Energiewende

EU-Energiepolitik

Europäische Energieunion

Der Europäische Rat will eine europäische Energieunion schaffen. Sie sei eine "gemeinsame europäische Priorität", sagte Bundeskanzlerin Merkel in Brüssel. Mit der Energieunion soll die Energieversorgung sicherer, bezahlbarer und nachhaltiger werden.

"Aus unserer Sicht muss der Schwerpunkt dabei primär auf der Stärkung des Energiebinnenmarktes und der Umsetzung der Klima- und Energieziele für 2030 liegen", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung am 19. März 2015 betont.

Im Oktober 2014 hatte sich der Europäische Rat auf den Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 verständigt. Ziel ist es, die Wirtschaft und das Energiesystem der EU wettbewerbsfähiger, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. So wurde unter anderem vereinbart, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch soll um mindestens 27 Prozent steigen.

Fünf Aspekte der Energieunion

Die europäische Energieunion umfasst insbesondere folgende fünf Aspekte:

• Sicherheit der Energieversorgung
• Vollendung des europäischen Energiemarkts
• Energieeffizienz
• Umstellung auf eine Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen
• Forschung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

So geht es zum Beispiel darum, neue Lieferregionen für Energie zu erschließen. Auch innovative Technologien, der Ausbau eigener Ressourcen sowie bessere Gas- und Stromnetze sollen die Energieversorgung in Europa sicherer machen.

Energieversorgung in Europa sichern

Im Mittelpunkt der Diskussion beim Europäischen Rat am vergangenen Donnerstag stand die Energieversorgungssicherheit.
Um sie zu realisieren, sei es wichtig, den Binnenmarkt zu stärken, die Energie-Infrastruktur auszubauen, mehr erneuerbare Energien zu nutzen und damit zu mehr Energieeffizienz zu kommen, erklärte die Kanzlerin.

Die EU-Energieversorgung in Zahlen:

• Sechs Mitgliedstaaten beziehen ihr Erdgas von einem einzigen Lieferanten aus einem Drittstaat,
• die EU deckt 90 Prozent ihres Rohöl- und 66 Prozent ihres Erdgasbedarfs durch Importe,
• 75 Prozent des Gebäudebestands in der EU ist nicht energieeffizient,
• der Verkehr hängt zu 94 Prozent von Erdölprodukten ab, die zu 90 Prozent eingeführt werden,
• die Großhandelspreise in der EU sind bei Strom 30 Prozent und bei Erdgas über 100 Prozent höher als in den Vereinigten Staaten.

"Wir haben uns klar zu marktwirtschaftlichen und wettbewerblichen Ansätzen bekannt und gesagt, dass sie im Vordergrund stehen", so Merkel. Die Gipfelteilnehmer hätten sich für eine Transparenz im Zusammenhang mit Gaslieferverträgen ausgesprochen. Die Vertraulichkeit bei Abschlüssen müsse jedoch gewahrt bleiben, sagte die Kanzlerin.

Wichtige Grundlagen bereits geschaffen

Wichtige Grundlagen wurden bereits geschaffen: Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben letzten Oktober Ziele für die Energie- und Klimapolitik bis 2030 verabschiedet. Eine gemeinsame Strategie zur Energieversorgungssicherheit ist bereits in Kraft. Der gemeinsame Energiemarkt für alle EU-Länder ist weitgehend geschaffen.

Die Energieunion bietet die Chance, Europa im Energiebereich stärker und wettbewerbsfähiger zu machen und die europäische Integration weiter voranzutreiben.

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