Studieren an einer Hochschule

Studieren ist beliebt wie nie. Mit dem "Hochschulpakt 2020" finanziert der Bund zusammen mit den Ländern 760.000 zusätzliche Studienplätze. Außerdem hat der Bund 2015 das BAföG übernommen und 2016 deutlich erhöht.

Studenten der Human- und Zahnmedizin sitzen bei einem Kurs im Mikroskopiersaal am Institut für Anatomie der Universität in Leipzig.

760.000 zusätzliche Studienplätze werden in den nächsten Jahren mit dem „Hochschulpakt 2020“ entstehen.

Foto: picture-alliance/ ZB

Rund 2,8 Millionen Studentinnen und Studenten sind an deutschen Hochschulen immatrikuliert - so viele wie noch nie. Über 355.000 ausländische Studierende sind an deutschen Hochschulen eingeschrieben.

Sie können an 426 Hochschulen studieren: 106 Universitäten, sechs Pädagogische Hochschulen, 16 Theologische Hochschulen, 52 Kunsthochschulen, 216 Fachhochschulen und 30 Verwaltungsfachhochschulen.

Hochschulpakt 2020

Lag der Anteil der Studienanfänger 2005 noch bei 37 Prozent, nimmt heute etwa die Hälfte eines Jahrgangs ein Studium auf. Mit dem „Hochschulpakt 2020“ finanzieren Bund und Länder deshalb in den kommenden Jahren rund 760.000 zusätzliche Studienplätze.

Gut 25 Milliarden Euro werden Bund und Länder von 2016 bis 2020 investieren. Für jeden zusätzlichen Studienanfänger stellen sie damit 26.000 Euro bereit.

Über den Hochschulpakt werden künftig gezielt Maßnahmen finanziert, die mehr Studierenden einen erfolgreichen Abschluss ermöglichen. Zudem sollen mehr beruflich Qualifizierte den Weg an die Hochschulen finden.

Mehr BAföG

Seit 1971 gibt es das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Junge Menschen erhalten durch die finanzielle Förderung die Chance, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie zu studieren. Millionen Jugendliche haben bereits davon profitiert. Kontinuierlich wurde die Ausbildungsförderung weiter entwickelt und an die Lebenswirklichkeit angepasst.

Zum Wintersemester 2016 stiegen die BAföG-Sätze um sieben Prozent. Der Höchstsatz für Studierende mit eigener Wohnung beträgt 735 Euro monatlich. Ebenfalls erhöht wurden die Einkommensfreibeträge der Eltern. Somit können etwa 110.000 mehr Studierende und Schüler können BAföG erhalten. Rund 925.000 Schüler und Studenten bekamen 2014 die Ausbildungsbeihilfe.

Mit der 25. BAföG-Novelle finanziert ab 2015 allein der Bund das BAföG - ohne Beteiligung der Länder, wie zuvor. Die Länder können die freiwerdenden Mittel (rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr) in Schulen und Hochschulen investieren.

Im Ausland studieren

Immer mehr Studentinnen und Studenten gehen ins Ausland: 2015 waren fast 140.000 deutsche Studierende an Hochschulen im Ausland eingeschrieben, um dort einen Abschluss zu erwerben. Viele nutzen das europäische Austauschprogramm Erasmus+ für Studienaufenthalte in europäischen Nachbarländern. Das Programm wurde 2014 ausgebaut und ,it mehr Geld ausgestattet.

Die Bundesregierung will erreichen, dass künftig jeder zweite Student und jede zweite Studentin Auslanderfahrung sammelt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt die internationale Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern. Er fördert sowohl Auslandsaufenthalte für ein oder mehrere Semester als auch solche, bei denen Studierende ihren Master komplett im Ausland machen.

Deutsche Hochschulen sind weltoffen

Für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler sind die deutschen Hochschulen attraktiver geworden. 2017 sind erstmals mehr als 355.000 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben - 37 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Sie kommen wegen der hohen Qualität von Bildung und Forschung an den Hochschulen. Deutschland zählt nach den USA, Großbritannien, Australien und Frankreich zu den beliebtesten Zielländern für ausländische Studierende.

Etwa 300 deutschen Hochschulen hatten Mitte 2014 rund 31.000 internationale Kooperationen mit 5000 Hochschulpartnern in 150 Staaten vereinbart. Die Hochschulen sind ein Tor zur Welt. Sie sorgen nicht nur für wissenschaftlichen Austausch und Mobilität, sondern vermitteln Studierenden wie Dozenten kulturelle Offenheit und Neugier auf Unbekanntes. Rund 43.000 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren 2015 an deutschen Hochschulen angestellt, unter ihnen rund 3.100 Professorinnen und Professoren.

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