Ausbildungsmarkt erholt sich

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Berufsbildungsbericht 2024 Ausbildungsmarkt erholt sich

Mehr Verträge, mehr Angebote, steigende Nachfrage: Das sind die positiven Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt. Gleichzeitig hat aber auch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze einen neuen Höchststand erreicht. Wie sieht der Ausbildungsmarkt im Detail aus?

4 Min. Lesedauer

Eine junge Auszubildende arbeitet in einer Werkstatt an einer Drehmaschine. Ihr Ausbilder steht daneben und beobachtet.

Insgesamt ist das Interesse junger Menschen an einem Ausbildungsplatz gestiegen – das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2024 hervor.

Foto: IMAGO/Westend61

Etwa 489.200 junge Menschen haben im Jahr 2023 eine Ausbildung begonnen. Das sind drei Prozent mehr als noch 2022. Auch wenn die Zahlen damit weiterhin unterhalb des Niveaus von vor der Corona-Pandemie liegen (minus 6,9 Prozent beziehungsweise minus 35.900 Ausbildungsverträge im Vergleich zu 2019), zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt insgesamt eine positive Entwicklung ab.

So hat das Interesse junger Menschen an einer Ausbildung ebenso zugenommen wie das Angebot an freien Stellen. Allerdings nahmen auch die Schwierigkeiten weiter zu, das Ausbildungsangebot der Betriebe und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. 

Diese Entwicklungen gehen aus dem Berufsbildungsbericht 2024 hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet hat. Der Bericht beschreibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und gibt einen Überblick über das abgeschlossene Ausbildungsjahr 2022/2023. Beleuchtet werden dabei sowohl langfristige Trends als auch aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt.

Nachfrage nach dualer Berufsausbildung gestiegen

Nach Rückgängen in den Vorjahren ist im Jahr 2023 die Nachfrage der Jugendlichen nach einer dualen Berufsausbildung wieder gestiegen und zwar um 3,2 Prozent; um 17.300 auf 552.900 Interessierte. Diese Zahl schließt auch die jungen Menschen mit ein, die zwar bereits eine Alternative gefunden haben, ihren Wunsch nach einer Ausbildungsstelle aber weiterhin aufrechterhalten.

Auch das Angebot an Ausbildungsstellen hat 2023 in vergleichbarem Umfang – um 3,4 Prozent – zugenommen und liegt bei etwa 562.600; ein Plus von 18.600 Stellen. Damit übertraf das Angebot zum zweiten Mal in Folge die Nachfrage der Jugendlichen.

Für junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz hat sich die Marktlage also rein rechnerisch in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Für Betriebe und Behörden hingegen zeigten sich laut Bundesbildungsbericht zunehmende Herausforderungen bei der Besetzung von Ausbildungsstellen.

Unbesetzte Ausbildungsstellen auf neuem Höchststand

Die aktuellen Zahlen zeigen außerdem, dass im Jahr 2023 Betriebe und Behörden mit freien Ausbildungsplätzen und noch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber schwieriger zueinander gefunden haben. Sowohl der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen als auch der Anteil der erfolglos suchenden Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Bundesweit blieben 2023 rund 73.400 Ausbildungsstellen unbesetzt – also rund 13,4 Prozent des gesamten betrieblichen Angebots. Ein neuer Höchstwert. Gleichzeitig hatten etwa 63.700 junge Menschen zum Stichtag 30. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und hielten deshalb ihren Vermittlungswunsch weiter aufrecht. 11,5 Prozent der Jugendlichen blieben somit bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolglos.

Ob eine Suche erfolgreich verläuft oder ein offener Ausbildungsplatz besetzt werden kann, hängt laut Berufsbildungsbericht auch mit der Region und der Branche zusammen, in der der Ausbildungsplatz angeboten wird. So seien Stellen in der Kfz-Technik, in der Softwareentwicklung, der Mediengestaltung, der Raumausstattung, der Tierpflege und im Büromanagement besonders beliebt und stark nachgefragt. Andere Branchen hingegen finden kaum interessierte Bewerber. Dies betrifft vor allem Berufe im Lebensmittelbereich, Hotel- und Gaststättenberufe, Bauberufe und baunahe Berufe sowie Metallberufe.

Auch regional finden sich Unterschiede. So haben es Bewerberinnen und Bewerber in Berlin und Brandenburg beispielsweise schwerer als in Bayern oder im Saarland. Umso mehr gilt für Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildungsstelle, möglichst mobil und flexibel zu sein – sowohl mit Blick auf die Region als auch den Wunschberuf.  

So stärkt die Bundesregierung die berufliche Bildung

Der demografische Wandel, Engpässe bei Fachkräften sowie die digitale und ökologische Wende: All dies sind große Herausforderungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft. Um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, sind Betriebe auf gut qualifizierten Nachwuchs angewiesen.

Auch die Bundesregierung trägt mit einer Reihe von Initiativen dazu bei, die berufliche Bildung zu fördern sowie mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern. Dazu gehört die Ausbildungsgarantie , die seit dem 1. April 2024 gilt. Ziel ist, allen Jugendlichen den Zugang zu einer vollqualifizierten, möglichst betrieblichen Berufsausbildung zu ermöglichen.

Zudem soll die frühzeitige Berufsorientierung an Schulen in den kommenden Jahren weiter verstärkt werden. Die „Exzellenzinitiative Berufliche Bildung “, die die Bundesregierung Ende 2022 gestartet hat, will beispielsweise die Gymnasien mehr in den Blick nehmen, um den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern. Man wolle ein „modernes, ein zukunftsorientiertes, ein attraktives Berufsbildungssystem weiterentwickeln“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger bei der Präsentation des Berufsbildungsberichts am Mittwoch. Zudem will die Exzellenzinitiative die individuelle Förderung junger Talente verbessern. Darüber hinaus wird die internationale Ausrichtung in der beruflichen Bildung ausgeweitet. Für die Exzellenzinitiative stehen bis 2026 insgesamt etwa 750 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch der von der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ organisierte „Sommer der Berufsausbildung“ soll dabei helfen, junge Menschen stärker für die Perspektive berufliche Bildung zu begeistern. Thematisch geht es dabei insbesondere darum, die Berufsorientierung zu intensivieren, die Attraktivität der Ausbildung zu zeigen sowie die Vielfalt in den Betrieben darzustellen. Zur „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ gehören neben der Bundesregierung auch Sozialpartner und Verbände an.

„Bitte beschäftigen Sie sich mit diesen wunderbaren beruflichen Möglichkeiten nach der Schule“, sagte Stark-Watzinger mit Blick auf die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich im Sommer mit dem Thema berufliche Bildung beschäftigen. Es gebe in Deutschland neben der akademischen auch die berufliche Bildung. Beides seien unterschiedliche, aber wichtige und gleichwertige Möglichkeiten für junge Menschen.

Der „Sommer der Berufsausbildung“ richtet sich besonders an Jugendliche, aber auch an Eltern und Betriebe. Im Fokus steht dabei, möglichst viele junge Leute und Betriebe zusammenzubringen. Von Mai bis Ende September erhalten Interessierte sowohl auf Social Media als auch bei zahlreichen Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene wichtige Informationen. Mehr zum „Sommer der Berufsausbildung“