Ernährung weltweit sichern

Folgen des Krieges für die Landwirtschaft Ernährung weltweit sichern

Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft und damit auch die Nahrungsversorgung. Um die Folgen möglichst umfassend abzumildern, unterstützt die Bundesregierung auf vielfältige und pragmatische Weise die Ukraine. Es gilt, die Ernährung sicherzustellen sowie die Handelsmärkte offenzuhalten.

Getreide

Die Sicherung von Aussat und Ernte des Getreides in der Ukraine hat hohe Bedeutung für die weltweite Ernährungslage – die Bundesregierung und ihre Partner unterstützen hier vielfältig.

Foto: mauritius images / Science Photo Library

Die Landwirtschaft der Ukraine spielt eine wichtige Rolle für die weltweite Ernährungssicherheit. Aufgrund sehr guter Böden und des günstigen Klimas wird die Ukraine auch als „Kornkammer“ bezeichnet. Durch den russischen Angriffskrieg sind, Aussaat, Pflege und Ernte gefährdet. Hinzu kommen der Diebstahl von Getreidevorräten durch die russische Armee sowie die Blockade ukrainischer Häfen für die Verschiffung von Getreide. Die Bundesregierung und ihre internationalen Partner haben schnell und umfassende Hilfe zugesagt.

Lieferung von Landmaschinen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir verurteilt Diebstähle von Getreide und die Zerstörung von Silo-Anlagen in der Ukraine scharf. „Als Bundesregierung müssen wir alles tun, damit die Ukraine ihre Souveränität verteidigen kann - dazu zählen Waffen, Hilfslieferungen und wirtschaftliche Unterstützung“, so Özdemir. Über die Koordinierungsstelle des Ministeriums sind inzwischen bereits mehr als 270 Hilfslieferungen mit über 8.000 Paletten in die Ukraine gebracht worden. Die Bundesregierung arbeitet auch mit Hochdruck an der Einrichtung einer „Getreidebrücke“ zur Absicherung der Lieferkette nach der Blockade ukrainischer Häfen. Darüber hinaus soll auch schnellstmöglich landwirtschaftliches Gerät aus Deutschland in die Ukraine geliefert werden.

Weitere 430 Millionen Euro

Die G7-Staaten werden die internationale Unterstützung für die Ukraine enger miteinander abstimmen. Bei dem Treffen mit den Agrarministern der G7-Staaten unter deutscher Präsidentschaft am 13. und 14. Mai in Stuttgart wird es auch darum gehen. Die G7-Staats- und Regierungschefs haben die Wichtigkeit der Ernährungssicherung bekräftigt. Sie betonten ihr Bekenntnis zu offenen Märkten und ihren Willen, die weltweit mangelnde Ernährungssicherheit gemeinsam anzugehen.

Auf der Weltbank-Frühjahrstagung hat Entwicklungsministerin Svenja Schulze ein „Bündnis für globale Ernährungssicherheit“ vorgeschlagen. Es soll im weltweiten Rahmen vorausschauend und koordiniert auf die Hungerkrise reagieren. Alle, die sich engagieren wollen, sind eingeladen, mitzuwirken: Regierungen, internationale Organisationen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, Stiftungen und Privatsektor. Der Vorschlag wird derzeit im G7-Kreis ausgearbeitet. Bundeskanzler Scholz hat für den Kampf gegen den Hunger bereits beim Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs am 24. März in Brüssel zusätzlich 430 Millionen Euro avisiert. Fast die Hälfte davon soll an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen gehen.

Deutschlands entwicklungspolitisches Engagement für Ernährungssicherung:
Deutschland hat sein entwicklungspolitisches Engagement für Ernährungssicherung in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet: Mit deutlich mehr als einer Milliarde Euro jährlich für Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung sind wir zugleich einer der größten Geber weltweit.

Lebensmittelknappheit vermeiden

Neben einer umfassenden Versorgungssicherheit müssen auch die Lebensmittelpreise im Rahmen gehalten werden. Die internationalen Agrarmärkte müssen aus diesem Grund geöffnet bleiben. Auch die EU will ihren Teil für die weltweite Ernährungssicherheit leisten. So erhalten die europäischen Landwirte von der EU-Kommission 500 Millionen Euro bereitgestellt. Davon entfallen 60 Millionen Euro auf Deutschland, die um weitere 120 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt aufgestockt werden sollen. In Deutschland ist die Versorgungslage dank unseres hohen Selbstversorgungsgrades nach wie vor gesichert. Grundnahrungsmittel werden in ausreichender Menge hergestellt. Insofern besteht kein Grund, übermäßige Mengen zu bevorraten.  

Hilfen für die deutsche Landwirtschaft

Die Bundesregierung hat zur Abfederung der Folgen des Krieges in der Ukraine für die deutsche Landwirtschaft verschiedene Sofortmaßnahmen auf den Weg gebracht:

  • Für 2022 ist als Ausnahmeregelung vorgesehen, das, was auf ökologischen Vorrangflächen der Kategorien „Brache" und ‚ „Zwischenfrüchte" wächst, als Futter freizugeben.
  • Die bestehende Eiweißpflanzenstrategie wird ausgebaut und finanziell gestärkt, um unter anderem das Angebot an regional erzeugten Futtermitteln und damit die Unabhängigkeit Deutschlands bei der Versorgung mit Eiweißfuttermitteln, die nicht gentechnisch verändert sind, auszubauen.
  • Bestehende Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft werden entbürokratisiert, attraktiver und breiter bekannt gemacht.
  • Deutschland wird sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass pragmatisch und flexibel alle Möglichkeiten geprüft werden, weiterhin eine tiergerechte Fütterung in der ökologischen Tierhaltung zu ermöglichen. Denn der Ökolandbau ist vom Wegfall der Futtermittel aus der Ukraine in besonderem Maße betroffen.