Landwirtschaft soll nachhaltiger werden

Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel Landwirtschaft soll nachhaltiger werden

Äcker, Wälder, Fische und unsere Tierhaltung – sie müssen dem Klimawandel gewachsen sein. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unternimmt dafür diverse Anstrengungen. Das zeigt der Zweite Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.

Wald mit Blick nach oben.

Seit 2013 fördert die Bundesregierung mit dem Waldklimafonds zahlreiche Projekte, die dazu beitragen, die Wälder an den Klimawandel anzupassen.

Foto: Colourbox

Gerade die Land- und Forstwirtschaft leiden drastisch unter dem schnellen Klimawandel, Dürreperioden setzen massiv zu, kosten Ernten und die Gesundheit unserer Wälder. Die vergangenen 20 Jahre zählen zu den heißesten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 40 Prozent unserer Wälder sind geschädigt. Die Ostsee hat sich seit 1982 um etwa 2°C erwärmt. Die Wasserspeicher unserer Böden sind mancherorts restlos aufgebraucht.

Darauf, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, müsse neben einer konsequenten Klimaschutzpolitik zugleich mit einer umfassenden Klimaanpassung reagiert werden. Hierzu brauche es neben kurzfristigen Maßnahmen als Reaktion auf Extremwetterereignisse vor allem langfristiger Strategien. Die Land- und Forstwirtschaft müsse dabei unterstützt werden, denn sie sei besonders betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels, so Klöckner weiter.

Anpassungen in verschiedenen Bereich notwendig

  • Pflanzenbau
    Hier geht es etwa um die Weiterentwicklung effizienterer und standortoptimierter Bewässerungsverfahren, die Züchtung und praktische Erprobung hitze- und trockenstresstoleranterer Arten und Sorten sowie die Vermeidung der Ein- und Verschleppung gefährlicher Schadorganismen. Zudem ist ein stärkerer Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis notwendig.
  • Anpassung im Wald/Forst
    Im Bereich der Forstwirtschaft stehen unter anderem die Entwicklung innovativer klimaangepasster Waldbaukonzepte, die Wiederbewaldung, der Waldumbau sowie die Waldverjüngung an. Die ökologische Begleitforschung zu klimaresilienten Wäldern wird ausgebaut und die Entwicklung effizienter Waldschutzstrategien im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes vorangebracht. Im Zusammenhang damit stehen forstliches Risiko- und Krisenmanagement sowie der Aufbau eines nationalen Waldschutzmonitorings.

    Bereits seit 2013 finanziert die Bundesregierung mit dem Waldklimafonds ein wichtiges Bundesprogramm zugunsten des Waldes mit jährlich rund 20 Millionen Euro, seit 2019 sind es rund 25 Millionen Euro. Über den Waldklimafonds wurden seit 2013 zahlreiche Projekte gefördert, die dazu beitragen, die Wälder an den Klimawandel anzupassen.
  • Anpassung in der Nutztierhaltung
    Mittels Anbaus trockenheitsverträglicher Tiefwurzler wie zum Beispiel von Luzernen und Hirsearten sowie der Förderung alternativer Futtermittel soll die Futtermittelproduktion ausgebaut werden. Ferner wird die Züchtung gesunder und robuster sowie stresstoleranter Nutztierrassen gefördert und durch den Einsatz digitaler Technologien sollen unter anderem Treibhausgasemissionen reduziert.
  • Anpassung in der Fischerei und Aquakultur
    Hier stehen unter anderem die Förderung technischer Innovationen wie zum Beispiel partielle Kreislaufführung (Wasseraufbereitung und Rückführung) und die Kombination von Aquakultur und Photovoltaik auf dem Programm. Neben einem nachhaltigen Fischereimanagement sollen klimaangepasste und robuste Fischarten zum Einsatz kommen.

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