Fördermaßnahmen für Kommunen

Gemeinsam sanieren: öffentliche Gebäude

Die Bundesregierung hat mit ihrem Energiekonzept ehrgeizige Ziele zum Umbau der Energieversorgung und zum Klimaschutz beschlossen. Häusern und Gebäuden kommt hierbei große Bedeutung zu, denn Heizungen schlucken einen großen Anteil der Energie, die wir verbrauchen.

Saniertes Schulzentrum in Lübtheen mit einer bunten Fassade und spezieller Wärmedämmung.

Saniertes Schulzentrum beheizt durch Erd- und Körperwärme.

Foto: picture alliance / ZB

Das betrifft nicht nur Einfamilienhäuser und Mietwohnungen: Ein Großteil der öffentlichen Gebäuden, wie Rathäuser und Schulen, ist ebenfalls energetisch sanierungsbedürftig. Das heißt, sie verbrauchen bei ihrer Bewirtschaftung mehr Energie als ein nach modernen Standards gebautes Haus das täte. Dadurch wird wertvolle Energie verschwendet. Das belastet nicht nur das Klima, sondern auch die öffentlichen Haushalte. Eine energetische Sanierung reduziert die Nebenkosten langfristig und entlastet die Haushalte.

Förderprogramme im Überblick

Die Bundesregierung fördert über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die energetische Sanierung aller Gebäude, die kommunalen und sozialen Zwecken dienen. Kommunen profitieren dabei von günstigen Krediten und einer tilgungsfreien Anlaufphase. Für kommunale Gebietskörperschaften, rechtlich unselbständige kommunale Eigenbetriebe sowie Gemeindeverbände steht hierfür das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren - Kommunen" zur Verfügung.

Das KfW-Programm "Sozial Investieren - Energetische Gebäudesanierung" wendet sich hingegen gezielt an gemeinnützige Organisationen (einschließlich Vereine) und Kirchen. Hier vergibt die KfW die Kredite nicht unmittelbar an den Investor, sondern ausschließlich über Banken.

Ganze Stadtviertel im Blick hat das neue KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung". Damit sollen mehr Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien in innerstädtischen Altbauquartieren geschaffen und neue Investorengruppen in den Sanierungsprozess einbezogen werden.

In einer ersten Phase geht es darum, integrierte Quartierskonzepte zu erstellen und einen Sanierungsmanager zu finanzieren. Dieser erstellt zusammen mit den Eigentümern ein Konzept für die Sanierung erstellt und begleitet dessen Umsetzung zwei Jahre lang. Integriert bedeutet, dass Möglichkeiten zur Energieeinsparung auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigen sowie Aspekte des Städtebaus, der Denkmalpflege und Baukultur. Ideen dafür sind beispielsweise wärmedämmende Maßnahmen oder eine gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude, eine Variante, die erneuerbare Energien häufig passgenauer einsetzt.

In einem zweiten Schritt können dann zinsgünstige Darlehen beantragt werden, um in kommunale Versorgungssysteme zu investieren. So kann beispielsweise in die gemeinsame Wärmeversorgung oder energiesparende Wasser- und Abwasserversorgung finanziert werden.

Förderung für Kommunen wird verstärkt

Die KfW-Programme zur CO2-Gebäudesanierung in Kommunen wurden zum 01.09.2012 nochmals verbessert. Damit wird die energetische Sanierung von Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur auch für finanzschwache Kommunen erheblich erleichtert. In den 300.000 Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur liegen große Potenziale für Energieeinsparung und Klimaschutz. Die Kommunen profitieren unmittelbar von sinkenden Energiekosten in ihren Gebäuden. Zugleich werden sie so ihrer Vorbildrolle für ihre Bürger gerecht.

Neue Förderkonditionen:

  • Die Förderung wird um die Förderbausteine für energetisch anspruchsvolle Sanierungen auf das Niveau Effizienzhaus 70 und 55 erweitert.
  • Da häufig gerade Rathäuser, Museen oder Schulen unter Denkmalschutz stehen oder als besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten, wird den Erfordernissen schützenswerter Gebäude mit dem neuen Förderbaustein "KfW-Effizienzhaus Denkmal" künftig verstärkt Rechnung getragen.
  • Erstmals werden auch Maßnahmen an Gebäuden kommunaler Unternehmen (z.B. Betreiber von Schwimmbädern oder Veranstaltungseinrichtungen) mit dem neuen KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren – Kommunale Unternehmen" gefördert.
  • Mit der Einführung von Tilgungszuschüssen gestaffelt nach KfW-Effizienzhaus-Niveau wird die Förderung auch für finanziell schwächere Kommunen attraktiver. Zugleich steigt der Anreiz, in höhere Energieeffizienz zu investieren.