Bundesbericht Energieforschung 2019

Energieforschung ist Wegbereiter der Energiewende

Das Energieversorgungssystem der Zukunft - darum geht es in den rund 4.036 vom Bundeswirtschaftsministerium 2018 geförderten Projekten. Erstmals wurden dabei innerhalb eines Jahres mehr als 1.000 neue Projekte gestartet. Das Kabinett hat heute den Bundesbericht Energieforschung beschlossen.

Windräder auf einem grünen Feld.

Insgesamt 5,9 Milliarden Euro sind im Bereich von sicherer, sauberer und effizienter Energie eingeplant.

Foto: Paul Langrock/Zenit/laif

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnete Forschung und Innovationen als strategischen Schlüssel für eine langfristig erfolgreiche Energiewende. "Gute Forschungsergebnisse reichen natürlich nicht aus, daher stehen Innovationstransfer, Vernetzung und Kommunikation im Fokus des neuen Energieforschungsprogramms."

In seinem Bericht Energie und Forschung gibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Überblick über den erreichten Stand von Forschung und Entwicklung. Er stellt rund 60 Forschungsprojekte im Detail vor. Die zunehmende Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme, Kälte und Mobilität ist kennzeichnend für die neuen Themenschwerpunkte, die das BMWi im neuen 7. Energieforschungsprogramm gesetzt hat.

Innerhalb der Bundesregierung liegt die Federführung für die Koordination, die programmatische Ausrichtung und die Weiterentwicklung des Energieforschungsprogramms beim BMWi. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Grundlagenforschung, für die anwendungsnahe Biomasseforschung ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zuständig.

Schwerpunkt auf Energieerzeugung und Energiewende

Der Schwerpunkt der Förderung lag 2018 auf den Themen Energieerzeugung (20 Prozent, rund 212 Millionen Euro) und Energiewende in den Verbrauchssektoren (17 Prozent, rund 176 Millionen Euro). Insgesamt hat die Bundesregierung im letzten Jahr 1,06 Milliarden Euro für die Erforschung moderner Energietechnologien aufgewendet. Damit bleibt die Forschungsförderung auf dem Niveau des Vorjahres.

Der langjährige Trend untermauert die zentrale Rolle der Energieforschung als Wegbereiter der Energiewende. Neben der Projektförderung finanziert die Bundesregierung Forschung und Entwicklung im Rahmen des Energieforschungsprogramms auch über die institutionelle Förderung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (37 Prozent, rund 394 Millionen Euro).

Der jährliche Bundesbericht Energieforschung stellt die Entwicklung der Forschungsförderung innovativer Energietechnologien im Rahmen des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung dar. Im September 2018 hat die Bundesregierung ein neues 7. Energieforschungsprogramm verabschiedet. Im Berichtsjahr 2018 erfolgte die Forschungsförderung also im Wesentlichen noch aus Mitteln des 6. Energieforschungsprogramms.

Transnationale Zusammenarbeit

Um die Energiewende umzusetzen, treiben die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten die Integration und Kooperation der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten im europäischen Forschungsraum (EFR) immer voran.

Im Bereich von sicherer, sauberer und effizienter Energie sind insgesamt 5,9 Milliarden Euro eingeplant. Rund 1.000 Forschungs- und Innovationsprojekte wurden mit Fördermitteln von mehr als 3,2 Milliarden Euro ausgestattet.

Dabei sind besonders Themen zur Nutzung Erneuerbarer Energien (48 Prozent), zu Energieeffizienz (18 Prozent) und zu Energiesystemen (22 Prozent) berücksichtigt worden. Bis 2020 werden dazu noch rund zwei Milliarden Euro als Fördermittel für Exzellente Projektvorschläge vergeben.

Deutsche-Französische Initiative

Gemeinsam mit dem Französischen Forschungsministerium MESRI startete das BMBF im Oktober 2018 eine Förderinitiative zur Nachhaltigen Energieversorgung Europas. Die Projekte sollen Lösungen auf den Gebieten "Umwandlung und Speicherung von Energie aus Erneuerbaren Quellen" sowie "Smart Grids auf Übertragungs- und Verteilnetzebene" liefern.

Deutsch-griechisches Forschungs- und Innovationsprogramm

In den Themenbereichen Gesundheitsforschung, Bioökonomie, Geistes- und Sozialwissenschaften, Kultur und Tourismus, sowie Materialforschung nimmt die Energieforschung mit acht von 24 Forschungsverbünden eine zentrale Rolle ein.

Darunter fallen unter anderem die Entwicklung von Kleinwindanlagen über Systemintegration und die Erforschung nachhaltiger Brennstoffzellen-Anwendungen für Insel-Energie-Systeme. Das BMBF und das griechische Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten stellen insgesamt 18 Millionen Euro dafür bereit.

In Reallaboren Regeln für Energie der Zukunft finden

Für die Wirtschaftspolitik sind Reallabore wichtige Experimentierräume, um innovationsfördernde Regelungen zu entwickeln.

"Mit Reallaboren der Energiewende werden zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt und können so die Transformation unseres Energiesystems beschleunigen", erklärte Bundeswirtschaftsminister Altmaier. "In ausgewählten Reallaboren unterstützen wir Unternehmen und Forscher in Deutschland deshalb dabei, ihre Innovationskraft zu entfalten und bei der Umsetzung der Energiewende in den Regionen einzubringen."

Um zu überprüfen, wie wirksam die geförderten Maßnahmen sind, kann die Politik unter realistischen Bedingungen Erfahrungen sammeln und beobachten, wie sich das Zusammenspiel von Innovationen und regulatorischen Instrumenten entwickelt.

Förderprogramm SINTEG

Mit dem Förderprogramm Schaufenster intelligente Energie (SINTEG) hat das BMWi ein sehr umfangreiches Reallabor im Energiebereich geschaffen.

Hier werden mögliche neue Regelungen für die Energiewelt von morgen entwickelt. Unter anderem werden digitale Flexibilitätsmärkte erprobt, die helfen, Netzengpässe zu vermeiden. Verbraucher könnten zum Beispiel ihre Stromnachfrage anpassen, etwa durch den Einsatz von Energiespeichern oder durch zeitliche Verschiebung ihres Verbrauchs.

Das BMWi fördert diese Projekte mit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro. Zusammen mit den Investitionen der mehr als 300 Unternehmen, die sich an dem Programm beteiligen, kommen so mehr als 500 Millionen Euro zusammen. Die Schaufenster haben den Auftrag, Blaupausen zu entwickeln, die auch in anderen Regionen und Ländern umgesetzt werden können.

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