„Diese Entwicklung haben wir uns alle gemeinsam hart erarbeitet“

Aktuelle Corona-Lage „Diese Entwicklung haben wir uns alle gemeinsam hart erarbeitet“

Aufgrund sinkender Corona-Infektionszahlen und der sich entspannenden Lage auf den Intensivstationen stuft das RKI die Gefahrenlage für Deutschland von „sehr hoch“ auf „hoch“ herunter. „Die Lage wird besser. Sie wird deutlich besser“, sagt Bundesgesundheitsminister Spahn. „Aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie.“ Deshalb sei weiterhin Umsicht erforderlich.

Bundesgesundheitminister Spahn mit dem Präsidenten des Robert KOch-Instituts, Lothar Wieler

Bundesgesundheitminister Spahn (r.), RKI-Chef Wieler: Es sind kontrollierte und verantwortungsvolle Öffnungsschritte möglich.

Foto: picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka

Mit Blick auf die sinkenden Inzidenzen, aktuellen Infektionszahlen und einer sich entspannenden Lage auf Intensivstationen stuft das Robert Koch-Institut in seiner Risikoeinschätzung für Deutschland die Gefahrenlage von „sehr hoch“ auf „hoch“ herunter. Es gebe zwar gute Nachrichten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Doch auch wenn sich nun jeder Normalität und Alltag wünsche, sei die Pandemie noch nicht vorbei.

Aus diesem Grund sei ein Mix aus Zuversicht und Umsicht wichtig, fügte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hinzu. „Es geht schon vieles, aber noch nicht alles. Man spürt mehr Zuversicht und eine bessere Laune“, so der Minister. Das müsse nun mit der notwendigen Vorsicht zusammengebracht werden. Denn gerade ein Blick auf andere Länder mache deutlich, dass es Beispiele auf der Welt gebe, wo Übermut schief gegangen sei.

Impfungen laufen auf Hochtouren

RKI-Chef Wieler erinnerte daran, dass viele Millionen Menschen im Land noch nicht geimpft seien. Aus diesem Grund seien nur kontrollierte und verantwortungsvolle Öffnungsschritte möglich. Damit weitgehend auf Maßnahmen verzichtet werden kann, müssten „mehr als 80 Prozent“ der Menschen im Land einen Impfschutz oder einen Immunschutz haben. Das bedeutet: eine vollständige Impfung oder eine durchgemachte Infektion plus Impfung. Mit Stand vom 1. Juni sind 18 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Aktuelle Zahlen finden Sie auf dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums.

Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte: „Wenn die Dinge so weitergehen, die Impfzahlen hoch, die Inzidenzen runter, dann kann das ein richtig guter Sommer werden. Und diesen positiven Trend, diese Entwicklung, die haben wir uns alle gemeinsam hart erarbeitet durch viel individuellen Verzicht, durch viele Härten auch in vielen Lebensbereichen, durch Vorsicht und Umsicht, durch viel Testen und, ja, durch Impfen.“

In dieser Woche impfen mehr als 70.000 Ärzte in Deutschland – mehr als in den Wochen zuvor. Nach jetzigem Stand könne bis Mitte Juli 80 bis 90 Prozent aller Impfwilligen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Spahn. Dies gelte unter Berücksichtigung der bis jetzt zugesagten Liefermengen an Impfdosen und schließe nicht das Angebot des Herstellers Johnson&Johnson ein.

Bundesweite Notbremse bis 30. Juni

Wegen des hohen Infektionsgeschehens sei die bundesweite Notbremse ein „notwendiges Instrument“ gewesen. „Diese hat mitgeholfen, diese Situation jetzt zu erreichen“, so Spahn. Nun müssten alle gemeinsam daran arbeiten, „dass wir eine solche Maßnahme nicht mehr brauchen“. Die Notbremse läuft automatisch zum 30. Juni 2021 aus. Sie wurde eingeführt, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und sieht bundesweit einheitliche Maßnahmen ab 7-Tage-Inzidenzen von 100 vor.

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