Die Schiene wird noch leiser

Lärmschutzziel 2030 Die Schiene wird noch leiser

An Deutschlands Bahnstrecken soll es noch leiser werden. Das sieht das neue Lärmschutzziel der Bundesregierung vor. Bis Ende 2030 soll die Hälfte aller Menschen, die an Gleisen wohnen, von Schienenlärm entlastet werden. Die Rede ist von mehr als 800.000 Anwohnern, die es künftig ruhiger haben werden.

Ein Zug fährt zwischen Lärmschutzwänden an einem Haus vorbei.

Auch sogenannte Flüsterbremsen verringern den Lärm.

Foto: picture alliance|CHROMORANGE/Bilderbox

„Der bessere Schutz von Bürgern an Bahnstrecken ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Menschen, die in der Nähe einer Bahnstrecke wohnen, sollen gut leben und vor allem gut schlafen können. Deshalb reduzieren wir konsequent den Lärm der Schiene“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Dafür seien bereits viele wirksame Maßnahmen umgesetzt worden, etwa das lärmabhängige Trassenpreissystem, das Umrüsten auf Flüsterbremsen innovative Technologien zur Lärmreduzierung. All das zeige schon jetzt ganz konkret Wirkung, so der Bundesverkehrsminister.

Neues Lärmschutzziel 2030

Zentrales Ziel der verstärkten Lärmschutzmaßnahmen von Bund und Bahn ist die Halbierung der vom Schienenlärm betroffenen Anwohner bis zum Jahr 2030. Dies soll unter anderem erreicht werden durch:

  • weitere Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen - dafür stehen im laufenden Jahr 139 Millionen Euro zur Verfügung
  • zusätzlichen Lärmschutz an besonders belasteten Strecken wie dem oberen Mittelrheintal, dem Inntal/Brennerzulauf und dem Elbtal
  • Betriebsverbot lauter Güterwagen auf dem deutschen Schienennetz seit dem Fahrplanwechsel 2020/21
  • Erprobung innovativer Lärmschutztechniken an Fahrzeugen und Infrastruktur als Teil eines dauerhaften Forschungs- und Entwicklungsprozesses.

Lärmsanierung auf der Zielgeraden

Die Bundesregierung hatte sich für das Jahr 2020 das Ziel gesetzt, den Schienenverkehrslärm zu halbieren - ausgehend vom Bezugsjahr 2008. Dieses Ziel wurde erreicht, und zwar durch:

  • Einführung des lärmabhängigen Trassenpreissystems - deit 2013 zahlen laute Züge für die Nutzung des Schienennetzes mehr als leise
  • Förderung der Güterwagenumrüstung von lauten Grauguss-Bremssohlen auf leisere Verbundstoff-Bremssohlen mit 152 Millionen Euro
  • Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen – seit 1999 wurden in Maßnahmen wie Schallschutzwände und Schallschutzfenster über 1,5 Milliarden Euro investiert

Die sogenannten Flüsterbremsen rauen die Wagenräder deutlich weniger auf als Grauguss-Sohlen. Das reduziert Lärmemissionen nach dem Prinzip „glattes Rad auf glatter Schiene“ direkt an der Quelle.

Mehr über das neue Lärmminderungsziel für den Schienenverkehr erfahren Sie beim  Bundesverkehrsministerium.