Vom Glücksspiel zur Spielsucht

29. September - Aktionstag Glücksspielsucht Vom Glücksspiel zur Spielsucht

Für die meisten Menschen sind Glücksspiele eine kleine Abwechslung, spannend und spaßig. Aber sie bergen hohe Suchtrisiken, insbesondere Online-Glücksspiele. Rund 430.000 Menschen in Deutschland sind glücksspielsüchtig. Der diesjährige Aktionstag macht darauf aufmerksam. Fragen und Antworten dazu im Überblick.

Ein Mann spielt auf einem Tablet ein Online-Spiel.

Vor allem Online-Glücksspiele haben großes Suchtpotenzial. Rund 430.000 Menschen in Deutschland sind glücksspielsüchtig.

Foto: mauritius images / Keystone

Woran erkenne ich eine Glücksspielsucht?

Glücksspielsucht ist eine anerkannte Abhängigkeitserkrankung. Sie betrifft das ganze Leben, auch Angehörige leiden darunter. Die Abhängigkeit entwickelt sich meist schleichend, von den Betroffenen fast unbemerkt. „Deshalb ist es wichtig, für die Suchtrisiken von Glücksspielen zu sensibilisieren und so eine Glücksspielsucht rechtzeitig zu vermeiden“, betont Michaela Goecke, Leiterin des Referates für Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Erste Anzeichen einer Glücksspielsucht: 
•    Es wird sehr viel gespielt.
•    Das Spielverhalten kann nicht mehr kontrolliert werden.
•    Die Gedanken kreisen fast nur noch ums Spielen.
•    Es wird mehr Geld verspielt als fürs Spielen zur Verfügung steht.
•    Das Spielen wird vor anderen verheimlicht. 
•    Es kommt zu Streitigkeiten wegen des Spielens.

Was regelt der Glücksspielstaatsvertrag?

Am 1. Juli ist der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten. Vor dem Inkrafttreten war Online-Glücksspiel ausschließlich in Schleswig-Holstein erlaubt. Die Rechtslage war verwirrend und widersprüchlich. Jetzt ist das Online-Glücksspiel bundesweit legal und es gibt klare gesetzliche Strukturen.

Ziele sind:

  • Den Jugend- und Spielerschutz zu gewährleisten.
  • Das Entstehen von Glücksspielsucht und Wettsucht zu verhindern. 
  • Die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen.
  • Der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten entgegenzuwirken.
  • Sicherzustellen, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt werden.
  • Sicherzustellen, dass Spielerinnen und Spieler vor betrügerischen Machenschaften geschützt und die mit Glücksspielen verbundene Folge- und Begleitkriminalität abgewehrt wird.
  • Den Gefahren für die Integrität des sportlichen Wettbewerbs beim Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten vorzubeugen.

Warum machen Online-Glücksspiele schneller süchtig?

Online-Glücksspiele können rund um die Uhr überall gespielt werden. Außerdem lässt sich die Teilnahme leicht vor Mitmenschen verheimlichen. Deshalb ist Online-Glücksspiel – im Vergleich zu anderen Glücksspielarten – mit einem erhöhten Suchtrisiko verbunden.

Wo finden Betroffene und deren Angehörige Hilfe?

Die BZgA bietet Betroffenen sowie deren Angehörigen kostenlose anonyme Hilfe. Sie erhalten Informations- und Beratungsangebote zum Umgang mit Glücksspielen, Erläuterungen des aktuellen GlüStV und zum Thema Spielersperren. 

Mit dem individuellen Online-Verhaltensänderungsprogramm „Check Out“ kann das eigene Spielverhalten kritisch reflektiert und mit Hilfe einer Expertin oder eines Experten verändert werden. Darüber hinaus erhält man Beratungs- und Hilfsangebote vor Ort. 

Kann ich mich für die Teilnahme an Glücksspielen sperren lassen?

Betroffene können sich für die meisten Glücksspielangebote – auch für alle legalen Online-Glücksspielangebote – sperren lassen. Angehörige können Fremdsperren beantragen. Hierzu wurde das deutschlandweite Sperrsystem OASIS eingerichtet. Hieran sind alle Lotteriegesellschaften, Spielbanken, Betreiber von Spielautomaten sowie staatlich konzessionierte Wettbüros und Anbieter von Online-Glücksspielen angeschlossen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite „Check dein Spiel“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.