Die Erinnerung wachhalten

Gedenken an Flucht und Vertreibung 20. Juni 2020 Die Erinnerung wachhalten

Die Bundesregierung gedenkt seit dem 20. Juni 2015 jährlich der Opfer von Flucht und Vertreibung weltweit sowie insbesondere der deutschen Vertriebenen. Die in diesem Jahr geplante zentrale Gedenkstunde musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Die geplanten Redner äußerten sich dennoch.

Ein historisches schwarz-weiß-Bild zeigt Menschen auf der Flucht.

Die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges hätten furchtbare Erfahrungen gemacht, aber zugleich "die Erfolgsgeschichte der jungen Bundesrepublik mitgeschrieben", so Seehofer.

Foto: picture-alliance / dpa

Zum Gedenken an Flucht und Vertreibung  sollte in diesem Jahr ursprünglich eine Gedenkstunde der Bundesregierung im Konzerthaus Berlin stattfinden. Dort waren Reden des Bundesinnenministers, der Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt und des Präsidenten des Bundes der Vertriebenen, Dr. Bernd Fabritius sowie ein Grußwort des Regionalbischofs Klaus Stiegler geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte diese Veranstaltung leider nicht stattfinden. Die Redner kommen in einer Mitteilung dennoch zu Wort. Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte anlässlich des 5. Jahrestags des Gedenkens:

"Wir gedenken am heutigen nationalen Gedenktag der Opfer von Flucht und Vertreibung, insbesondere der deutschen Vertriebenen. Die Erinnerung an die verheerenden Erfahrungen unserer Eltern und Großeltern verblasst zunehmend. 75 Jahre nach Kriegsende leben nur noch wenige, die uns aus eigenem Erleben berichten können. Der heutige Gedenktag hilft uns, die Erinnerung wachzuhalten. Denn Flucht und Vertreibung ist auch heute noch ein Thema. Die Erfahrungen aus unser eigenen Geschichte sind uns Mahnung für Gegenwart und Zukunft."

Beflaggung zum Gedenktag

Der Bundesinnenminister hat zur angemessenen öffentlichen Wahrnehmung des Gedenktages für den 20. Juni 2020 die bundesweite Beflaggung der obersten Bundesbehörden, ihrer Geschäftsbereiche sowie der Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, angeordnet.

Der 20. Juni ist seit 2015 der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Mit diesem Datum knüpft die Bundesregierung an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der insbesondere deutschen Vertriebenen.
Nach den aktuellen Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR waren im vergangenen Jahr 79,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht.