker einstecken und los gehts. Jede und jeder kann so bis zu 200 Euro pro Jahr auf der Stromrechnung sparen – und tut außerdem etwas für den Klimaschutz.

2023 wurden über eine Million neue Solaranlagen mit 14,6 GW Leistung installiert. Ziel waren neun GW.

Foto: Bundesregierung

Künftige Ziele: Ab 2026 soll mehr als dreimal so viel Solarenergie zugebaut werden wie bisher. Bis 2030 sollen in Deutschland Solaranlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 215.000 MW (215 GW) auf Dächern installiert und auf Freiflächen aufgestellt sein.

Mehr Windräder am Netz und doppelt so viele genehmigt

Bei der Windenergie ist der Nachholbedarf am größten. Mit dem „Wind-an-Land-Gesetz“ sind alle Bundesländer verpflichtet, zwei Prozent ihrer Landesfläche für die Windkraft zur Verfügung zu stellen. Und das passiert: Die Länder sind dabei, die Flächenziele umzusetzen oder haben das bereits in ihren Landesgesetzen geregelt.

Bis Ende 2023 gingen 826 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 3,6 GW in Betrieb. Insgesamt stieg die Gesamtleistung der Windenergieanlagen an Land auf 61 GW.

2023 gingen 826 neue Windkraftanlagen in Betrieb mit 3,6 GW Leistung – fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Foto: Bundesregierung

Mit dem „EEG 2023“ wurden Ausbauziele, Ausschreibungsmengen und Vergütungen für Windkraftanlagen erhöht. Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit den Ländern und der Windkraftbranche eine „Wind-an-Land-Strategie “ vereinbart. Bis 2030 sind pro Jahr weitere Windanlagen mit 10.000 MW (10 GW) Leistung das Ziel.

Langwierige Genehmigungsverfahren abkürzen: Von der Planung bis zur Fertigstellung vergingen bisher pro Windrad etwa 72 Monate. Mit den ersten Beschleunigungsgesetzen hat die Bundesregierung diese langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren bereits um durchschnittlich vier Monate gedrückt.

2023 wurden rund 1.500 Anlagen mit einer Leistung von 8 GW dank einfacherer Genehmigungsverfahren genehmigt – fast doppelt so viele wie in den zwei Jahren davor. Aber auch das reicht noch nicht. Deshalb macht die Bundesregierung mit dem Deutschlandpakt weiter Tempo. Dazu gehört auch, dass der Ersatz alter Anlagen durch neue, leistungsstärkere nicht noch einmal genehmigt werden muss. Denn ein modernes Windrad kann heute bis zu fünf alte ersetzen.

Unterstützung von Bürgergesellschaften für mehr Windenergie:
Um die lokale Akzeptanz von Windenergie- und Solaranlagen zu stärken, sollen Anlagenbetreiber die Kommunen am finanziellen Ertrag beteiligen. Der Windenergiepark in Simmerath in der Eifel zeigt, wie Windkraft vor der Haustür zum Wohlstand einer Gemeinde beitragen kann. Die Förderung beträgt jetzt je Projekt 300.000 Euro.

Neue Ausschreibungen für mehr Windparks auf See

Grundsätzlich dauert der Bau von Windenergieparks auf See deutlich länger als an Land. Denn solche riesigen Projekte im Meer – weit weg vom Festland – sind technisch und logistisch aufwendiger zu verwirklichen. Auch bei Offshore-Windkraftanlagen ist deutlich mehr Dynamik zu erkennen.

2023 sind 27 neue Offshore-Anlagen mit einer Leistung von 0,257 GW in Betrieb gegangen. Damit stehen zurzeit 1.564 Windräder vor den Küsten von Nord- und Ostsee. Die installierte Leistung stieg auf knapp 8,5 GW.

Aktuell im Bau befinden sich vier weitere Windparks mit einer Leistung von 2,54 GW. 2024 sollen 0,718 GW dazu kommen. Dazu gehören die zwei bereits Ende 2021 genehmigten Windparks in der Nordsee – „Godewind 3“ und „Borkum Riffgrund 3“. Godewind ging Anfang Mai in Betrieb, der erste Teil von Borkum Riffgrund 3 im Juni 2024.

Mit dem Windenergie-auf See-Gesetz sowie schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren will die Bundesregierung den Ausbau der Offshore-Windenergie voranbringen.

Mit einem neuen, dynamischen Verfahren werden mehr Flächen für neue Offshore-Windparks an Unternehmen vergeben: Die erste große Ausschreibungsrunde 2023 war ein Erfolg: Die erfolgreichen Bieter zahlen mehr als 13 Milliarden Euro, um vier Windparks in Nord- und Ostsee mit insgesamt sieben Gigawatt Leistung zu errichten. Damit wurden 8,8 GW erfolgreich bezuschlagt. Das ist mehr als die bisher insgesamt installierte Offshore-Leistung.

Die Bundesnetzagentur informiert laufend über die Ausschreibungen für Windenergieanlagen auf See.

Mehr Informationen zum Verlauf des Ausbaus der Erneuerbaren Energien finden Sie auch in den Fragen und Antworten zur Energiewende und auf www.bmwk.de