Wettbewerb "Zu gut für die Tonne"

Gute Ideen gegen Verschwendung gesucht

55 Kilogramm - so viele vollwertige Lebensmittel wirft jeder Deutsche im Jahr weg. Mit dem Wettbewerb "Engagement gegen Lebensmittelverschwendung" will Bundesernährungsministerin Klöckner zum Mitmachen und Nachmachen anregen. Herausragende Projekte werden ausgezeichnet.

Poster zum Bundeswettbewerb Zu gut für die Tonne

Auch in diesem Jahr wird wieder der "Zu gut für die Tonne"-Bundespreis verliehen.

Foto: BMEL

Unter dem Titel "Zu gut für die Tonne!" setzt sich das Bundeslandwirtschaftsministerium mit einer Informationskampagne gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Damit will es das Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln von der Landwirtschaft über Industrie und Handel bis hin zum Verbraucher schärfen.

In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Wertschätzung für unsere Lebensmittel zu erhöhen und so die Verschwendung zu reduzieren. Aber noch immer wird viel zu viel Essbares weggeworfen. Privathaushalte werfen einer Studie zufolge vor allem Obst und Gemüse, gefolgt von Brot und Backwaren, in den Müll. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Je jünger der Haushaltsvorstand, desto mehr potenziell verwertbare Lebensmittel werden weggeworfen. Fast die Hälfte dieser Abfälle schätzen selbst die Befragten als vermeidbar ein.

Einfälle gegen Abfälle

Auch 2019 verleiht das Ministerium den "Zu gut für die Tonne!"-Bundespreis – seit 2016 zum vierten Mal in Folge. Gefragt sind gute Ideen und Projekte, die helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Der Preis wird in den Kategorien Landwirtschaft & Produktion, Handel, Gastronomie, Gesellschaft & Bildung, sowie – ganz neu – in der Rubrik Digitalisierung verliehen. Bewerben können sich Unternehmen, Privatpersonen, NGOs, Kommunen, Verbände, Schulklassen, soziale Einrichtungen und Bürgerinitiativen.

"Lebensmittel sind unsere Mittel zum Leben", betont die Bundesernährungsministerin. "Trotzdem werfen wir elf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich weg – jedes Kilogramm ist eines zu viel.“

Neue Ideen zeigen zweite Chance für Lebensmittel

Wieviel Kreativität und Engagement in jedem stecken kann, zeigen allein die in diesem Jahr prämierten Projekte:
Egal ob krumm, klein oder groß: Jedes Obst und Gemüse verdient eine zweite Chance: Die Gärtnerei Schnelles Grünzeug in Grammendorf in Mecklenburg-Vorpommern konserviert seit 2015 Gemüse durch Fermentation. Überschüssiges Gemüse vom Feld oder Gemüse, das einen Markttag hinter sich hat und nicht mehr verkauft werden kann, wird über einen Onlineshop und in der Gastronomie verkauft.

Seit 2017 bieten die SirPlus-Gründer im ersten Food-Outlet in Berlin und über einen Onlineshop Lebensmittel an, die im Handel nicht mehr verkauft oder in der Produktion aussortiert wurden.

Die NORDSEE GmbH reduziert Lebensmittelabfälle auf verschiedenen Wegen. Unter anderem bietet Sie Gästen an, ihr übrig gebliebenes Essen in zunächst 23 Filialen an sogenannten Doggybag-Stationen mitzunehmen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen kurz vor Ladenschluss Produkte aus der Snackbar im Rahmen der Aktion "30 Prozent in den letzten 30 Minuten" günstiger an.

Ganz wichtig auch: ¨Aufklärung und Wissensvermittlung in Schulklassen, um Lebensmittelabfälle zu verringern. Das Projekt "Wirf mich nicht weg!" des Regionalen Umweltzentrums Hollen besucht dazu pro Jahr 50 Grundschulen bundesweit.

Verantwortungsbewusstsein schaffen

Die enorme Zahl an Bewerbungen um die Preise in den vorausgegangenen Jahren zeigt: Deutschlandweit engagieren sich bereits viele Menschen gegen Lebensmittelverschwendung. Gute Ideen auszuzeichnen, schafft eine Wahrnehmung über diesen Kreis hinaus. Ziel ist es, bis 2030 die Nahrungsmittelverschwendung zu halbieren."

Beitrag teilen
Schlagwörter