Simulation Europäisches Parlament

Europa hautnah erleben

Junge Politikinteressierte aus Ahaus an der niederländischen Grenze, aus Wernigerode, Hemer und selbst aus Prag und dem dänischen Bornholm sind nach Berlin gereist. Sie alle wollen einmal in die Rolle von Mitgliedern des Europäischen Parlaments schlüpfen. 400 Jugendliche erfuhren hautnah im Berliner Abgeordnetenhaus, wie Politik in der Europäischen Union gemacht wird.

Der Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhaus. Schülerinnen und Schüler sitzen auf den Stühlen der Abgeordneten.

Die diesjährige Simulation Europäisches Parlament fand im Berliner Abgeordnetenhaus statt.

Foto: Bundesregierung/Eckel

Die Teilnehmenden diskutieren am 22. und 23. Feburar 2019 in Fraktionen, Ausschüssen sowie im Plenum über Klimapolitik und über die Zukunft der Europäischen Union (EU).

Ulrike Demmer, stellvertretende Regierungssprecherin, begrüßte als Gastrednerin die Jugendlichen im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie ermunterte die Jugendlichen dazu, um die "beste Lösung zu ringen" und hob in ihrer Rede die Wichtigkeit des Kompromisses hervor.

Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) wurde 1999 von der Jungen Europäischen Bewegung (JEB) ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich organisiert. Für ihr Engagement hat die SIMEP den Europäischen Bürgerpreis 2013 erhalten.

Im Gespräch mit Judy, Noah und Nils

Auch Judy Schubert, Noah Dünninghaus und Nils Terstriep sind nach Berlin gereist, um an der Simulation im Berliner Abgeordnetenhaus teilzunehmen. Das politische Geschäft einmal selbst in die Hand zu nehmen, ist für die Jugendlichen eine nachhaltige Erfahrung, von der sie am Ende ihres Politik-Tages in Berlin reichlich zu berichten haben.

Samstag Nachmittag, super Wetter, was bringt Euch dazu, bei diesem Planspiel mitzumachen?

Judy Schubert: Ich fand die Idee toll, das Europaparlament nachzuspielen, Politik selbst zu machen, selbst zu erleben, das wollte ich ausprobieren.

Noah Dünninghaus: Ich bin hier im Team der Journalisten, und das ist für mich perfekt, da ich mich auch für Medien interessiere.

Nils Terstriep: Ich bin schon zum zweiten Mal hier und selbst auch politisch aktiv auf kommunaler Ebene. Es ist mal eine super Gelegenheit, zu gucken, welche Fraktionen es im Europäischen Parlament gibt und wofür die stehen. Man lernt hier, wie man zusammenarbeiten muss, wie man Kompromisse eingehen muss, wie man Mehrheiten beschaffen muss. Beim Stammtischgespräch lernt man das nicht!

Was nehmt ihr hier mit?

Judy Schubert: Kompromisse zu schließen ist etwas ganz Wichtiges – aber genauso schwierig! Ich hab viel darüber gelernt, wie langwierig Politik ist, wie anstrengend, aber auch wieviel Spaß es macht, wenn man dann seine eigenen Entwürfe durchbekommt und das zum Gesetz wird.

Noah Dünninghaus: Ich bin immer wieder begeistert, welche Ergebnisse am Ende geliefert werden. Am Anfang hat man als Pressevertreter ja ein bisschen den Überblick und denkt, das ist das totale Chaos: Jeder hat was anderes vor. Die Kompromisse, die am Ende geschlossen werden, sind dann eine Überraschung – aber auch überzeugend. Dabei wird wie im echten Europäischen Parlament hart argumentiert. Das ist eine wilde Diskussion, die aber am Ende zu Ergebnissen führt.

Nils Terstriep: Was mir sehr wichtig ist, ist der Respekt den anderen Fraktionen gegenüber und der Zusammenhalt in den eigenen Fraktionen. Wenn man sehen kann, dass man für seine Vorschläge Mehrheiten beschaffen kann – das ist ein schönes Gefühl. Dass man einfach was bewegen kann!

Was ist Euch an der EU am wichtigsten?

Nils Terstriep: Europa wird immer wichtiger! Die einzelnen Nationalstaaten können gegenüber Russland, China oder den USA wenig erreichen. Deshalb muss man auf EU-Ebene gute Lösungen finden und die Kooperation verstärken, zum Beispiel bei der militärischen Zusammenarbeit. Denn nur gemeinsam kann man wirklich viel bewegen.

Judy Schubert: Ich finde die vielen Freiheiten, die wir als EU-Bürger genießen können, einfach großartig, allein das Reisen. Ich finde, das Modell EU ist einfach klasse.

Noah Dünninghaus: Ich glaube, Europa wird in Zukunft auf die Probe gestellt und da ist es natürlich wichtig, dass man zusammenhält und zusammenarbeitet.

Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 10. bis 13. Klassen in ganz Deutschland. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Interessiert? Weitere Infos und Anmeldung unter www.simep.eu

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