Fragen und Antworten zur neuen Mobilfunkgeneration

5G-Frequenzauktion ist beendet

Hundertmal schnellere Datenübertragung als ihre Vorgängerin verspricht die neue Mobilfunkgeneration 5G. Nach 497 Auktionsrunden ist der Hammer gefallen, die Bundesnetzagentur hat die Frequenzen versteigert. Hier die wichtigsten Fragen rund um die längste Auktion deutscher Mobilfunkfrequenzen.

Ein Journalist fotografiert vor dem Start der Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzblöcken am Mainzer Technik-Standort der Bundesnetzagentur das Kürzel «5G» mit seinem Smartphone.

Mit dem 5G-Standard sollen Daten deutlich schneller übertragen werden als bislang.

Foto: picture alliance/dpa

Was wurde versteigert?

In der 5G-Frequenzauktion ging es um insgesamt 41 Frequenzpakete. Diese liegen in den vergleichsweise hohen Bereichen 2 Gigahertz und 3,4 bis 3,7 Gigahertz. Der Umfang des Frequenzspektrums beträgt 420 MHz. Diese Frequenzen zeichnen sich durch eine vergleichsweise geringe Reichweite und umso höhere Kapazitäten aus.

Warum fand die Auktion statt?

Die Frequenzversteigerung ist ein erster wichtiger Baustein für den Start in die 5G-Technologie. Die Vergabe soll eine frühzeitige Nutzbarkeit der Frequenzen sicherstellen und einen schnellen, flexiblen und bedarfsgerechten Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland ermöglichen.

Wer hat die Auktion durchgeführt?

Herrin des Verfahrens war die Bundesnetzagentur. Sie führte die Versteigerung auf Basis der Regelungen des Telekommunikationsgesetzes durch. Die Bundesnetzagentur ist eine selbstständige Behörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wer war zur Auktion zugelassen?

Neben den bisherigen Anbietern Telekom Deutschland GmbH, Vodafone GmbH und Telefónica Germany GmbH & Co. OHG hat die Bundesnetzagentur auch einen vierten Bieter zugelassen: die Drillisch Netz AG.

Wie lief die Auktion ab?

Die Versteigerung fand unter hohen Sicherheitsanforderungen statt. Die Bieter gaben ihre Gebote in voneinander getrennten Räumen in einem autarken Versteigerungsnetzwerk ab. Die 41 Frequenzpakete wurden gleichzeitig versteigert, Bieter konnten Gebote auf mehrere Pakete abgeben.

Wie viel konnte geboten werden?

Für jedes Frequenzpaket galt ein Mindestgebot zwischen 1,7 Millionen und fünf Millionen Euro. Insgesamt lag die Höhe der Mindestgebote bei 104,6 Millionen Euro. Die Gebote durften nur in vorgegebenen Stufen erhöht werden - was auch Absprachen unter den Bietern verhindern sollte.

Wie hoch ist der Erlös?

Die Auktion erbrachte insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Wie lange dauerte die Auktion?

Die Auktion wurde am 19. März eröffnet und ging am 12. Juni nach 12 Wochen und 497 Auktionsrunden zu Ende. Alle 41 Pakete wurden gleichzeitig angeboten, bis keine neuen Gebote mehr eingingen. 2015 endete die Frequenzauktion nach drei Wochen und 181 Gebotsrunden mit einem Erlös von 5,1 Milliarden Euro.

Wie transparent war die Auktion?

Für die Auktion gab es klare Regeln und Bedingungen. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte ab Beginn der Auktion auf ihrer Internetseite die jeweils aktuellen Rundenergebnisse und die Ergebnisse aus den vorangegangenen Runden.

Wofür wird der Erlös verwendet?

Die Einnahmen aus der Vergabe der 5G-Lizenzen fließen vollständig dem Sondervermögen "Digitale Infrastruktur" zu. Daraus werden der Gigabitnetzausbau und der Digitalpakt Schule finanziert. Dabei fließen 70 Prozent der Einnahmen dem Gigabitnetzausbau und 30 Prozent dem Digitalpakt Schule zu.

Welches Ziel verfolgt die Bundesregierung?

Der Koalitionsvertrag sieht vor, Deutschland zum Leitmarkt für 5G aufzubauen. Ziel der Bundesregierung ist daher, zunächst eine flächendeckende 4G-Versorgung zu erreichen. Hierzu leisten die Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur einen wichtigen Beitrag.

Wird es 5G bald flächendeckend geben?

Ein flächendeckendes 5G-Netz kann nicht von heute auf morgen entstehen. Es wird Schritt für Schritt auf Basis der bestehenden Mobilfunknetze ausgebaut. Ziel ist deshalb, schnell eine flächendeckende Mobilfunkabdeckung zu erreichen, die mobile Telefonie und Datennutzung auch im ländlichen Raum sicherstellt.

Wird durch die 5G-Vergabe die Netzabdeckung besser?

Zu den Auflagen der Bundesnetzagentur gehört unter anderem, dass bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte, alle Autobahnen sowie die wichtigsten Bundesstraßen und Schienenwege mit 100 Megabit Datengeschwindigkeit pro Sekunde versorgt werden. Dadurch wird sich auch die Versorgung mit 4G verbessern.

Warum ist 5G so wichtig?

Neben der Nutzung der Frequenzen für mobiles Breitband wird 5G insbesondere die Entwicklung innovativer Dienste und Anwendungen fördern. Dazu gehören unter anderem autonomes Fahren, Industrie 4.0 und die Telemedizin.

Wer profitiert von 5G?

Von 5G werden zunächst vor allem Unternehmen profitieren, die den neuen Standard zum Beispiel in ihren Fertigungshallen nutzen. Für die Industrie gilt 5G als unverzichtbar, um etwa besonders viele Maschinen miteinander zu vernetzen und präzise zu steuern.

Was hat der private Nutzer davon?

Der private Nutzer wird den neuen Standard erst in Zukunft unmittelbar nutzen können und zunächst eher indirekt von 5G profitieren - zum Beispiel durch eine sichere Vernetzung von Geräten im Krankenhaus oder ein temporäres 5G-Netz bei Großveranstaltungen.

Wie steht es um die Sicherheit des künftigen 5G-Netzes?

Die Bundesregierung hat immer betont, dass die Sicherheit beim Betrieb und Ausbau des Mobilfunknetzes ein sehr hohes Gut ist. Deshalb hat die Bundesnetzagentur Eckpunkte zusätzlicher Sicherheitsanforderungen für Telekommunikationsnetze veröffentlicht. Diese Anforderungen gelten für alle Unternehmen gleichermaßen.

Drohen durch 5G gesundheitliche Gefahren?

Der weitere Ausbau der Mobilfunknetze mit dem neuen Standard 5G unterliegt im gesamten Bundesgebiet der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die in dieser Verordnung festgelegten Immissionsgrenzwerte basieren auf den international anerkannten Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) sowie den Empfehlungen der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK). Sie gewährleisten den Schutz vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren und erheblichen Belästigungen durch elektromagnetische Felder.

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