Neue Stiftung berät und vernetzt Menschen im Ehrenamt

Die Grafik trägt den Titel "Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Bundesweite Anlaufstelle für ehrenamtlich Engagierte: Die neue Stiftung bündelt Informationen für Bürgerinnen und Bürger.

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Foto: Bundesregierung

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ist ein gemeinsames Vorhaben des Bundesfamilienministeriums, des Bundesinnenministeriums und Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie ist ein zentrales Ergebnis der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse". Am Dienstag wurde die Stiftungsgründung am Sitz im mecklenburgischen Neustrelitz gefeiert. Ab 2021 sind für die Arbeit jährlich bis zu 30 Millionen Euro vorgesehen.  

Welches Ziel verfolgt die Stiftung?

Etwa 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. Besonders in strukturschwachen und ländlichen Regionen ist es jedoch häufig schwierig, ehrenamtliche Strukturen aufzubauen und zu erhalten. Das will die neue Stiftung verbessern. Zentrales Ziel ist es, insbesondere in diesen Landesteilen das Ehrenamt nachhaltig zu stärken – in Abstimmung mit bereits bestehenden Bundesprogrammen. Mit der Stiftung gibt es zum ersten Mal eine bundesweite Anlaufstelle, die ehrenamtlich Engagierte unterstützt.

Was sind die konkreten Aufgaben der Stiftung?

Die Stiftung dient vor allem als Servicestelle. Insbesondere kleinen Initiativen fällt der Aufbau von notwendigen Strukturen schwer. Wo lassen sich Fördermittel beantragen? Wer kann bei rechtlichen Fragen helfen? Hier setzt die Stiftung an. Vorgesehen sind beispielsweise Serviceangebote zur Organisation von bürgerschaftlichem Engagement. Zudem ist geplant, "Best-Practice-Beispiele" zu etablieren. Damit erhalten Initiativen die Möglichkeit, sich über besonders erfolgreiche Ehrenamts-Konzepte zu informieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Hilfe bei der Vernetzung der freiwillig Engagierten vor Ort. Darüber hinaus wird die Stiftung auch die Gewinnung von Nachwuchs unterstützen und Fortbildungen anbieten.

Gibt es einen inhaltlichen Schwerpunkt?  

Eine herausragende Rolle wird die Digitalisierung spielen. Gerade die einschneidenden Auswirkungen in der Corona-Pandemie zeigen, wie wichtig funktionierende Online-Angebote sind. Das gilt auch für die Arbeit der zivilgesellschaftlichen Initiativen. Aus diesem Grund wird die Stiftung die Unterstützung bei der Digitalisierung als eine Schwerpunkt-Aufgabe ansehen. Ohne umfassende digitale Angebote sind vor allem in ländlichen Regionen erfolgreiche Ehrenamts-Strukturen kaum möglich.                   

Was hat die Stiftung mit "gleichwertigen Lebensverhältnissen" zu tun?  

Alle Menschen in Deutschland sollen nach Möglichkeit die gleichen Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft haben. Und zwar  unabhängig davon, ob sie in Nord, Süd, Ost oder West, in der Stadt oder auf dem Land wohnen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" im Juli vergangenen Jahres zwölf konkrete Maßnahmen beschlossen. Dazu gehört die Förderung von Engagement und Ehrenamt. Die Gründung der Stiftung ist ein zentrales Ergebnis der Arbeit der Kommission.

Warum wurde Neustrelitz als Standort der Stiftung gewählt?

Ziel der Bundesregierung ist es, das Ehrenamt in besonderem Maße in strukturschwachen und ländlichen Regionen zu fördern. Diese gibt es in vielen Teilen unseres Landes. In Ostdeutschland fallen jedoch sehr viele Regionen in diese Kategorie. Deshalb hat sich der Bund dazu entschlossen, die Stiftung in einem ostdeutschen Flächenland anzusiedeln. Konkret fiel die Wahl auf die 22.000 Einwohner-Stadt Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Um den Strukturwandel in Ostdeutschland zu unterstützen, plant die Bundesregierung darüber hinaus Neu- und Ausgründungen von Bundesbehörden in den neuen Ländern.

Warum ist das Ehrenamt überhaupt so wichtig für unser Land?

Ehrenamt und freiwilliges Engagement sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Gerade in den ländlichen Regionen hat freiwilliger Einsatz eine besondere und lange Tradition, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Verein oder bei der Freien Wohlfahrtspflege. Wer sich ehrenamtlich engagiert, trägt aktiv zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des Miteinanders und zur Lebensqualität bei. Zudem werden die allermeisten der etwa 30 Millionen ehrenamtlich Aktiven in Deutschland ihren Einsatz als persönliche Bereicherung empfinden.

Wie fördert die Bundesregierung ehrenamtliches Engagement?

Die Bundesregierung fördert bürgerschaftliches Engagement mit einer Fülle von Maßnahmen, Programmen und Initiativen, wie diese Beispiele zeigen:

  • Rund 100.000 Menschen leisten jährlich einen Freiwilligendienst. Es gibt den  Bundesfreiwilligendienst oder das Freiwillige Soziale und das Freiwillige Ökologische Jahr.  
  • Das Programm "Demokratie leben" des Bundesfamilienministeriums fördert Projekte, die sich für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander einsetzen. Sie werden zu einem großen Teil von Freiwilligen getragen. In diesem Jahr stellt die Bundesregierung für "Demokratie leben" etwa 115 Millionen Euro bereit.
  • Das Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesinnenministeriums unterstützt Projekte für demokratische Teilhabe speziell in ländlichen und strukturschwachen Regionen.
  • Mehr als 540 Mehrgenerationenhäuser fördert der Bund finanziell. Sie stehen für Dialog, Bürgerbeteiligung und die Stärkung des Zusammenhalts.
  • Mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem "Deutschen Engagementpreis" würdigt die Bundesregierung herausragenden freiwilligen Einsatz.

Stimmen zur Stiftungsgründung

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey: "Endlich wird es nun eine deutschlandweite Stiftung geben, die das Engagement anerkennen, wertschätzen, fördern und stärken wird und die mit konkreter Unterstützung Vereinen und Zivilgesellschaft unter die Arme greift."

Bundesinnenminister Horst Seehofer: Ehrenamtliche "ermöglichen vielen die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt wird die Ehrenamtlichen dabei unterstützen, damit gerade auch strukturschwache Regionen lebenswert bleiben."

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: "Mit Vernetzung, Beratung und Qualifizierung wollen wir dafür sorgen, dass gerade dort, wo weniger Menschen wohnen und sie weniger Angebote haben, Ehrenamt bestmöglich wirken kann."