Solidarität im Kampf gegen Waldbrände

EU-Katastrophenschutz Solidarität im Kampf gegen Waldbrände

Deutschland und andere europäische Länder unterstützen die Regionen in Südeuropa, in denen verheerende Waldbrände wüten. Auf Ersuchen Griechenlands, Nordmazedoniens, Albaniens, Italiens und der Türkei hat die EU über das Katastrophenschutzverfahren 14 Löschflugzeuge, drei Hubschrauber, rund 1.300 Rettungskräfte und 250 Fahrzeuge aktiviert.

Feuerwehrleute versuchen mit Wasserwerfern einen Waldbrand im Norden Athens unter Kontrolle zu bringen.

Einsatzkräfte bekämpfen die Waldbrände im Norden von Athen: Deutschland entsendet Hilfe über das EU-Katastrophenschutzverfahren.

Foto: imago images/ZUMA Wire

In Südeuropa wüten verheerende Waldbrände. Allein in Griechenland sind derzeit 9 Flugzeuge, fast 1.000 Feuerwehrleute und 200 Fahrzeuge gegen die Feuer im Einsatz. Deutschland mobilisierte am vergangenen Wochenende (7./8. August) 216 Einsatzkräfte und 44 Fahrzeuge. Darüber informierte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Auch Frankreich, Polen, Österreich und die Slowakei schicken Hilfe in die betroffenen Regionen. Bodenfeuerwehreinheiten aus Zypern, Frankreich, der Tschechischen Republik und Rumänien sowie Flugzeuge aus Zypern, Schweden, Frankreich, Kroatien und Spanien sind im Einsatz.

Volle Solidarität der EU

„Wir mobilisieren einen der größten gemeinsamen Feuerwehreinsätze in Europa, da mehrere Länder gleichzeitig von Bränden betroffen sind“, sagt der Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarčič. Dies zeige, dass der Krisenbewältigung auch auf europäischer Ebene Vorrang eingeräumt werden müsse. „Die EU steht in dieser schwierigen Zeit in voller Solidarität mit Griechenland, Nordmazedonien, Albanien, Italien und der Türkei.“

THW unterstützt Feuerwehrkontigente für Griechenland

Auch das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt deutsche Feuerwehrkontingente, die zu den Waldbränden in Griechenland ausrücken. Es begleitet den Einsatz von Feuerwehren aus Hessen vor Ort in den Bereichen Logistik sowie Materialerhaltung und -instandsetzung im Auftrag der Bundesregierung. „Das THW ist europaweit und international ein gefragter Partner im Bevölkerungsschutz. Wir stehen jederzeit bereit, internationale Hilfe zu entsenden“, erklärte dessen Präsident Gerd Friedsam. Das Technische Hilfswerk ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes mit insgesamt knapp 80.000 Freiwilligen.

Was ist das EU-Katastrophenschutzverfahren?

Im Jahr 2001 hat die Europäische Kommission das EU-Katastrophenschutzverfahren eingerichtet. Seitdem entsprach es mehr als 420 Hilfeersuchen innerhalb und außerhalb der EU. Das Verfahren soll die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten und sechs weiterer Staaten – Island, Norwegen, Serbien, Nordmazedonien, Montenegro und die Türkei – beim  Katastrophenschutz stärken. Wenn ein Notfall die Reaktionsfähigkeit eines Landes in Europa und darüber hinaus überfordert, kann das Land über das Verfahren Unterstützung bekommen.

Deutschland hat den EU-Katastrophenschutz bislang drei Mal in Anspruch genommen, zuletzt Anfang vergangenen Jahres. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde es  zur Ko-Finanzierung von Flügen eingesetzt, mit denen EU-Bürger nach Hause geholt wurden.

Mehr zum EU-Katastrophenschutzverfahren lesen Sie bei der  Europäischen Kommission.

Von Katastrophenschutz bis Klimawandel – Sie wollen das Europa von morgen mitgestalten? Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich an einem europaweiten Dialogprozess zu beteiligen, der Konferenz zur Zukunft Europas. Machen Sie mit – mit  Ihren Ideen, Visionen oder sogar eigenen Veranstaltungen. Weitere Informationen finden Sie auf einer Themenseite.

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