3. November 1989 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Gemeinsame Erklärung der Bürgerrechtler

3. November 1989: In Ostberlin besiegeln Vertreter verschiedener Oppositionsgruppen ihre Zusammenarbeit – sie unterzeichnen eine „Gemeinsame Erklärung“. Darin fordern sie alle DDR-Bürger auf, mit eigenen Händen und Füßen die Demokratisierung im Land voranzutreiben.

Gemeinsame Erklärung von Bürgerrechtlern

Gemeinsame Erklärung Bürgerrechtler

Foto: Robert-Havemann-Gesellschaft

Verschieden und dennoch einig

Die Gruppen unterscheiden sich zwar thematisch und in ihren Anschauungen, doch im Prinzip wollen sie alle nur eines: Die DDR demokratisch erneuern und das Machtmonopol der SED beenden.

Ihre gemeinsamen Forderungen reichen von einer grundlegenden Verfassungsreform über freie und geheime Wahlen, Versammlungs-, Vereinigungs- und Pressefreiheit bis zur Freilassung inhaftierter Oppositioneller.

Die Initiatoren der Erklärung kamen aus den Reihen der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt, Demokratischer Aufbruch, Grünes Netzwerk Arche, Initiative Frieden und Menschenrechte, Vereinigte Linke, Neues Forum und der Sozialdemokratischen Partei der DDR.

Aufruf zum Aktivwerden

Seit Wochen tragen Tausende von Menschen die Friedliche Revolution. In Friedensgebeten und Demonstrationen werden die Rufe nach Freiheit immer lauter.

Die SED-Führung beugt sich dem gesellschaftlichen Druck und ist ab Oktober zum Dialog mit der Bevölkerung bereit. Doch die Bürgerinnen und Bürger geben sich nicht zufrieden. Sie wollen mehr als leere Versprechungen, vorgespielten Veränderungswillen und unehrliche Eingeständnisse. Den Menschen wird immer mehr klar: Eine wirkliche „Wende“ kann nur noch von „unten“ kommen.

Diesen Willen nach Veränderung wollen die Oppositionsbewegungen verstärken. Taten sollen folgen. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger der DDR, diese Forderungen mit eigenen Beiträgen und Aktionen zu unterstützen“, heißt es in den Schlussworten der Gemeinsamen Erklärung.

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