Europa 

Europäischer Freiwilligendienst

Europas Jugend engagiert sich

Einer der Grundpfeiler der Europäischen Union ist die Solidarität unter den 28 Mitgliedstaaten. Konkret können Jugendliche mit dem  Europäischen Freiwilligendienst dieses Prinzip erleben. Ein Beispiel: der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der im Auftrag der Bundesregierung die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland pflegt und eine eigene Jugendarbeit betreibt.   

Jugendliche pflegen Kriegsgräber in Ysselsteyn (Niederlande).

Jugendliche pflegen Kriegsgräber im niederländischen Ysselsteyn: Der Europäische Freiwilligendienst fördert den kulturellen Austausch in der EU.

Foto: Volksbund

EU-Bürger zwischen 17 und 30 Jahren können sich in sozialen Projekten in den 28 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Türkei, Nordmazedonien und Serbien engagieren. Gefördert wird der EFD durch die EU-Kommission und das Erasmus-Programm.

100.000 Freiwillige in 20 Jahren

In den vergangenen Jahren erfreut sich der EFD immer größerer Beliebtheit: Insgesamt haben sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als 100.000 Jugendliche in einem der sozialen Projekte engagiert. 97 Prozent der Teilnehmer geben an, nach dem Auslandsaufenthalt ihre Sprachkenntnisse verbessert zu haben und besonders von den interkulturellen Erfahrungen zu profitieren.

Der Auslandsaufenthalt der Jugendlichen dauert in der Regel zwischen zwei und zwölf Monate. Kürzere Aufenthalte ab zwei Wochen sind möglich, wenn die Teilnehmer etwa aufgrund einer Krankheit oder einer Behinderung auf besondere Unterstützung angewiesen sind.

Europäischen Zusammenhalt stärken

Interessierte sollten sich mindestens acht Monate im Voraus eine Organisation aussuchen, die ein konkretes Projekt vermittelt und bei der Planung beseite steht. 

Die teilnehmenden Organisationen haben ihren Schwerpunkt meist auf Kultur, Sport, Kunst, Tierschutz, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist es dabei immer, den europäischen Zusammenhalt zu stärken und den kulturellen Austausch zu fördern. Seit Ende 2018 ist der EFD ein Teil des Europäischen Solidaritätskorps (ESK). Das ESK bietet  neben Möglichkeiten für Freiwilligentätigkeiten und Praktika auch Arbeitsstellen und eigene Solidaritätsprojekte an, etwa bei der Flüchtlingshilfe und bei Notlagen wie Naturkatastrophen. 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Eine besondere Organisation für freiwillige Helfer ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Er betreibt als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene Jugendarbeit.

"Schon vor Jahrzehnten war der Volksbund mit seiner grenzüberschreitenden Jugendarbeit als ein Brückenbauer für die internationale Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt – und er ist es immer noch. Auch heute kann es nicht genug Menschen geben, die sich aktiv für ein gemeinsames, friedliches Europa einsetzen", sagt Generalsekretärin Daniela Schily.

Orte internationaler Begegnung

Kriegsgräberstätten stehen unter besonderem rechtlichem Schutz und sollen eindringliche Mahnung zum Frieden sein. Sie sind Orte internationaler Begegnung, aber auch immer noch Orte individueller Trauer oder kollektiven Gedenkens. Der Volksbund und die Jugendlichen aus verschiedenen europäischen Ländern, die sich im Rahmen des EFD engagieren, wollen für die Gefahren extremistischer Weltanschauungen sensibilisieren.

In den Workcamps und Begegnungsstätten des Volksbundes kommen jedes Jahr Tausende junger Menschen aus ganz Europa zusammen. Wer an der Vielfalt Europas teilhaben und wer sich mit dem Thema Demokratie- und Friedensengagement beschäftigen möchte, findet hier spannende Angebote und eine tolle Gemeinschaft.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist ein gemeinnütziger Verein. Er wurde 1919, ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges, gegründet. Im Auftrag der deutschen Bundesregierung sorgt er seit 1954 für die deutschen Kriegsgräberstätten zweier Weltkriege und des deutsch-französischen Krieges 1870/71 im Ausland.