Energiewende

Energieeffizienz steigern

Die Energieeffizienz nach dem Kohleausstieg

Damit Deutschland in der Zukunft nicht länger auf fossile Brennstoffe als Hauptenergieträger angewiesen ist, setzt sich die Bundesregierung für Fortschritte im Zeichen der Energiewende ein. Die Umstellung auf erneuerbare Energien muss dabei analog zum Kohleausstieg erfolgen. Dafür sind Investitionen in nachhaltige Energieeffizienz der Schlüssel.

Ein Energieausweis ist vor modernen Einfamilienhäusern in Berlin-Karlshorst zu sehen.

Wer sein Gebäude energetisch saniert, verbraucht weniger Energie für Heizung und Warmwasser.

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Der Ausstieg aus der Kernenergie sowie die Verdrängung von Steinkohle und Erdgas gelten als Faktoren für die Veränderung der Hauptenergiequellen. Ein Großteil des Stroms soll in Zukunft über erneuerbare Energien gewonnen werden. Die Erzeugung wie auch der Verbrauch von Energie müssen effizienter gestaltet werden, damit erneuerbare Energien den Anteil des fossilen Energiebedarfs nicht nur abdecken, sondern sich der Gesamtbedarf an Primärenergie parallel dazu reduziert. Auf Grundlage des Abschlusssberichts der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" ("Kohlekommission") hat die Bundesregierung beschlossen, die Kohleverstromung auslaufen zu lassen.

Energieversorgung von morgen sicherstellen

Das Ziel ist die Entwicklung einer umwelt- und gesellschaftsverträglichen Energiewende.

Ein erster Schritt zur rationellen Verwendung von Energie ist es, weniger Energie bei der Umwandlung, dem Transport, der Speicherung oder der Nutzung zu verlieren. Der direkte Nutzen der Energie bleibt gleich und der energetische Aufwand zur Energieherstellung sinkt! Ein Leuchtturmprojekt für die klimaneutrale Energieversorgung der Zukunft.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) definiert "efficiency first" - die Steigerung der Energieeffizienz - als Leit- und Planungsprinzip für eine erfolgreiche Energiewende. Die günstigste und umweltfreundlichste Kilowattstunde ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen.

Energieeffizienzmaßnahmen, wie CO2-Gebäudesanierungsprogramme oder Marktanreizprogramme zur Nutzung erneuerbarer Energien, stärken die Ziele nachhaltiger Energiepolitik. Diese beinhalten die Senkung des Primär- und Endenergieverbrauchs, die Steigerung der Endenergieproduktivität, die Reduktion der Treibhausgasemissionen und den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Ein Blick auf die Zahlen

Deutschland verbrauchte im Jahr 2017 rund 13.500 Petajoule (PJ) an Energie. Im Vergleich zu 2008 reduzierte sich der Primärenergieverbrauch um 855 PJ.

In der Einheit Petajoule wird Wärme, Energie und Arbeit physikalisch gemessen. Joule ist die international verbindliche physikalische Maßeinheit für die Energie (1 PJ = 1 Billiarde Joule).

2017 lag der CO2-Ausstoß von Deutschland bei 749 Millionen Tonnen. Damit reduzierten sich die Emissionen gegenüber 1990 um 24 Prozent. Um die klimaschädlichen Ausstöße weiter zu verringern, wird empfohlen, die Daten der einzelnen Energieverbraucher und Energiequellen auszuwerten.

41,8 Prozent der CO2-Emmissionen von 2017 stammen aus der Energiewirtschaft, 22,6 Prozent aus dem Verkehrssektor, 17,2 Prozent aus privaten Haushalten und nur 12,1 Prozent entstehen im Gewerbe, Handel oder Dienstleistungsbereich. Obwohl der Endenergieverbrauch abnimmt, die Verwendung erneuerbarer Energien deutlich steigt,  bleiben 2017 fossile Brennstoffe, wie Braun- und Steinkohle vorerst elementare Bestandteile der Energieversorgung.

Primärenergieverbrauch bis 2050 halbieren

Im Zuge des geplanten Kohleausstiegs formulierte die Bundesregierung ein langfristiges Primärenergieziel: Der Primärenergieverbrauch soll bis 2050 halbiert werden. Dafür handelt die Bundesregierung unter dem Leitprinzip "efficiency first". Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Kostenoptimierung der Energiewende und der Verstärkung des Dekarbonisierungseffekts der erneuerbaren Energien.

Zum Impulspapier "Strom 2030" äußerte sich der bis 2018 amtierende Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Rainer Baake: "Es gibt inzwischen einen breiten Konsens, dass eine kosteneffiziente Erreichung der Energiewendeziele einen Dreiklang erfordert: Erstens muss der Energiebedarf in allen Sektoren deutlich und dauerhaft verringert werden (Stichwort "Efficiency First"). Zweitens sollen erneuerbare Energien in den jeweiligen Sektoren überall dort direkt genutzt werden, wo dies ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, also zum Beispiel Biotreibstoffe im Verkehrssektor oder Solarthermie in Gebäuden. Drittens wird der Energiebedarf in allen Sektoren, der trotz Effizienzmaßnahmen und direkter Nutzung erneuerbarer Energien verbleibt, zukünftig mit Strom aus erneuerbaren Quellen gedeckt."

Forschungsmaßnahmen

Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) setzt die Bundesregierung das Impulspapier "Strom 2030" um.

Informationen über den aktuellen Fortschritt zentraler Vorhaben des BMWi im NAPE gibt das  NAPE-Meter.

Insgesamt stehen für die Förderprogramme des BMWi bis 2020 Bundesmittel in Höhe von rund 17 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit einem Fördermitteleinsatz der Bundesregierung von rund 55 Millionen Euro entwickeln 130 Forschungsprojekte aktuell Strategien, wie man die Energieeffizienz in unterschiedlichen Sektoren erhöhen kann.

Eines der Hauptthemen des 7. Energieforschungsprogramms ist Abwärme. Entstandene Wärmeenergie kann weiter genutzt und in den Energiekreislauf zurückgeführt werden. Das Abwärmepotential in Deutschland liegt zwischen 88 und 260 Terawattstunden pro Jahr. Wenn es gelingt diese Energie abzufangen, hat das signifikanten Einfluss auf den Primärenergieverbrauch (PEV) der Industrie. Allein bei einem klassischen Pkw mit Verbrennungsmotor gehen mehr als zwei Drittel der Energie in Form von Abwärme und Reibungsverlusten verloren. Die Weiterentwicklung von Elektromotoren für Energieeinsparungen und Prozessoptimierungen ist zentral, um die Potentiale der Energieeffizienz auszuschöpfen.

Wir alle können gemeinsam an einer nachhaltigen, effizienten Energiewende für unsere Zukunft arbeiten. Informationen zu Effizienzmaßnahmen, die im Alltag verbraucherfreundlich und einfach umsetzbar sind, finden Sie hier