Lassen Sie sich impfen: Jede Impfung zählt

Pressekonferenz zur Corona-Lage Lassen Sie sich impfen: Jede Impfung zählt

Mit mehr als 90.000 Corona-Infektionen pro Tag sind die Fallzahlen in Deutschland so hoch wie nie. 70 Prozent davon gehen auf die Omikron-Variante zurück. Bundesgesundheitsminister Lauterbach sagte, die Welle müsse verlangsamt und gestreckt werden, um in dieser Zeit so viele Menschen wie möglich mit Auffrischungsimpfungen zu versehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, RKI-Präsident Lothar Wieler und der Virologe Christian Drosten

Bundesgesundheitsminister Lauterbach, RKI-Präsident Wieler und der Virologe Prof. Drosten: Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser kommen wir durch die Pandemie.

Foto: picture alliance/dpa

Es sei gelungen, die vergleichsweise kurze Verdoppelungszeit der Corona-Ansteckungen wie in anderen Ländern zu strecken, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Der Verdoppelungszeitraum habe vor einigen Wochen noch bei etwa 4,5 Tagen gelegen. Derzeit bewege man sich auf 6,5 Tage zu.

„Wir sehen, dass die Kontaktmaßnahmen wirken“, so Lauterbach. Durch die Corona-Maßnahmen seien die Kontakte etwa 50 Prozent des „vorpandemischen Zeitalters“ reduziert. Trotzdem gebe es keinen Grund zur Entwarnung, betonte Lauterbach am Freitag in einer gemeinsamen Pressekoferenz mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und dem Virologen Christian Drosten zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie.

Mit Blick auf die steigenden Fallzahlen ordnete der Gesundheitsminister eine Priorisierung bei den PCR-Tests an. Vorrang soll das Personal in medizinischen Einrichtungen haben. Zudem sollen Antigenschnelltests auf ihre Sensitivität hin überprüft werden.

„Wir kommen jetzt in schwieriges Fahrwasser, an dem denn Labore an Überlastungsgrenze kommen.“ Die Strategie sei, die Omikronwelle zu verlangsamen und zu strecken und in dieser Zeit so viele Menschen wie möglich mit Auffrischimpfungen zu boostern. Dafür sei genügend Impfstoff da, so Lauterbach. Jede Boosterimpfung, die in Deutschland gemacht werden müsse, könne vorgenommen werden, erklärte der Bundesgesundheitsminister weiter.

Fallzahlen so hoch wie nie

Inzwischen gehen mehr als 70 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Omikron-Variante zurück. Nach Worten des RKI-Präsidenten Wieler werde Omikron die Delta-Variante in wenigen Tagen vollständig verdrängt haben. „Die Omikronwelle türmt sich weiter auf und das mit einer Dynamik, wie wir sie in dieser Pandemie bislang noch nicht gesehen haben“, sagte Wieler.

Zwar würden Daten zeigen, dass Omikron zwar im Vergleich zur Delta-Variante weniger gefährlich sei. Dennoch warnte Lauterbach davor, diese Daten eins zu eins auf Deutschland zu übertragen. Denn hierzulande gebe es drei Millionen Menschen über 60 Jahren, die bisher noch nicht geimpft seien. Lauterbach warnte vor einer Durchseuchung in Deutschland. „Die Zahl der Opfer, die wir dann beklagen müssten, ist ungewiss und sicherlich zu hoch. Und es würde auch nicht dazu führen, dass wir danach einen Schutz vor weiteren Varianten hätten“, sagte er.

Durch die Masse an Infektionen müsse man sich darauf einstellen, dass die Zahlen der Krankenhauseinweisungen wieder steigen würden, fügte Wieler hinzu. Bisher hätten die Todesfälle noch nicht wieder zugenommen. Das werde sich aber wieder ändern.

Einer von 100 Personen infiziert

Nach Angaben des RKI gibt es derzeit geschätzt mindestens 800.000 aktive Fälle. „Das heißt, dass einer von 100 Menschen in Deutschland jetzt in dem Moment mit Sars-CoV-2 infiziert ist. Und das sind ja nur die Fälle, von denen wir aus dem Meldesystem Kenntnis haben“, sagte Wieler.

Die Impfung bremst jedes Virus ab

Sowohl Lauterbach, Wieler als auch der Virologe Drosten appellierten an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Noch immer sei die Impflücke zu groß. Impfungen würden zwar nicht immer eine Infektion verhindern, aber in jedem Fall vor einem schweren Verlauf schützen. Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser kommen wir durch die Pandemie.

„Es gibt relativ viele Infektionen bei Geimpften“, sagte Drosten. Die Impfung bremse jedoch jedes Virus ab. „Das ist ganz entscheidend, sich das klarzumachen.“

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