Fördermaßnahmen für Kommunen

Öffentliche Gebäude Fördermaßnahmen für Kommunen

Die Bundesregierung hat mit ihrem Energiekonzept ehrgeizige Ziele zum Umbau der Energieversorgung und zum Klimaschutz beschlossen. Häusern und Gebäuden kommt hierbei große Bedeutung zu, denn Heizungen schlucken einen großen Anteil der Energie, die wir verbrauchen.

Saniertes Schulzentrum in Lübtheen mit einer bunten Fassade und spezieller Wärmedämmung.

Saniertes Schulzentrum beheizt durch Erd- und Körperwärme.

Foto: picture alliance / ZB

Das betrifft nicht nur Einfamilienhäuser und Mietwohnungen: Ein Großteil der öffentlichen Gebäude, wie Rathäuser, Schulen, Kitas oder Mehrzweckhallen ist ebenfalls energetisch sanierungsbedürftig. Das heißt, unsanierte Gebäude verbrauchen bei ihrer Bewirtschaftung bis zu fünfmal mehr Energie als ein nach modernen Standards gebautes Haus. Dadurch wird wertvolle Energie verschwendet. Das belastet nicht nur das Klima, sondern auch die öffentlichen Haushalte.

Für Kommunen bedeutet das: Eine energetische Sanierung reduziert Energieverbrauch, entlastet die öffentlichen Haushalte und schützt das Klima. Attraktive staatliche Fördermittel helfen bei der Umsetzung. Darüber hinaus werden die Kommunen ihrer Verantwortung und ihrer Vorbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürger in der eigenen Stadt gerecht.

Förderprogramme im Überblick

Die energetische Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden in Kommunen wird finanziell belohnt. Denn: je energieeffizienter ein Gebäude wird, desto mehr Fördergeld gibt es vom Staat dazu.

Die Bundesregierung fördert deshalb über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die energetische Sanierung aller Gebäude, die kommunalen und sozialen Zwecken dienen. Kommunen – dazu zählen kommunale Gebietskörperschaften, deren rechtlich unselbstständige Eigenbetriebe, Gemeindeverbände sowie kommunale Zweckverbände – profitieren dabei von günstigen Krediten und einer tilgungsfreien Anlaufphase.

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) hat die KfW-Förderbank dazu spezielle Programme aufgelegt. Diese beinhalten entweder Investitionszuschüsse (Programm 464) oder zinsgünstige Darlehen in Verbindung mit Tilgungszuschüssen (Programm 264).

Die Höhe der förderfähigen Kosten beträgt bis zu 30 Millionen Euro. Im Rahmen der Kreditförderung bei einer Darlehenslaufzeit von bis zu 30 Jahren können Kommunen die gesamten förderfähigen Kosten der Sanierung oder des Neubaus finanzieren.

Je nachdem, ob

  • es sich Einzelmaßnahmen handelt, 
  • ein Gebäude umfassend energiesparend saniert oder 
  • neu gebaut wird:

Bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gibt es als Investitions- oder Tilgungszuschuss.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bündelt mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich.

Die BEG besteht aus drei Teilprogrammen:  
 
- Neubau und Komplettsanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus (BEG WG)

- Neubau und Komplettsanierung von Nichtwohngebäuden zum  Effizienzgebäude (BEG NWG) und

- Sanierung mit Einzelmaßnahmen an Wohn- und Nichtwohngebäuden (BEG EM, jeweils in einer Zuschuss- und einer Kreditvariante).

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Kommunen, Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen. Zuständig für die Durchführung der BEG sind die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ganze Stadtviertel im Blick hat das neue KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung - Zuschuss". Damit sollen mehr Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien in innerstädtischen Altbauquartieren geschaffen und neue Investorengruppen in den Sanierungsprozess einbezogen werden.

In einer ersten Phase geht es darum, integrierte Quartierskonzepte zu erstellen und einen Sanierungsmanager zu finanzieren. Dieser erstellt zusammen mit den Eigentümern ein Konzept für die Sanierung und begleitet dessen Umsetzung zwei Jahre lang. Integriert bedeutet, dass Möglichkeiten zur Energieeinsparung auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigen sowie Aspekte des Städtebaus, der Denkmalpflege und Baukultur. Ideen dafür sind beispielsweise wärmedämmende Maßnahmen oder eine gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude, eine Variante, die erneuerbare Energien häufig passgenauer einsetzt.

In einem zweiten Schritt können dann zinsgünstige Darlehen beantragt werden, um in kommunale Versorgungssysteme zu investieren. So kann beispielsweise die gemeinsame Wärmeversorgung oder energiesparende Wasser- und Abwasserversorgung finanziert werden.